Richtlinien
für die
Verkehrswerbung
(Eigenwerbung)
der Deutschen Reichsbahn
Gültig vom 1. August 1937 ab

1. Abschnitt
Die Verkehrswerbung und ihre Durchführung
§  1. Aufgabe und Ziel

(1) Die Verkehrswerbung hat die Aufgabe, die Leistungen des Unternehmens der Öffentlichkeit anzubieten und sie über das Gebotene aufzuklären.

(2) Ihr Ziel ist, die Benutzung der Reichsbahn zu steigern und damit ihre Wirtschaftlichkeit zu heben.

Der Verkehrswerbung obliegt im besonderen:

Die Aufklärung der Öffentlichkeit über Sinn und Zweck der Verkehrseinrichtungen,

die Unterrichtung der Öffentlichkeit über alle Neuerungen,

die Förderung des Verständnisses für die Maßnahmen auf dem Gebiete der Tarif- und Gebührenpolitik,

die Förderung des Ansehens durch Hervorheben der Vorteile, die den Benutzer der Reichsbahneinrichtungen erwarten,

die Mithilfe bei der Verkehrserziehung der Jugend in den Schulen,




§  2. Bestimmungen des Werberates der deutschen Wirtschaft und ihre Rückwirkung auf die Reichsbahnwerbung

(1) Die Verkehrswerbung der Deutschen Reichsbahn ist Wirtschaftswerbung im Sinne des Gesetzes vom 12. September 1933, RGBl. I S 625.

(2) Die mit ihr befaßten Stellen der Reichsbahn sind nach er zweiten Bekanntmachung des Werberates der deutschen Wirtschaft vom 1. November 1933 "Werbungtreibende", Reichsanzeiger vom 1. November 1933, Nr. 256; sie treiben "Eigenwerbung", d h sie werben für die eigene entgeltliche Leistung.

(3) Eigenwerbung liegt auch dann vor, wenn die Verkehrswerbung mit anderen Unternehmen (z B Schiffahrt, Gepäckversicherung usw) zusammen betrieben wird, sofern sie erkennen läßt, wer der Nutznießer der Werbung ist ("Sammelwerbung").

(4) Eine Verkehrswerbung dagegen, die mittelbar oder unmittelbar mehreren nicht von vornherein bestimmten Unternehmen zugute kommt, gilt als "Gemeinschaftswerbung"; ihr Veranstalter ist nicht "Werbungtreibender", sondern "Werber" im Sinne des Gesetzes.

(5) Die Form der Werbung hat den Richtlinien des Werberates der deutschen Wirtschaft zu entsprechen.

Ihre wichtigsten Bestimmungen lauten:

"Die Werbung hat in Gesinnung und Ausdruck deutsch zu sein. Sie darf das sittliche Empfinden des deutschen Volkes insbesondere sein religiöses, vaterländisches und politisches Fühlen und Wollen nicht verletzen.

Die Werbung soll geschmackvoll und ansprechend gestaltet sein. Verunstaltungen von Bauwerken, Ortschaften und Landschaften müssen unterbleiben.

Wer Wirtschaftswerbung ausführt, hat dabei als ehrbarer Kaufmann zu handeln. Alle Angaben müssen wahr und klar sein und die Möglichkeit einer Irreführung vermeiden. Die Werbung darf nicht amtlichen Zeichen und Formen (z b Hoheitszeichen, Banknoten, Verkehrszeichen oder behördlichen Verlautbarungen) nachgebildet sein.

Sie darf weiter nicht in marktschreierischer Weise oder durch Übertreibung verlocken, sondern soll in sachlicher Beweisführung die Vorteile der eigenen Leistung hervorheben. Der Wettbewerber darf nicht herabgesetzt werden.

(6) Darüber hinaus ist noch folgendes zu beachten:
In der Werbung sind höchste Steigerungsstufen und Vergleiche mit anderen Verkehrsmitteln zu vermeiden. Urheberrechte dürfen in den Werbemitteln nicht herabgesetzt werden.

Das Künstlerische soll in der Werbung zwar gepflegt werden, aber nicht allein bestimmend sein, muß vielmehr immer Mittel zum Zweck bleiben. Es kommt in erster Linie darauf an, dem Kunden die Vorteile, die er aus der Benutzung der Reichsbahneinrichtungen zu erwarten hat, möglichst sinnfällig und eindrucksvoll vor Augen zu führen.

Humoristische Darstellung von Vorgängen kann unter Umständen wirksam sein. Sie muß aber maßvoll bleiben und darf weder den Kunden noch den Eisenbahner verletzen.




§  3. Gegenstand und Zeitpunkt der Werbung

(1) Die Verkehrswerbung soll sich auf alle Reichsbahneinrichtungen erstrecken, die dem öffentlichen Verkehr dienen, dabei sollen besonders die Einrichtungen zum Gegenstand  der Werbung gemacht werden, deren Benutzung zu wünschen übrig läßt oder die dem Wettbewerb anderer Verkehrsmittel besonders ausgesetzt sind.

(2) Die Privatbahnen, die in engster Verbindung mit der Reichsbahn arbeiten und ihr wertvolle Zubringer- und Verteilerdienste leisten, können je nach dem Gegenstand zweckmäßig in die Werbung einbezogen werden, so daß es sich unter Umständen empfiehlt, nicht nur von der Reichsbahn, sondern von der Eisenbahn schlechthin zu sprechen. Dadurch wird oft den Werbeschriften eine größere Verbreitung und damit auch eine größere Wirkung gesichert.

(3) Eine sorgfältige Verkehrsbeobachtung und die Verfolgung der Werbetätigkeit anderer Verkehrsmittel wird im Einzelfalle ergeben, wofür und wann eine Werbung nötig und zweckmäßig ist. Wenn auch hiernach die Werbung an bestimmte Zeiten im allgemeinen nicht gebunden ist, so kann es je nach dem Gegenstand der Werbung doch zweckmäßig sein, sie möglichst in die Zeit unmittelbar vor zu erwartenden größeren Verkehrsbewegungen zu legen. So wird z B eine Werbung für den Eilgut- oder Expreßgutverkehr oder den Verkehr mit Festtagsrückfahrkarten vor den großen Festen, für den Personen- und Gepäckverkehr vor Beginn der Reisezeit am wirksamsten sein.

(4) Bei der Werbung für Neuerungen und Verbesserungen im Eisenbahnverkehr ist rechtzeitig Einleitung der Vorbereitungen für die Werbung nötig, damit die Werbemaßnahmen schlagartig mit der Einführung der Neuerungen einsetzen. Dazu ist es notwendig, daß alle Stellen, die mit der Vorbereitung solcher Maßnahmen befaßt sind, die zuständigen Werbestellen rechtzeitig rechtzeitig von dem Gang der Vorbereitungen und dem voraussichtlichen Zeitpunkt der Einführung unterrichten und  ihnen Gelegenheit geben, an den vorbereitenden Beratungen, namentlich solchen abschließender Art, teilzunehmen. insbesondere sind die Niederschriften über solche Beratungen alsbald zu übersenden.



§  4. Der Aufbau der Verkehrswerbung

(1) Alle Glieder der Reichsbahn haben im Rahmen ihrer Zuständigkeit an der Steigerung der Leistungen, der Verbesserung der Verkehrseinrichtungen mitzuarbeiten und ihrer Anpassung an die Bedürfnisse des Verkehrs mitzuarbeiten und ferner die mit der eigentlichen Verkehrswerbung betrauten Stellen nach Kräften zu unterstützen.

(2) Neben den Stellen der Reichsbahn selbst sind die für die Verkehrswerbung der Reichsbahn mittelbar tätig die der Einwirkung der Reichsbahn unterstehenden Gesellschaften, wie die Reichsbahnzentrale für den deutsche  Reiseverkehr (RDV), das Mitteleuropäische Reisebüro GmbH (MER), die Mitteleuropäische Schlafwagen- und Speisewagen-AG (Mitropa), die Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank (DVKB).



§  5. Reichsverkehrsministerium

(1) Die Eisenbahnabteilungen des Reichsverkehrsministeriums geben Richtlinien für die gesamte Verkehrswerbung heraus und entscheiden, in welchem Umfange Verkehrswerbung getrieben werden soll.



§  6. Reichsbahn-Werbeamt

(1) Für die Durchführung zentraler Aufgaben der Verkehrswerbung bedienen sich die Eisenbahnabteilungen des Reichsverkehrsministeriums des ihnen unmittelbar unterstellten Reichsbahn-Werbeamtes für den Personen- und Güterverkehr, Berlin W 9, Potsdamer Straße 124, dessen Zuständigkeit im einzelnen durch eine besondere Geschäftsanweisung geregelt ist. Grundsätzlich obliegt diesem Amt die Pflege der allgemeinen Verkehrswerbung für alle Dienstzweige nach einem von ihm aufzustellenden Werbeplan, der die einzelnen Werbevorhaben auf dem Gebiete der allgemeinen Verkehrswerbung nachweist, soweit sie sich im voraus festlegen lassen. Dagegen gehören Maßnahmen zur Zuständigkeit der Reichsbahndirektionen, die lediglich den Geschäftsbereich einer Reichsbahndirektion berühren oder sich nur im Nachbarverkehr über eine Direktionsgrenze auswirken oder nur Einzelfälle betreffen (z B einzelne Verwaltungssonderzüge).

(2) Der Werbeplan wird den Reichsbahndirektionen, den Reichsbahn-Zentralämtern und Oberbetriebsleitungen übersandt und bildet die Unterlage für die ergänzende Werbung dieser Stellen.

(3) Das Werbeamt hat die Aufgabe, im Bereiche der Reichsbahn für einheitliches und planmäßiges Arbeiten und für eine möglichste Wirtschaftlichkeit in der Werbetätigkeit zu sorgen.



§  7. Reichsbahndirektionen

(1) Die Reichsbahndirektionen treiben eine den Werbeplan des Reichsbahn-Werbeamtes ergänzende Verkehrswerbung. Es wird sich dabei in der Regel um Werbemaßnahmen handeln, die lediglich ihren eigenen Geschäftskreis berühren, sich nur im Nachbarverkehr über eine Direktionsgrenze hinaus auswirken oder nur Sondereinrichtungen ihres Bezirkes und Einzelfälle betreffen.

(2) Die Reichsbahndirektionen, Reichsbahn-Zentralämter und Oberbetriebsleitungen leiten dem Werbeamt rechtzeitig zu:

a) etwaige Anregungen für den Werbeplan und die allgemeine Verkehrswerbung,
b) das von ihnen oder nachgeordneten Stellen herausgegebene Werbematerial.
(3) Ferner unterrichten sie das Werbeamt über neuartige Werbemaßnahmen und Methoden, auch wenn die Maßnahmen nur ihren eigenen Geschäftsbereich berühren.

(4) Zur Sicherstellung einer engen Zusammenarbeit mit den übrigen an der Verkehrswerbung beteiligten Stellen werden bei den Reichsbahndirektionen die allgemeinen Angelegenheiten der Verkehrswerbung von einem der Verkehrs-Dezernenten federführend bearbeitet. Dieser Dezernent hat unbeschadet der selbständigen Einleitung und der sachlichen Durchführung der einzelnen Werbemaßnahmen durch den jeweils zuständigen Sachdezernenten für einheitliche und planmäßige Werbung innerhalb des Bezirks zu sorgen. Er unterhält insbesondere die Verbindung mit dem Reichsbahn-Werbeamt. Die besonderen Aufgaben des Pressedienstes werden hierdurch nicht berührt.

(5) Von den Werbeveranstaltungen der Reichsbahndirektionen, an denen die Öffentlichkeit in größerem Umfange beteiligt ist, ist das Werbeamt rechtzeitig zu unterrichten.

(6) Um die wichtige persönliche Fühlungnahme mit Verkehrtreibenden und Reisenden zu fördern, kann der Einsatz von Werbebeamten zweckmäßig sein. Ob diese Werbebeamten haupt- oder nebenamtlich beschäftigt werden, ob sie der Reichsbahndirektion, den Verkehrsämtern oder Dienststellen unterstellt werden, richtet sich nach den örtlichen Verhältnissen des Bezirks und dem Umfang der Werbeaufgaben. Diese Fragen entscheiden die Reichsbahndirektionen.



§  8. Reichsbahn-Verkehrsämter

(1) Die Vorstände der Verkehrsämter sollen sich nach ihrer Geschäftsanweisung um rege und angenehme Beziehungen möglichst durch persönliche Fühlungnahme zwischen der Reichsbahn und den Verkehrtreibenden bemühen, neuen Verkehr werben und verlorengegangenen zurückgewinnen suchen. Sie werden sich hierbei vielfach der besonderen Werbebeamten bedienen können.

(2) Die den Verkehrsamtsvorständen auf dem Gebiete der Verkehrswerbung übertragenen Aufgaben zwingen sie zu aufmerksamer Beobachtung des Verkehrs und der Entwicklung der im Wettbewerb zur Reichsbahn stehenden Verkehrsmittel ihres Amtsbezirks. Diese Beobachtungen sollen nicht nur den Amtsvorständen Anlaß zu eigenen Maßnahmen geben, sondern müssen gleichzeitig auch zum Ausgangspunkt von Verkehrsmaßnahmen gemacht werden, die von anderen Stellen einzuleiten und durchzuführen sind. Die Amtsvorstände können auf Grund ihrer Beobachtungen gut beurteilen, welche Einrichtungen der Reichsbahn eine besondere Werbung wünschenswert erscheinen lassen, welche Werbemittel zweckmäßig anzuwenden sein werden und welche Kreise von der Werbung zu erfassen sind. Ihre Anregungen, denen sie auch Vorschläge für die Ausgestaltung der Werbung beifügen können, haben sie von Fall zu Fall der vorgesetzten Reichsbahndirektion zu geben.

(3) In welchem Umfange die Vorstände der Verkehrsämter selbst durch Veröffentlichungen Verkehrswerbung zu treiben haben, bestimmt die Reichsbahndirektion.

(4) Dem Vorstand des Verkehrsamtes obliegt die Überwachung der Durchführung der Werbemaßnahmen durch die Dienststellen seines Bezirks. Der Amtsvorstand und sein Vertreter müssen sich bei ihren Dienstreisen und gelegentlich ihrer Besuche bei den Dienststellen von der ordnungsmäßigen und zweckmäßigen Verteilung und Anbringung des Werbematerials überzeugen.

(5) Die Amtsvorstände und ihre Vertreter müssen sich ferner über die Wirkung und den Erfolg der Werbemaßnahmen unterrichten und über ihre Feststellungen der Reichsbahndirektion gegebenenfalls  berichten, damit daraus Schlüsse für eine gute Gestaltung der Werbung gezogen werden können.



§  9. Dienststellen

(1) Die Dienststellen, vor allem Güterabfertigungen, Fahrkartenausgaben, Gepäckabfertigungen und Bahnhöfe als die mit den Verkehrtreibenden und Reisenden in engster Berührung stehenden Reichsbahnstellen müssen den Verkehr ihres Bereichs ständig beobachten und alle Vorgänge und Veranstaltungen, die Werbemaßnahmen erforderlich oder zweckmäßig erscheinen lassen, umgehend dem vorgesetzten Verkehrsamt melden.

(2) Ebenso haben sie die Kunden über alle Änderungen und Verbesserungen im Abfertigungs- und Beförderungsdienst und über alle Tarifmaßnahmen von Bedeutung laufend zu unterrichten.

(3) Von den Dienststellenleitern der Güterabfertigungen wird erwartet, daß sie wenigstens die größeren Verfrachter in gewissen Abständen regelmäßig besuchen, auch wenn kein besonderer Grund hierzu vorliegt. Auch die übrigen Beamten und Arbeiter der Güterabfertigung müssen Kundendienst pflegen und jederzeit helfend und beratend tätig sein.

(4) Dienststellenleiter und Personal der Fahrkartenausgaben müssen versuchen, mit allen wichtigeren Organisationen und Vereinen in ihrem Bereich Fühlung zu erhalten. Vor allem aber mit den örtlichen Verkehrsvereinen ist engste Verbindung möglichst durch Mitgliedschaft des Dienststellenleiters anzustreben, soweit diese Verbindung nicht durch die Reichsbahndirektion oder das Verkehrsamt aufrecht erhalten wird.

(5) Auch über bevorstehende außergewöhnliche Beförderungsvorgänge im Personen-, Güter- und Tierverkehr muß das Verkehrsamt unterrichtet werden, damit sie gegebenenfalls für Presseveröffentlichungen verwertet werden können.

(6) Gute Lichtbilder über solche Vorgänge sind den Werbestellen, namentlich dem Reichsbahn-Werbeamt jederzeit  erwünscht.



§ 10. Reichsbahn-Auskunftei und besondere Güterauskunftstellen

(1) Die Reichsbahn-Auskunftei für Güterverkehr, berlin W 9, Potsdamer Straße 124, und die daneben in einzelnen Orten noch bestehenden besonderen Güterauskunftstellen haben den Kunden nicht nur klare und erschöpfende Auskunft auf ihre Fragen zu erteilen, sondern müssen sie auch in jeder Hinsicht sachkundig beraten. Sie müssen dabei die reichlichen Gelegenheiten, werbend zu wirken, auszunutzen, indem sie die Kunden über alle Neuerungen und Verbesserungen im Tarif- und Verkehrsdienst unterrichten und sie auf die im Einzelfalle für sie daraus entspringenden Vorteile aufmerksam machen. Auch bei schriftlichen Bescheiden können sie jede Gelegenheit benutzen, Werbeschriften usw mit empfehlenden Worten zu überreichen.

(2) Die Auskunftstellen müssen ferner die Anfragen der Kunden in jeder Richtung hin auszuwerten versuchen und besonders dort, wo ein Wettbewerb anderer Verkehrsmittel vorliegt oder vorzuliegen scheint, die zuständigen Stellen verständigen, damit sie geeignetenfalls eingreifen können.



§ 11. Generalvertretungen der Deutschen Reichsbahn im Auslande

(1) Die Generalvertretungen der Deutschen Reichsbahn im Auslande haben in Werbeangelegenheiten mit dem Reichsbahn-Werbeamt engste Tuchfühlung zu halten. Sie haben insbesondere die Verkehrswerbung der Länder und Verkehrsmittel ihres Amtsbereiches zu beobachten und alles Wissenswerte darüber dem Werbeamt mitzuteilen, und zwar möglichst unter Übersendung des ausländischen Werbematerials

(2) Das Reichsbahn-Werbeamt hält seinerseits die Beauftragten und Verkehrsagenturen im Auslande über seine eigenen Werbemaßnahmen, soweit sie für das Ausland von Interesse sind, auf dem laufenden und unterstützt und berät sie in der allgemeinen Verkehrswerbung.


2. Abschnitt
Hilfsmittel der Verkehrswerbung
§ 12. Allgemeines

(1) Im allgemeinen kann sich die Verkehrswerbung der Reichsbahn der gleichen Werbemittel bedienen, wie sie in der kaufmännischen Werbung angewandt werden, jedoch muß eine der Bedeutung und dem Ansehen der Reichsbahn als staatliches Verkehrsmittel entsprechende Zurückhaltung gewahrt bleiben. Das Gefühl für die Würde der Reichsbahn wird vor der Anwendung ungeeigneter Mittel und Werbearten bewahren.

(2) Welche Hilfsmittel im Einzelfall für die Werbung einzusetzen sind, richtet sich nach dem Umfang der Werbung, dem zu erfassenden Personenkreis und nicht zuletzt auch nach den für die Werbung zur Verfügung stehenden Geldmitteln und ihrer wirtschaftlichen Verwendung.



§ 13. Persönliche Einwirkung auf den Kunden

(1) Die persönliche Fühlungnahme mit dem Kunden vermag am besten seine Bedürfnisse und Wünsche zu ergründen und Mißverhältnisse auszuräumen. wenn einer solchen persönlichen Fühlungnahme bei dem großen Kundenkreis der Reichsbahn auch gewisse Grenzen gezogen sind, so darf das nicht davon abhalten, sie in weitgehendem Maße zu suchen.



§ 14. Führungen und Vorträge

(1) Führungen und Vorträge sind ein gutes Mittel, die Öffentlichkeit, vor allem auch die Presse, über Sinn und Einrichtungen der Reichsbahn aufzuklären und sie mit Neuerungen bekanntzumachen. Zu solchen Führungen und Vorträgen sind geeignete Gelegenheiten, wie Tagungen, Kongresse usw auszunutzen. Die besondere Betreuung der Reichspresse sowie der Großberliner Presse ist zunächst Sache des Pressedienstes des Reichsverkehrsministeriums, Veranstaltungen für diesen Kreis sind mit dem Pressedienst des Reichsverkehrsministeriums zu besprechen. Über Veranstaltungen mit der Provinzpresse ist der Pressedienst des Reichsverkehrsministeriums rechtzeitig vorher zu unterrichten.

(2) Die Inbetriebnahme neuer Einrichtungen in Verbindung mit besonderen Veranstaltungen kann ebenfalls Gelegenheit bieten, durch Filmvorführungen mit kurzen Vorträgen und Verteilung von Werbedrucksachen an die Teilnehmer aufklärend zu wirken und die Volkstümlichkeit der Reichsbahn zu fördern. Wenn es sich bei solchen Anlässen um besonders große Veranstaltungen handelt, ist das Werbeamt rechtzeitig zu verständigen, damit es nötigenfalls Werbematerial usw hierzu zur Verfügung stellen kann.

(3) Auch in den Schulungskursen der Fachschaften der Deutschen Arbeitsfront und anderer Verbände ist durch Übernahme von Vorträgen über Eisenbahneinrichtungen oder durch Überlassung geeigneten Vortragsstoffes (Lichtbilder, Filme usw) Werbearbeit zu leisten.

(4) Das gleiche gilt für die öffentlichen Schulen, die in ihren Lehrplan die Verkehrserziehung der Jugend aufgenommen haben.



§ 15. Presse und Rundfunk

(1) Eine freundschaftliche, verständnisvolle Zusammenarbeit mit der Presse ist unbedingt erforderlich. Die Öffentlichkeit wünscht durch die Presse über alle Vorkommnisse bei der Deutschen Reichsbahn unterrichtet zu werden. Deshalb ist es notwendig, den Schriftleitungen hierzu durch Notizen oder flüssig geschriebene Aufsätze den notwendigen Stoff an die Hand zu geben. Liegt eine besondere Werbeabsicht einzelner Reichsbahnstellen zu bestimmten Zwecken vor, dann kommt auch die Aufgabe einer werbewirksam aufgemachten Anzeige in Frage. Form und Inhalt einer Anzeige richten sich nach ihrem Zweck und nach den verfügbaren Mitteln. Wichtig ist auch in jedem Falle die Wahl eine Blickfanges in der Anzeige, und eine möglichst sparsame Verwendung von Text. Soweit Abhandlungen über bestimmte Gebiete von den Zeitungen gewünscht werden und den Reichsbahndirektionen kein geeigneter Stoff zur Verfügung steht, kann das Reichsbahn-Werbeamt in Anspruch genommen werden.
Die besonderen Bestimmungen für die Handhabung des Pressedienstes werden hierdurch nicht berührt.

(2) Für eilige Bekanntmachungen an die Öffentlichkeit kann auch der Rundfunk in Anspruch genommen werden, wenn auch nur selten eine solche Inanspruchnahme als eine ausgesprochene Werbung zu betrachten ist. Darüber hinaus wünschen die deutschen Sender vielfach Hörberichte über bestimmte Einrichtungen der Deutschen Reichsbahn oder Vorträge von Reichsbahnbeamten zur Belebung ihres Programms zu bringen, dem nach Möglichkeit stattzugeben ist. Zu einer fruchtbringenden Zusammenarbeit mit dem Rundfunk ist ständige Fühlungnahme mit den Stellen der Reichsrundfunk GmbH erforderlich.



§ 16. Aushänge und Werbeschriften

(1) Eine bedeutungsvolle Rolle in der Eigenwerbung der Reichsbahn kommt den Aushängen und Werbeschriften zu. Über ihre äußere Gestaltung gilt sinngemäß das über die Zeitungsanzeige Gesagte. Bei Auswahl der Papiergröße sind die Normen nach Anhang I zu beachten. Umfang, Auflage, Bildschmuck, Papiersorte, Herstellungsverfahren usw sind abhängig vom Zweck des Aushanges oder der Werbeschrift und von den zur Verfügung stehenden Mitteln. In allen Zweifelsfragen gibt hier das Reichsbahn-Werbeamt Auskunft.

(2) Ausschlaggebend für den Erfolg der Werbemittel ist, daß sie auch an die Kreise herangetragen werden, auf die sie einwirken sollen. Um dieses Ziel zu erreichen, muß den Werbeaushängen der Reichsbahn der günstigste Platz auf den Bahnhöfen und überhaupt auf Bahngebiet eingeräumt werden. Ungültige oder unansehnlich gewordene Aushänge müssen sofort entfernt oder ersetzt werden. Rahmen oder Leuchtkästen zur Aufnahme von Werbeaushängen erhöhen die Werbewirkung. Unbeschadet der selbstverständlich streng zu beachtenden Bestimmungen über Wirtschaftswerbung des Werberates der Deutschen Wirtschaft wird es vielfach möglich sein, Werbeaushänge auch außerhalb des Bahngebietes anzubringen.

(3) Um eine zweckmäßige Verteilung von Werbeschriften, Faltblättern usw zu erreichen, legen die Verkehrsdienststellen und etwa sonst noch in Frage kommende Stellen ihren Bedarf an Aushängen oder Werbeschriften getrennt für den Personen-, Gepäck-, Expreßgut- und Güterverkehr fest. Die Verkehrsämter führen, sofern sie in die Verteilung eingeschaltet sind, Listen, aus denen der Bedarf jeder Dienststelle an den einzelnen Werbemitteln hervorgeht. Zur Ermittlung des Bedarfs sind etwa vorhandene Kundenkarteien oder Listen heranzuziehen.

(4) Für den Versand von Werbemitteln werden oftmals Adrema-Maschinen, auch wenn sie bei anderen Dienststellen (Bahnhofskassen, Ausbesserungswerken) stehen, vorteilhaft benutzt werden können. Zur Verteilung von Werbedrucksachen, die für einen sehr großen, schwer bestimmbaren Kundenkreis gedacht sind, wird häufig auch der Versand als Postwurfsendung (frei Ablösung Reich) in Frage kommen. Selbstverständlich ist auch von allen sonstigen Verteilungsmöglichkeiten z B an den Schaltern, in den Zügen, bei Ausstellungen usw Gebrauch zu machen. Die zweckmäßigste Form der Verteilung kann nur für jeden Einzelfall von der Reichsbahndirektion oder dem Verkehrsamt bestimmt werden. Es muß aber vermieden werden, Werbemittel zu verschleudern oder übermäßig große Bestände zu halten, die nicht aufgebraucht werden können.



§ 17. Ausstellungen und Messen

(1) Ausstellungen bieten eine günstige Gelegenheit, auf einen großen Personenkreis einzuwirken. Deshalb wird die Reichsbahn die Gelegenheit zur Beteiligung in allen den Fällen erwägen müssen, in denen die Gewähr besteht, daß die Reichsbahn in wirkungsvoller und würdiger Weise zur Geltung gelangen kann. Sobald die Beteiligung feststeht, sind das Reichsbahn-Werbeamt und die Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr wegen der von diesen Stellen zu leistenden Unterstützung zu verständigen. Die Grundsätze der Beteiligung und einer etwaigen Genehmigung durch die Eisenbahnabteilungen des Reichsverkehrsministeriums sowie die den beteiligten  Reichsbahnstellen dabei zugewiesenen Aufgaben sind in der Verfügung vom 21. März 1936 - 3 Awva (allgemein) - im einzelnen näher enthalten.



§ 18. Lichtbilder und Filme

(1) Lichtbilder (Diapositive), Bildstreifen und Filme werden in steigendem Maße auch zur Verkehrswerbung herangezogen. Das Reichsbahn-Werbeamt besitzt eine Reihe von Schwarz- und Buntdiapositiven sowie von Bildstreifen, die zu Werbezwecken zur Verfügung gestellt werden können. Diapositive müssen einheitlich die Größe 8,5 x 10 cm erhalten.

(2) Die vom Reichsbahn-Werbeamt im Zusammenarbeit mit der Reichsbahn-Filmstelle als Normal- oder als Schmalfilm herausgebrachten Reichsbahn-Kultur- und Werbefilme in stummer und tönender Fassung werden durch den Verleih der Reichsbahn-Filmstelle leihweise abgegeben.

(3) Die Verzeichnisse der Diapositive und Bildstreifen und der Filme gehen den Reichsbahndirektionen laufend zu. Anregungen zur Herstellung weiterer Diapositive und Bildstreifen sind dem Werbeamt zuzuleiten; Anregungen zur Herstellung von Kultur- und Werbefilmen sind den Eisenbahnabteilungen des Reichsverkehrsministeriums vorzulegen.
 


3. Abschnitt
Schußbestimmungen
§ 19. Inkrafttreten

Diese Vorschrift tritt am 1. August 1937 in Kraft.


Anhang
Anlage I  § 16
Normenblätter der Papiergrößen für Werbedrucksachen

An dieser Stelle werden im Originaldokument Auszüge aus der DIN 476 "Papierformate" und der DIN 5000 "Faltblätter für Verkehrswerbung" wiedergegeben.

Anlage II  § 17
Verfügung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft, Hauptverwaltung, Der Generaldirektor 5 Awa (allgemein) betr. Ausstellungen

Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft
Hauptverwaltung - Der Generaldirektor
5 Awa (allgemein)

An die Reichsbahndirektionen und Reichsbahn-Zentralämter
- je besonders -

Berlin W 8, den 21. März 1936

Betr. Ausstellungen
I.
Die Deutsche Reichsbahn beteiligt sich, soweit nicht Veranstaltungen der Eigenwerbung vorliegen, alljährlich an einer Anzahl von öffentlichen Ausstellungen. Maßgebend für die Beteiligung können sein:

a) Zusammenarbeit mit der Reichsregierung, wie z B bei der Ausstellung "Deutsches Volk - Deutsche Arbeit" Berlin 1934;
b) eisenbahntechnische Interessen bei technischen Veranstaltungen, wie z B schweißtechnische Ausstellungen (Essen und Stuttgart)
c) Förderung der Güter- und Personenverkehrswerbung, wie es bei der Mehrzahl der Veranstaltungen der Fall ist.
Für die Beteiligung kommen grundsätzlich nur Ausstellungen in Frage, auf denen die Reichsbahn in wirkungsvoller und würdiger Weise zur Geltung gelangen kann, da sie bei ihrer engen Verbundenheit mit fast allen Gebieten der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens sich sonst keiner Beteiligung entziehen könnte. Davon abgesehen muß in jedem Falle geprüft werden, ob die etwa aufzuwendenden Kosten zu dem Wert der Veranstaltung in richtigem Verhältnis stehen. Es ist daher geboten, die Teilnahme auf solche Fälle zu beschränken, in denen sie durch besonders wichtige Fach- und Werbeinteressen oder durch die Größe und Bedeutung der Ausstellung von selbst gegeben ist und ein Beiseitestehen der Reichsbahn ihren Interessen nicht dienlich wäre. Falls eine Beteiligung unter Beachtung dieser Gesichtspunkte notwendig erschienen sollte, ist bei kleineren Veranstaltungen, bei denen vielleicht schon die Bereitstellung von Werbedrucktafeln und Bildaushängen genügt, tunlichst im Benehmen mit dem Reichsbahn-Werbeamt und der Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr das in Frage kommende Material zu beschaffen, ohne daß die Reichsbahn als "Aussteller" in Erscheinung zu treten braucht. Die Entscheidung darüber, ob im Einzelfall eine besondere Reichsbahnschau vorzuziehen ist, kann die zuständige Reichsbahndirektion von sich aus treffen, wenn die Veranstaltung rein örtlichen Charakter hat und die  für die Durchführung erforderlichen Kosten, die aus den mit dem Wirtschaftsplan überwiesenen Mitteln zu decken sind, nicht mehr als 1000 RM insgesamt betragen. (Bei Bemessung derartiger Aufwendungen sind sämtliche durch die Veranstaltung voraussichtlich entstehenden Kosten zu berücksichtigen.) Bei größeren Veranstaltungen, die über die örtliche Bedeutung hinausgehen (z B Reichsausstellungen, Wanderausstellungen) oder bei denen eine Beteiligung der Reichsbahn größere Aufwendungen erfordert, ist die Genehmigung der Hauptverwaltung rechtzeitig einzuholen. Hierbei ist die in Aussicht genommene Gestaltung der Reichsbahnschau, die Höhe der voraussichtlich entstehenden Kosten sowie ferner anzugeben, ob etwa an die Veranstalter der Ausstellung eine Platzmiete gezahlt werden muß und, sofern dies der Fall sein sollte, weshalb es nicht möglich war, den regelmäßig zu fordernden Verzicht auf Platzmiete herbeizuführen. Die Kosten, die nach ihrer Art dort zu verrechnen sind, wohin sie gehören, dürfen den von uns bewilligten Gesamtbetrag nicht übersteigen. Es ist daher unzulässig, Ausgaben, die zu den Ausstellungskosten gehören, für diese Zwecke nicht zu erfassen, um auf diese Weise etwa eine Überschreitung der für die Ausstellung genehmigten Mittel zu verschleiern. Mit dem Aufbau einer Reichsbahn-Sonderschau wird grundsätzlich die örtlich zuständige Reichsbahndirektion betraut, der dadurch Gelegenheit zu eigener wirkungsvoller Betätigung unter Wahrung des landsmannschaftlichen Charakters gegeben werden soll. In den meisten Fällen wird zur Erzielung einer wirkungsvollen Werbung neben der Hinzuziehung der Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr auch die Mitwirkung des Reichsbahn-Werbeamts geboten sein. Letzteres stellt die von ihm gelieferten Drucksachen und bei ihm etwa vorhandenes Ausstellungsmaterial kostenfrei zur Verfügung; bare Zuschüsse dürfen von dem Werbeamt für Zwecke einer Ausstellung ohne unsere Ermächtigung nicht geleistet werden. In jedem Falle ist auch zu prüfen, ob Gelegenheit zur Ergänzung der Reichsbahnschau durch wirkungsvolle Filmvorführungen gegeben ist. Bejahendenfalls ist mit der Filmstelle beim Reichsbahn-Zentralamt Berlin und der Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reichsverkehr in Verbindung zu treten.
Auf das Ausstellungsmaterial der Verkehrsmuseen in Berlin und Nürnberg ist nur ausnahmsweise zurückzugreifen, da die Schaustücke dieser Museen - abgesehen davon, daß sie erfahrungsgemäß nicht unerheblichen Beschädigungen durch den Transport ausgesetzt sind - erster Linie für ihre Besucher bestimmt sind und deshalb den Museen grundsätzlich nicht entzogen werden sollen.
Nach Beendigung jeder genehmigungspflichtigen Ausstellung ist über deren Aufbau, Kosten und Erfolg kurz zu berichten.
Um die Einhaltung vorstehender Richtlinien zu gewährleisten, ist bei allen Reichsbahndirektionen und Reichsbahn-Zentralämtern ein bestimmtes Dezernat federführend mit allen Ausstellungsangelegenheiten zu betrauen.

II.
Die bisher bei der Reichsbahndirektion Essen in Witten geführte Sammelstelle für Ausstellungsgegenstände ist nach Berlin Güterbahnhof H u L verlegt und dem Reichsbahn-Werbeamt für den Personen- und Güterverkehr, Berlin W 9, Potsdamer Str 124, unterstellt worden. Die mit der Durchführung von Reichsbahn-Sonderschauen betrauten Reichsbahndirektionen melden künftig nach Abschluß jeder Veranstaltung dem Reichsbahn-Werbeamt alle Ausstellungsgegenstände, die wegen ihres bleibenden Wertes für eine Aufbewahrung in der Sammelstelle geeignet sind. Die Gegenstände sind unter Angabe ihrer charakterlichen Merkmale sowie ihrer Flächen- und Raumabmessungen kurz zu beschreiben; falls angängig, sind drei Abbildungen beizufügen. Wegen der kostenlosen Abgabe und Überführung in die Sammelstelle veranlaßt das Reichsbahn-Werbeamt das Weitere, sofern nicht etwa Umfang und Gewicht Transportschwierigkeiten verursachen sollten. In rückliegender Zeit haben Reichsbahnstellen die Meldungen oft nur lückenhaft gemacht und die Abgabe der Modelle manchmal auch mit der Begründung verweigert, daß sie ständig gebraucht würden oder in Dienstgebäuden untergestellt werden sollten. Eine derartige Einstellung widerspricht dem mit der Einrichtung der Sammelstelle verfolgten Zweck: alles bereits vorhandene und wiederverwendbare Material unter Vermeidung unnötiger Kosten weiteren Ausstellungen nutzbar zu machen. Die Zurückhaltung geeigneter Gegenstände und Modelle könnte daher nur ausnahmsweise, z B für ständige Lehrzwecke, in Betracht kommen. Das Reichsbahn-Werbeamt, das künftig von jeder Genehmigung einer Ausstellung durch die Hauptverwaltung benachrichtigt werden wird, hat, soweit nötig, bei diesem Verfahren mitzuwirken.
Das Reichsbahn-Werbeamt stellt auf Grund der eingegangenen Meldungen und der von ihm etwa geforderten Ergänzungen ein Gesamtverzeichnis des vorhandenen Ausstellungsdauermaterials auf, aus derm der Aufbewahrungsort der Gegenstände und die für ihre Abgabe etwa in Frage kommende Reichsbahndirektion ersichtlich ist. das Verzeichnis, das auch alle von der Sammelstelle selnbst beschafften Gegenstände enthält, wird der Hauptverwaltung, den Reichsbahndirektionen und den Reichsbahn-Zentralämtern übersandt und durch zeitweise erscheinende Nachträge auf dem laufenden gehalten.
Die mit der Vorbereitung von Ausstellungen betrauten Reichsbahndirektionen haben dem Reichsbahn-Werbeamt diejenigen Gegenstände zu bezeichnen, die ihnen für die betreffende Ausstellung zur Verfügung gestellt werden sollen. dre Bedarf ist möglichst frühzeitig anzumelden, da die einzelenn Ausstellungen sich bisweilen zeitlich überschneiden. Nach Beendigung der Ausstellung sind die entliehenen Stücke unverzüglich wieder zurückzugeben.
Wir ersuchen, dem Reichsbahn-Werbeamt bei seinen Arbeiten zum Ausbau und zur Pflege der Sammelstelle, zur Aufstellung des Verzeichnisses der Ausstellungsgegenstände und zur Unterstützung einer ausstellenden Reichsbahndirektion entgegenkommenden Beistand zu leisten. Das Reichsbahn-Werbeamt, die Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr, das Verkehrs- und Baumuseum in Berlin und das Verkehrsmuseum in Nürnberg erhalten Abschrift.
 
Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft
Hauptverwaltung - Der Generaldirektor
gez. Dorpmüller


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