Webpräsenz von Dr. Thomas Meinike

Hochschule Merseburg
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Nachricht vom 08.06.2016

SVG wird (bald) 15: Der eigentliche 15. Geburtstag der 2001 erschienenen Ur-Spezifikation 1.0 steht erst im September an. 15 Jahre sind im Technologie-Bereich eine sehr lange Zeit. Meine Beschäftigung mit den nach wie vor faszinierenden XML-basierten Vektorgrafiken begann direkt nach ihrer Veröffentlichung. Es war schon etwas abenteuerlich, sich durch eine komplexe Spezifikation – mehr als 600 Seiten in der PDF-Fassung – zu bewegen, deren Möglichkeiten in der Anfangszeit noch gar nicht richtig ausgeschöpft werden konnten. Erst in den späten 2000er Jahren waren die meisten Web-Browser in der Lage, SVG-Objekte direkt darzustellen. Vor allem durch die Adoption von SVG im Rahmen der Arbeiten an HTML5 ist dem Standard der endgültige Durchbruch gelungen.
Studierende der Technischen Redaktion wurden schon frühzeitig an das Thema herangeführt. Um den Einsatz in der Lehre noch besser zu unterstützen, entstand nun mit dem »PocketSVGEditor« ein nützliches Werkzeug. Dieses benötigt zwar bereits etwas Know-how, ermöglicht jedoch unter Anleitung einen spielerischen Zugang zu den wesentlichen Elementen und Attributen. In Vorlesungen und Übungen lassen sich damit ohne ständigen Wechsel zwischen Editor und Browser Codefragmente erstellen und direkt anzeigen sowie in Textform zur weiteren Verarbeitung kopieren. (Codelink-Update vom 14.06.)

Nachricht vom 29.02.2016

Schalt<Tag>: Dass es sich hier um die 150. Nachricht handelt und diese auch noch auf einen Schalttag fällt, sind nur nette Nebenaspekte. Eigentlich soll es um das gerade mit den Prüfungen zu Ende gegangene Wintersemester 2015/16 gehen. Hervorzuheben ist die erste Iteration eines neu konzipierten Mastermoduls zum Thema Mobile Dokumentation, seit einigen Jahren auch auf der Agenda des Berufsverbandes tekom. Da die Studierenden selbst darüber berichten, füge ich hier nur hinzu, dass es auch für mich eine intensive und lehrreiche Zeit war.
Der zweite bemerkenswerte studentische Artikel bezieht sich auf die jährlich im Februar stattfindende Konferenz XML Prague. Einer unserer Praxispartner, die Leipziger Firma le-tex publishing services GmbH, ermöglichte einigen Technologie-affinen Studierenden die Teilnahme an dieser in XML-Kreisen sehr populären Veranstaltung. Ich schaute am Konferenz-Samstag den dankenswerterweise in diesem Jahr nicht für Konsumenten aus D gesperrten Livestream auf YouTube und verfolgte das Insider-Gezwitscher. Zur Nachbereitung steht das Video-Material der beiden Haupttage ebenfalls zur Verfügung – in Downloadform immerhin acht Gigabyte.

Nachricht vom 14.11.2015

#tekom15: Zum zweiten Mal war das ICS Stuttgart der Austragungsort der tekom-Jahrestagung. Inhaltlich bot sich das gewohnte breite Spektrum aus dem Bereich der Technischen Kommunikation. Mein Vortrag Ein Überblick zu Web Components war technologisch orientiert (Folien) und erforderte zur Erschließung der Möglichkeiten viel experimentelle Vorarbeit. Den persönlichen Rückmeldungen nach, kam das Thema beim Publikum gut an. Darunter waren auch acht ehemalige Studierende aus Merseburg und insgesamt sind mir auf dieser Tagung rekordverdächtige 25 Absolventen aus den mittlerweile seit 20 Jahren angebotenen TR-Studiengängen über den Weg gelaufen.
Beim umfangreichen Vortragsangebot fiel die Qual der Wahl vorrangig auf XML-basierte Technologien und Ansätze zur mobilen Dokumentation. Nur am Rande bekam ich die (erneut) kontroversen Diskussionen zur Strukturierungsmethode DITA mit. Im Rahmenprogramm wurden die Dokupreise verliehen und studentische intro-Beiträge gewürdigt. Leider ging das Karlsruher MOBDOK-Team mit der Einreichung »load it up!« leer aus (Ihr rockt!). Ein weiteres Highlight war der erstmalig veranstaltete Doku-Slam. Zudem luden die zahlreichen Messeaussteller zum Erfahrungsaustausch und Verweilen ein.

Nachricht vom 25.08.2015

Bausteine für das Web: Die Idee von Web Components ist nicht völlig neu – bereits 1998 dachte Microsoft über den Einsatz wiederverwendbarer Komponenten nach. Erst in den letzten Jahren wurden solche Ansätze insbesondere durch Aktivitäten von Google wieder populärer. Web Components basieren auf bekannten Technologien wie HTML5, CSS3 und JavaScript. Als Bindeglieder fungieren die neuen Techniken HTML Templates (bereits Teil von HTML5) als Vorlagen, Custom Elements zur Schaffung eigener Elemente, Shadow DOM für die Integration und Kapselung der Komponenten sowie HTML Imports für die Auslagerung zur komfortablen Nutzung.
Seit 2014 laufen Spezifikationsarbeiten unter dem Dach des W3C. Da das Thema auch für die Lehre und Forschung im Bereich Technische Kommunikation von Interesse ist, wird es dazu einen Vortrag auf der tekom-Jahrestagung 2015 geben. Zum genaueren Verständnis der durchaus anspruchsvollen Materie waren neben der Recherchearbeit vor allem eigene Tests hilfreich. Im Vortrag werden die nötigen Grundlagen und das Zusammenspiel der genannten Techniken mit nachvollziehbaren Beispielen erläutert. WebComponents.org ist eine gute Anlaufstelle für weitere Details, u. a. zum aktuellen Stand der Browserunterstützung.

Nachricht vom 20.03.2015

Onlinehilfe reloaded: Auf der tekom-Jahrestagung 2014 konnte man sich am Stand der Nürnberger SCHEMA GmbH einen ersten Eindruck vom bevorstehenden SCHEMA Reader verschaffen. In dieser halben Stunde hatte der Entwicklungsleiter Jochen Marczinzik mein Interesse zum Ausprobieren geweckt. Tatsächlich gelang es mit der einige Tage später verfügbaren Beta-Version, alle wesentlichen Details zu verstehen und eine erste eigene Hilfeanwendung aus vorhandenen XML-Daten via XSLT zu erzeugen.
Nun steht das Produkt offiziell zur Verfügung. Das Konzept, die bisherige CHM-Onlinehilfe (Microsoft HTML Help) und andere Hilfeformate abzulösen, erscheint wahrhaft kühn. Es hat jedoch durch die eingesetzten offenen Standards und Technologien, u. a. auf der Basis von HTML5, viel Potenzial für die künftige Technische Kommunikation. Bemerkenswert ist auch die Möglichkeit zur Anpassung der Oberfläche und Darstellung an die eigenen Bedürfnisse (Branding). Ich habe den Reader bereits im letzten Wintersemester in die Lehre einbezogen und werde ihn in diesem Rahmen weiter erforschen und einsetzen.

Nachricht vom 16.11.2014

#tekom14: Die tekom-Jahrestagung fand 2014 erstmalig im Internationalen Congresscenter Stuttgart (ICS) statt. Zunächst galt es die neue Aufteilung von Messe und Vortragsräumen zu verstehen, um die gewünschten Ziele zu erreichen und unnötige Wege zu vermeiden – das Laufpensum war dennoch erwartungsgemäß enorm. Neben dem Besuch von Fachvorträgen standen für mich zahlreiche Gespräche im Mittelpunkt dieser Veranstaltung. Besonders interessant waren die Tendenzen im Bereich Mobile Dokumentation, welche u. a. im Rahmen eines Showcases von zehn Projekten in jeweils zehn Minuten präsentiert wurden. Zu meinem Vortrag über den aktuellen Fortschritt der SVG 2-Spezifikation (Folien) war der vorgesehene Raum gut gefüllt und die abschließende Diskussion zeigte, dass die Einsatzmöglichkeiten von SVG im Bereich der Technischen Kommunikation weiterhin ein spannendes Themenfeld bilden. Fazit: Immer wieder ein Fest.

Nachricht vom 07.08.2014

Mehr SVG wagen: Die ursprünglich Ende der 90er Jahre von Adobe entwickelten und erstmalig 2001 vom W3C spezifizierten Scalable Vector Graphics haben sich über die Jahre gerade im Bereich der Technischen Kommunikation gut etabliert. Dieser XML-basierte Standard kommt u. a. für Datenvisualisierungen und Ersatzteilkataloge zum Einsatz. Ein bereits 2005 gehaltener Vortrag gibt noch immer einen brauchbaren Überblick zu den verfügbaren Möglichkeiten und Techniken. Durch die Integration in das HTML5-Universum wird das Format künftig weiter punkten können. Seit einiger Zeit ist eine W3C-Arbeitsgruppe mit der Weiterentwicklung in Richtung SVG 2 beschäftigt – den aktuellsten Stand dokumentiert der Editor's Draft. Interessante Neuerungen wie erweiterte Textdarstellungen (Textfluss), Mesh-Gadienten und die Herstellung der Interoperabilität mit anderen Standards wie CSS 3 zeichnen sich bereits ab. Ein zu diesem Thema für die tekom-Jahrestagung 2014 angenommener Vortrag befindet sich in Vorbereitung.

Nachricht vom 09.04.2014

EPUBlizieren in der Praxis: Am 3./4. April 2014 fand an der Hochschule Merseburg das »Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft für Universitätsverlage« statt. Ich war am ersten Nachmittag zu einer kurzen Einführung in das Thema »E-Books im EPUB-Format – Grundlagen und Ansätze der Erstellung« eingeladen und konnte anschließend noch drei weitere spannende Vorträge verfolgen. Martin Kraetke vom Leipziger Verlagsdienstleister le-tex, einer unserer Kooperationspartner im Bereich Content Engineering, berichtete über »E-Book-Workflows bei Wissenschafts- und Fachverlagen«. Er vermittelte Einblicke in typische Probleme bei der Umsetzung von wissenschaftlichen Publikationen mit aufwändigen Formeln und Tabellen. Vielversprechende Ansätze zum kollaborativen Publizieren zeigten die Entwickler der Plattformen bzw. Werkzeuge Booktype und Fidus Writer. Das Tagungsprogramm bot noch weitere interessante Aspekte, die sich allerdings mit Lehrveranstaltungen des gerade begonnenen Sommersemesters überschnitten haben.

Nachricht vom 11.02.2014

XML-Qual_ität: Im Begriff Qualität steckt sinnbildlich bereits die jeweils aufzuwendende Qual. Auch im XML-Universum spielt Qualität eine besonders wichtige Rolle. Das beginnt bei der Sicherstellung der Wohlgeformtheit als notwendige Bedingung für die Realisierung von XML-Anwendungen. Bei der Auswahl fertiger oder selbst entwickelter Strukturen und deren Validierung spielen Vokabular sowie Grammatik wahlweise auf der Basis von Document Type Definition, XML-Schema und Relax NG eine zentrale Rolle. Wenn auch diese zur Sicherstellung der inhaltlichen Qualität nicht ausreichen, kommt die Schematron-Technologie ins Spiel. Damit lassen sich Kohärenzprüfungen der eigentlichen Inhalte im Kontext von anderen im Dokument vorkommenden Elementen oder Attributen vornehmen. Das komplexe Thema wird im Rahmen des video2brain-Trainings »Qualitätssicherung von XML« anschaulich vermittelt. Eine ausführliche Besprechung enthält das Entwickler Magazin 2.2014 (→ HS-Bibliothek).

Nachricht vom 18.12.2013

Das XML-Jahr 2013: Ganz klar war auch 2013 ein weiteres gutes Jahr für die Klammern aller Art nicht scheuende Markup-Zunft und sogar ein besonderes. Immerhin existiert die wegweisende XML-Spezifikation bereits seit 15 Jahren. »XML ist kein Thema mehr, das macht man einfach« ist ein von der tekom-Jahrestagung mitgebrachtes Statement von Prof. Ziegler (HS Karlsruhe). Mittlerweile haben sich im Publikationsbereich eine Reihe von XML-basierten Datenformaten und Verarbeitungsprozessen etabliert und somit sind die zugehörigen Technologien auch fester Bestandteil in den Lehrangeboten für Technische Redakteure. In diesem Jahr betreute Absolventen behandelten in ihren Abschlussarbeiten anspruchsvolle Themen wie DITA-Strukturierung von Anleitungen, PDF-Umsetzungen mit XSL-FO, Qualitätssicherung von Dokumenten mit Schematron und Entwicklung mobiler Web-Applikationen. Die Beschäftigung mit den vielfältigen Grundlagen und Anwendungen bleibt auch 2014 ein spannendes Feld.

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