Dienstanweisung
für die
Zugbegleitbeamten

(DA 023)
gültig vom 1. Juni 1931 an


Vorbemerkungen
(1) Die Dienstanweisung gilt für alle als Zugführer, Zugschaffner oder Triebwagenschaffner verwendeten Bediensteten, nachstehend als "Zugbegleitbeamte" bezeichnet.

(2) Für Zugführer und Schaffner, die als nicht besonders ausgebildete Beimänner auf elektrischen Lokomotiven und Triebwagen Dienst leisten, gelten auch die in der Vorbemerkung der "Dienstanweisung für die Lokomotivbeamten" bezeichneten Bestimmungen und Anordnungen.



A. Gemeinsame Bestimmungen
§  1
Allgemeine Dienstpflichten
(1) Die Hauptaufgabe der Zugbegleitbeamten ist
a) die Züge nach den Fahrdienstvorschriften und sonstigen Betriebsvorschriften zu bedienen, zu beaufsichtigen und sicher und planmäßig durchzuführen,

b) bei der Beförderung von Personen, Reisegepäck, lebenden Tieren und Gütern gemäß den Personen- und Güterbeförderungsvorschriften mitzuwirken,

c) die Bahnpolizei auszuüben.

Auf den vom Zuge berührten Bahnhöfen haben sie sich am Rangier- und Ladegeschäft zu beteiligen und bei Bedarf auch sonstigen Bahnhofsdienst zu verrichten. Sie haben gegebenenfalls auch die Dienste auszuführen, zu denen sie nach § 3 Ziff 3 und 4 der "Allgemeinen Dienstanweisung für die Reichsbahnbeamten (ADA)" verpflichtet sind.

(2) Die Sorge für die Sicherheit des Betriebs und der Reisenden geht jeder anderen Tätigkeit vor. Die Zugbegleitbeamten dürfen selbst im Augenblick größter Gefahr ihren Posten nicht verlassen, ehe sie alles getan haben, um einem dem eigenen oder einem anderen Zug drohenden Unfall abzuwenden oder zu mindern.


§  2
Dienststellung
(1) Persönliche und dienstliche Vorgesetzte der Zugbegleitbeamten sind
a) der Vorstand des Reichsbahn-Betriebsamtes,
b) der Vorsteher des Heimatbahnhofs,
c) ihre Vertreter.
Ihr nächster Vorgesetzter  ist der Vorsteher des Heimatbahnhofs. Wegen der übrigen persönlichen und dienstlichen Vorgesetzten wird auf  § 5 der "Allgemeinen Dienstanweisung für die Reichsbahnbeamten (ADA)" verwiesen.

(2) Die Zugbegleitbeamten haben auch die dienstlichen Anordnungen zu befolgen, die ihnen die Vorstände der übrigen Reichsbahnämter, die Kontrolleure, Betriebsingenieure und die Zugrevisoren als dienstliche Vorgesetzte innerhalb ihres Dienstbereichs erteilen

(3) Während der Fahrt untersteht das Zugpersonal, auch soweit es zum oder vom Dienst fährt (Gastfahrt), dem Zugführer. Dieser kann auch den Bediensteten der Post-, Schlaf- und Speisewagen dienstliche Weisungen erteilen, soweit es die ordnungsmäßige Durchführung des Bahnbetriebs erfordert.

(4) Während des Aufenthalts auf den Bahnhöfen untersteht das Zugpersonal den Vorstehern und den Aufsichtsbeamten.


§  3
Dienstvorschriften, Fahrplan
(1) Die Dienstanweisungen und -vorschriften, die für die Zugbegleitbeamten in Betracht kommen, sind in der Anlage 1 aufgeführt.
Die Schaffner sind berechtigt, die Dienstvorschriften einzusehen, die der Zugführer im Dienst mitführt.
(2) Die Zugbegleitbeamten haben sich mit dem Fahrplan ihrer Strecken vertraut zu machen und Änderungen, die ihnen bekanntgegeben werden, pünktlich nachzutragen. Die Zugführer und die Schaffner in Reisezügen müssen sich auch im Kursbuch und im Zugbildungsplan auskennen.

§  4
Dienstfähigkeit
(1) Die Zugbegleitbeamten müssen das für ihren Dienst erforderliche Sehvermögen (Sehschärfe und Farbentüchtigkeit) und Hörvermögen besitzen. Erreichen sie das vorgeschriebene Maß der Sehschärfe nur mit Augenglas, so sind sie verpflichtet, dieses im Dienst stets zu tragen und ein Ersatzglas bei sich führen.

(2) Wenn sie merken, daß sie eine von ihnen verlangte Dienstleistung nicht mehr betriebssicher ausführen können, haben sie es dem Dienstvorsteher oder Aufsichtsbeamten, der Schaffner auch dem Zugführer, rechtzeitig zu melden.

(3) Wird ein Schaffner während der Fahrt dienstunfähig, so meldet er es dem Zugführer, der das Nötige veranlaßt. Bei Dienstunfähigkeit des Zugführer hat, wenn sich beim Zug ein für den Zugführerdienst geprüfter Zugschaffner befindet, dieser, andernfalls der dienstälteste Zugschaffner den Dienst zu übernehmen. Auf dem nächsten geeigneten Bahnhof ist der Vorfall zu melden.

§  5
Dienstkleidung und Ausrüstung
(1) Im Dienst tragen die Zugbegleitbeamten je nach Vorschrift (siehe Dienstkleidungsordnung) volle Dienstkleidung oder die Dienstmütze; sie sollen die Dienstkleidung bei Reisezügen sauber halten und auch sonst auf ihr Äußeres die nötige Sorgfalt verwenden.

(2) Sie haben im Dienst eine richtig gehende Uhr zu tragen, die ihnen übergebene Ausrüstung ordnungsmäßig zu benutzen, schonend zu behandeln und in gutem Zustand zu erhalten. Dies gilt namentlich für die Handlaterne. Sie ist auf Strecken mit Tunneln oder, wenn der Dienst sich möglicherweise bei Zugverspätung in die Dunkelheit erstreckt, auch am Tage mitzuführen.

(3) Beschädigungen und Mängel melden die Zugbegleitbeamten dem zuständigen Beamten des Heimatbahnhofs, der Schaffner beim Zuge auch dem Zugführer. Wird ein notwendiges Ausrüstungsstück auf einer Dienstfahrt unbrauchbar, so ist auf einem geeigneten Unterwegsbahnhof Ersatz anzufordern.

(4) Vordrucke und Betriebsstoffe sind, wenn nichts anderes angeordnet ist, vom Heimatbahnhof zu beziehen; ausnahmsweise dürfen sie auch auf einem Unterwegsbahnhof angefordert werden.


§  6
Antritt, Wechsel und Beendigung des Dienstes, Gastfahrten
(1) Beim Dienstantritt hat sich der Zugführer bei dem Aufsichtsbeamten oder dem sonst bezeichneten Beamten, der Schaffner beim Zugführer zu melden und von neuen Verfügungen usw Kenntnis zu nehmen.

(2) Bei Dienstwechsel am Zuge dürfen sich die Beamten erst entfernen, nachdem sie den Dienst den Ablösern übergeben und sie über alles unterrichtet haben, was sie für den weiteren Dienst wissen müssen.

(3) Aud dem Zugendbahnhof hat der Schaffner seine Beobachtungen über den Zustand des Zuges während der Fahrt und bei der Ankunft dem Zugführer und dieser dem Aufsichtsbeamten oder dem sonst bezeichneten Beamten zu melden. Endet der Dienst auf der Heimatdienststelle, so haben sich die Beamten über ihren nächsten Dienst zu unterrichten.

(4) Die zur Dienstübernahme Fahrenden haben sich vor der Abfahrt auf besondere Anordnung, bei der Ankunft stets bei dem Aufsichtsbeamten oder dem sonst bezeichneten Beamten zu melden.
Gastfahrten dürfen nur mit Ausweis und - abgesehen von Zugverspätungen - nur mit den im Dienstplan vorgeschriebenen Zügen ausgeführt werden. Gastfahrer haben sich beim Zugführer zu melden. Dieser ist berechtigt, Gastfahrer ausnahmsweise in dringenden Fällen zu Dienstleistungen heranzuziehen.


§  7
Streckenkenntnis
(1) Der Zugführer muß die zu befahrende Strecke kennen. Er erwirbt die Streckenkenntnis dadurch, daß er mindestens je eine Belehrungsfahrt hin und her bei Tag und bei Nacht unter Leitung eines streckenkundigen Zugführers ausführt.
Die Belehrungsfahrten können unterbleiben, wenn der Zugführer die Strecke vorher längere Zeit als Zugschaffner befahren hat und erklärt, sie genügend zu kennen.
Die Streckenkenntnis gilt - einfache Verhältnisse ausgenommen - als verloren, wenn der Zugführer eine Strecke länger als 2 Jahre weder im Zugführer- noch im Zugschaffnerdienst befahren hat oder wenn in der Zwischenzeit wesentliche Änderungen an der Strecke vorgenommen worden sind.
Erhält der Zugführer einen Fahrauftrag für eine Strecke, auf der er nicht streckenkundig ist, so muß er den Beamten, der die Dienstleistung anordnet, davon verständigen.

(2) Die Zugschaffner sollen, besonders bei ganz oder zum Teil handgebremsten Zügen, ebenfalls streckenkundig sein. Jedenfalls muß - abgesehen von Notfällen - der Schlußschaffner und von mehreren Schaffnern eines Zuges die Mehrheit Streckenkenntnis haben. Sie erwerben diese durch Belehrungsfahrten wie in Ziffer 1 unter der Leitung eines streckenkundigen Zugführers oder Zugschaffners.
Wer nicht streckenkundig ist, hat es dem Zugführer zu melden; wird er gleichwohl verwendet, so hat ihn der Zugführer über die Streckenverhältnisse zu unterrichten.


§  8
Bahnpolizei
(1) Die Zugbegleitbeamten sind Bahnpolizeibeamte; sie haben sich mit den bahnpolizeilichen Bestimmungen der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (vgl Anl 1 FV) vertraut zu machen.

(2) Übertretungen sollen sie möglichst durch Warnung verhindern.

(2) Ist eine bahnpolizeiliche Übertretung oder eine andere strafbare Handlung begangen, so sollen die Zugbegleitbeamten womöglich den Täter feststellen. Bei schwereren Fällen ist mit allen Mitteln zu versuchen, das Entweichen zu verhindern. Wichtige Umstände, die zur Feststellung des Tatbestandes beitragen können, und die Namen von Zeugen müssen sich die Zugbegleitbeamten sofort aufschreiben. Wegen Sicherung der Beweisstücke eines Bahnfrevels vgl Anl 2.
Der Schaffner meldet die strafbare Handlung dem Zugführer und dieser dem Aufsichtsbeamten des nächsten geeigneten Bahnhofs. Die hat auch zu geschehen, wenn der Täter nicht zu ermitteln ist. Das Vorkommen ist im Fahrtbericht zu vermerken.


§  9
Mitnahme von Gegenständen auf die Fahrt
Die Zugbegleitbeamten dürfen ihren Reisebedarf und in beschränktem Umfang auch Waren für den eigenen Haushalt mit auf die Fahrt nehmen, aber ohne die Zoll- und Steuervorschriften zu umgehen. Außerdem dürfen sie Arzneimittel und ähnliches für Reichsbahnbedienstete an Orten ohne Apotheke mitführen.
Nichtdienstliche Briefe und Pakete für andere dürfen nicht mitgenommen werden.

B. Bestimmungen für die Zugführer
§  10
Dienstaufgaben
(1) Der Zugführer hat nach den Vorschriften den Zug zu übernehmen, den gesamten Dienst am Zug zu beaufsichtigen und, wo vorgeschrieben, den Dienst als Aufsichtsbeamter oder Rangierleiter wahrzunehmen. Bei Zügen mit durchgehender Bremse ist er für die Ausführung der vorgeschriebenen Bremsproben verantwortlich.

(2) Er hat bei Reisezügen bei der Unterbringung der Reisenden, Prüfung der Fahrausweise, Übernahme und Übergabe des Reisegepäcks mitzuhelfen, ferner soweit besonders angeordnet, Fahrkarten im Zug zu verkaufen, Reisegepäck und Güter abzufertigen und den Dienst des Personen- und Fahrladeschaffners mitzuversehen.

(3) Er ist weiter dafür verantwortlich, daß die vorgeschriebenen Signalmittel und Zubehörstücke des Gepäckwagens, namentlich der Rettungskasten, und die erforderlichen Betriebsstoffe vorhanden, die nicht unter Verschluß befindlichen Signalmittel brauchbar sind und daß am Ende der Fahrt die dem Gepäckwagen entnommenen Signalmittel usw wieder an ihren Platz gebracht werden.

(4) Ergeben sich bei der Übernahme des Zuges Anstände, so sorgt der Zugführer für Abhilfe, nötigenfalls im Benehmen mit dem Rangierleiter oder Aufsichtsbeamten; Beschädigungen und Mängel an Wagen, die nicht alsbald behoben werden können, hat er zu melden.

(5) Die Leitung des Zuges geht auf den Zugführer in dem Augenblick über, wo der zuständige Beamte den Abfahrauftrag erteilt.

(6) Bei Betriebsstörungen, Unfällen und anderen außergewöhnlichen Ereignissen hat der Zugführer nach den Fahrdienstvorschriften und Unfallmeldevorschriften zu handeln.

(7) Der Zugführer soll sich, wenn es seine Dienstgeschäfte zulassen, bei den Vorständen des Betriebsamtes und des Verkehrsamtes und ihren Vertretern, ferner bei den höheren Vorgesetzten unauffällig melden, sobald ihm ihre Anwesenheit im Zuge bekannt wird.


§  11
Ausrüstung
(1) Der Zugführer muß im Dienst die nötigen Drucksachen bei sich führen, ferner einen richtigen Fahrplan, die Signalpfeife, die ihm überwiesenen Schlüssel, eine Handlaterne und die ihm weiter zugeteilten Ausrüstungsgegenstände.

(2) Er hat seine Uhr vor Antritt jeder fahrt nach der Bahnhofsuhr zu stellen und mit der Uhr des Lokomotivführers zu vergleichen. Auf Zeitunterschiede, die er unterwegs an Bahnhofsuhren beobachtet, soll er den Aufsichtsbeamten soweit möglich aufmerksam machen.



C. Bestimmungen für die Schaffner
§  12
Dienstaufgaben der Schaffner
(1) Die Zugschaffner haben nach den Vorschriften den Dienst am Zuge wahrzunehmen, insbesondere die ihnen vom Zugführer zugewiesenen Wagen zu untersuchen, zu kuppeln, die Heizung und Beleuchtung zu bedienen, beim Rangieren und bei der Bremsprobe  mitzuwirken, sowie die Untersuchung und Prüfung der Beschaffenheit und des Zustandes der Ladungen auf Unterwegsstationen vorzunehmen, soweit diese Geschäfte nicht Wagenuntersuchungs- oder Bahnhofsbediensteten übertragen sind; sie haben ferner beim Ein- und Ausladen mitzuhelfen und bei Reisezügen für die Unterbringung der Reisenden sowie für die Sicherheit und Ordnung im Zuge zu sorgen.

(2) Werden auf Bahnhöfen ohne Wagenuntersuchungsbedienstete Wagen mit Faltenbälgen eingesetzt, so haben sie auch darüber zu wachen, daß diese Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt werden.

(3) Unregelmäßigkeiten, die sie nicht selbst abstellen können, melden sie dem Zugführer.


§  13
Ausrüstung
Die Schaffner haben im Dienst die vorgeschriebenen Ausrüstungsgegenstände und die zugewiesenen Geräte und Betriebsstoffe bei sich zu führen, insbesondere eine Signalpfeife, die ihnen übergebenen Schlüssel, eine Handlaterne, außerdem bei Reisezügen das Kursbuch oder den Taschenfahrplan, einen Block Nachlösezettel, die Lochzange und, wenn sie Fahrkarten zu verkaufen haben, die Hilfsmittel hierfür.
Die Datumprägezange ist täglich beim Dienstantritt umzustellen und durch Probe auf ihre richtige Stellung zu prüfen.

§  14
Dienstaufgaben der Triebwagenschaffner
(1) Der Triebwagenschaffner versieht bei den Triebwagenfahrten zugleich den Dienst des Zugführers und eines Reisezugschaffners; die für diese maßgebenden Bestimmungen gelten auch für den Triebwagenschaffner.
Außerdem obliegt ihm die Bedienung des Triebwagens und seiner Einrichtungen, soweit sie nicht Sache des Triebwagenführers ist.

(2) Ist der Triebwagenschaffner einem Bahnbetriebswerk zugeteilt, dann treten für ihn an die Stelle der in § 2 Ziffer 1 genannten Vorgesetzten

a) der Vorstand der Reichsbahn-Maschinenamts,
b) der Vorsteher des Bahnbetriebswerks,
c) ihre Vertreter,
und als nächster Vorgesetzter der Vorsteher des Bahnbetriebswerks.
Der Triebwagenschaffner hat in jedem Falle die dienstlichen Anordnungen der für die technische Untersuchung und Behandlung des Triebwagens zuständigen Aufsichtsbeamten des Bahnbetriebswerks zu befolgen.

(3) Er hat im Dienst die für Zugführer bei Reisezügen in der Anlage 1 bezeichneten Vorschriften, außerdem die Dienstvorschrift für die technische Einrichtung und Behandlung des Triebwagens, ferner die in §§ 11 und 13 vorgeschriebenen Ausrüstungsgegenstände mitzuführen, soweit sie für seinen Dienst nötig sind.


§  15
Inkrafttreten
Diese Dienstanweisung, durch Verfügung der Hauptverwaltung vom 20. März.1931 - 56 500 Pad (Zbegl) für das ganze Gebiet der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft festgesetzt, tritt am 1. Juni 1931 in Kraft. Die bisherigen Dienstanweisungen für Zugführer, Zugschaffner, Triebwagenschaffner und Wagenaufseher werden mit dem gleichen Tage aufgehoben.

Anlage 1 (zu § 3)
Verzeichnis
der Dienstanweisungen und Dienstvorschriften,
die für die Zugbegleitbeamten in Betracht kommen
Bis zur Herausgabe einheitlicher Dienstvorschriften für das ganze Gebiet der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft bestimmen Abweichungen von nachstehender Zusammenstellung die Hauptverwaltung für den Bereich der Reichsbahndirektionen in Preußen und Hessen, die Gruppenverwaltung Bayern für ihren Bereich, die Reichsbahndirektionen für die anderen Bezirke.
A. Persönlich zuzuteilen sind:
a) allen Zugbegleitbeamten:
1. Allgemeine Dienstanweisung für die Reichsbahnbeamten (ADA),
2. Dienstanweisung für die Zugbegleitbeamten (DAZbgel),
3. Fahrdienstvorschriften (FV), Merkblatt für das Zugpersonal betr. Deckung von Zügen auf freier Strecke,
4. Signalbuch (SB)
5. Unfallverhütungsvorschriften (UVV), Teil I und III;

b) den Zugbegleitbeamten im Güterzugdienst außerdem:
6. Vorschriften für die Ausführung der bremstechnischen Untersuchung von Fahrzeugen in luftgebremsten Güterzügen;

c) den Zugbegleitbeamten bei Reisezügen außerdem:
7. Personenbeförderungsvorschriften Teil I (PBV I)
8.
Kursbuch oder Taschenfahrplan,
9.
Dienstvorschrift über die wahlweise Gültigkeit von Fahrkarten in Verkehrsverbindungen mit verschiedenen Wegen sowie von und nach verschiedenen Bahnhöfen
10. Dienstanweisung für die Zählung der Reisenden und Plätze in den dem Personenverkehr dienenden Zügen (DfZ)
11. Dienstvorschrift über die Beleuchtung der Wagen und Lokomotiven mit Preßgas,
12. Anhang zur Dienstvorschrift für elektrische Zugbeleuchtung
13. Vorschriften über Heizung der Züge (HeizV),
14. Dienstanweisung für die Dienstfrauen der D-Züge (DA Dienstfr) (nur den Zugbegleitbeamten im D-Zugdienst);

d) den Zugführern außerdem:
15. Fahrplanbuch für die zu befahrenden Strecken,
16. Übersicht der vorübergehend eingerichteten Langsamfahrstellen (La),
17. Anhänge zu den Fahrdienstvorschriften (AzFV),
18. Personenbeförderungsvorschriften Teil II (PBV II), }
}im Reisezugdienst
}
19. Vorschriften über die Wartezeiten (WzV),
20. Dienstvorschrift für den Fahrkartenverkauf und die Abfertigung von Reisegepäck und Hunden durch die Zugführer (FvdZ),
21. Anleitung zur ersten Hilfe bei Unfällen (DV 415),
22. Dienstvorschrift für die Ermittlung der Betriebsleistungen (VBL) nebst Kilometerzeiger,
23. Güterbeförderungsvorschriften Teil II, Zugbegleitdienst (GBV II),
24. Vorschriften für die Verpackung und Verladung bestimmter Güter (DV 607),
25. Vorschriften für die Beladung der Wagen (DV 608),
26. Vorschriften für die Verladung von Fahrzeugen (auch fahrbaren Maschinen) auf offenen Wagen (DV 609),
27. Dienstanweisung für die Ladebeamten (DA Labea);

e) Zugbegleitbeamten auf elektrisch betriebenen Strecken außerdem:
28. Allgemeine Dienstvorschrift für das auf Strecken mit elektrischer Zugförderung beschäftigte Personal,
29.
Bestimmung über Sondersignale für elektrischen Betrieb,
30.
Bedienungsvorschriften für elektrische Zugheizung;

f) Zugbegleitbeamten, die als Beimänner auf elektrischen Lokomotiven und Triebwagen Dienst leisten, ferner:
31.
Dienstanweisung für die Lokomotivbeamten (DA Lokbea)
Im Dienst haben mitzuführen: die Zugführer die Vorschriften Ziff 2, 3, 4, 5, 15, 16, 17, 21, 22, 23, 24, 25 und 26, die Zugführer bei Reisezügen außerdem Ziff 7, 8, 9, 10, 18, 19, und 20, die Zugführer im Güterzugdienst noch die Vorschrift Ziff 6, die Schaffner bei Reisezügen Ziff 8, die Zugbegleitbeamten auf elektrisch betriebenen Strecken die Vorschriften Ziff 28 bis 30.

B. jederzeit zugänglich zu machen sind:
1. Personalordnung (Perso) der DRG, Teil I,
2. Vorschrift über die Heranziehung der Reichsbahnbediensteten zum Schadensersatz (Ersa),
3. Laufbahnvorschriften für die Zugbegleitbeamten,
4. Dienstdauervorschriften (DDV)
5. Erläuterungen zur Freifahrvorschrift (Freivo),
6. Kleiderkassenvorschrift (Kleivo),
7. Dienstkleidungsordnung (DKO),
8. Vorschriften über die Aufwandsentschädigung des Zugpersonals (VAZ),
9. Zugbildungsplan (Zp),
10. Güterzugbildungsvorschriften (GZV),
11. Vorschriften für den Güterverkehr an Sonntagen (SGV),
12. Übereinkommen über die gegenseitige Benutzung der Güterwagen (VWÜ),
13. Vorschriften für den Gebrauch und die Unterhaltung der Druckluftbremse Bauarten Westinghouse, Knorr und Kunze-Knorr (BrV).
14. Vorschriften über die Druckluftbremse Bauart Schleifer, über Luftsaugebremsen und über die Reibungsbremse Anordnung Heberlein (nach Bedarf)
15. Dienstvorschrift über Feuerlöscher in den Zügen,
16. Vorschriften für den Streckenfernsprechdienst (StVF),
17. Unfallmeldevorschriften (UMV),
18. Wagenunterhaltungsvorschriften (WUV),
19. Personenwagenreinigungsvorschrift (PRV),
20. Dienstvorschrift für den Schlafwagenverkehr (nach Bedarf),
21. Dienstvorschrift über die Überführung von Reisegepäck, Expreßgut und beschleunigtem Eilgut in Berlin (nach Bedarf),
22. Vorschriften für die Behandlung der im Bereich der Eisenbahn zurückgelassenen und gefundenen Gegenstände (FundV),
23. Anweisung zur Bekämpfung ansteckender Krankheiten im Eisenbahnverkehr (Kdm 13),
24. Dienstanweisung für die Zugrevisoren (DA Zrev),
25. Dienstanweisung für die Lokomotivbeamten (DA Lokbea),
26. Dienstanweisung für Zugabfertiger (DA ZA),
27. Dienstanweisung für die Beamten des örtlichen Wagenuntersuchungsdienstes (DA Wub),
28. Dienstanweisung für die Rangierbeamten (DA Rab),
29. Dienstanweisung für die Beamten des Weichen- und Stellwerksdienstes,
30. Dienstanweisung für die Schaffner im Bahnhofsdienst (DABasch),
31. Dienstanweisung für die Bahnwärter und Schrankenwärter (DA Ba-/Schra),
32. Arbeitsordnung (AO) für die Arbeiter der DRG.


Anlage 2 (zu § 8)
Merkblatt zur Sicherung der Beweisstücke eines Eisenbahnfrevels
(1) Tatort möglichst unveränderte erhalten, absperren und bewachen

(2) Polizeibeamte und Polizeihundführer herbeirufen. Vorhandene Spuren und vom Verbrecher berührte oder benutzte Gegenstände vor Berührung mit Händen oder starkriechenden Gegenständen schützen.

(3) Dem untersuchenden Betriebsamt alle Personen bezeichnen, die vor dem Polizeibeamten am Tatort erschienen sind.

(4) Vorhandene Fußspuren mit sauberer leerer Kiste oder großem Blumentopf, hohl gelegten Brettern u dgl schützen. Frisch imprägnierte Holzschwellen und andere stark riechende Gegenstände nicht dazu benutzen. Das Ganze tunlichst gegen Witterungseinflüsse schützen.

(5) Fußabdrücke im Schnee werden gegen Abtauen geschützt, indem man sie mit einer Kiste und diese hoch mit Schnee bedeckt.
Wenn mehrere Fußabdrücke derselben Füße vorhanden, nach Feststellung der Schrittrichtung den besten Abdruck vom rechten und den besten vom linken Fuß überdecken. Fußabdrücke mit besonderen Merkmalen, z B Flecken auf den Stiefelsohlen, Nägeln usw sind auch dann wichtig, wenn der Abdruck nicht vollständig ist.


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