Eisenbahn-Signalordnung
vom 1. August 1907
Gültig bis 31. März 1935 mit Änderungen im März 1910, September 1923 und Februar 1930.



Langsamfahrsignal
Anwendung, wenn eine Strecke mit einer geringeren als der fahrplanmäßigen Geschwindigkeit zu befahren ist. 
Bis 1919 wurde für das Nachtsignal nur eine Laterne benutzt.
Signal
Name
Bedeutung
Nachtzeichen
Signal 5
Anfang
Langsamfahrsignal
Anfangsscheibe

Aufstellung rechts vom Gleis; an Hauptstrecken mindestens 300 m, an Nebenstrecken mindestens 150 m vor dem Anfang des langsam zu befahrenden Gleisstücks.

Die Anfangsscheibe allein wird auch dazu benutzt, das Haltsignal 6b anzukündigen, an Hauptstrecken 700 m und an Nebenstrecken 300 m vor dem Signal 6b.

Signal 5
Ende
Langsamfahrsignal
Endscheibe

Aufstellung an zweigleisiger Strecke rechts vom Gleis, an eingleisiger Strecke links vom Gleis.

Auf eingleisiger Strecke und bei Falschfahrt auf zweigleisiger Strecke ist das Anfangssignal für die eine Fahrtrichtung gleichzeitig das Endsignal für die andere Fahrtrichtung.

Haltesignal (Wärtersignal)
Signal
Name
Bedeutung
Nachtzeichen
Signal 6b
Haltescheibe - Halt! Weiterfahrt erst nach Beseitigung des Signals erlaubt.
Hauptsignale
Aufstellung im Normalfall rechts neben oder in der Mitte über dem zugehörigen Gleis. 
Der Regelabstand der Signale vom Gleis beträgt bei Hauptbahnen 3,1 m (Gleismitte bis Mastkante) und bei Nebenbahnen, Bahnhofs- und Anschlußgleisen 2,2 m. Zwischen zwei Streckenhauptgleisen genügt ein Abstand von 2,2 m beiderseits. 
Signal
Name
Bedeutung
Nachtzeichen
Signal 7
Halt!
Signal 8a
Fahrt frei für das durchgehende Gleis.
Signal 8c
Fahrt frei für ein abzweigendes Gleis.
Signal 8c
Fahrt frei für ein anderes abzweigendes Gleis.
Vorsignale
Aufstellung im Normalfall rechts neben dem Gleis, wobei sich die Scheibe in Augenhöhe des Lokführers befindet. Der Abstand zum Hauptsignal hängt vom Bremsweg ab und beträgt normalerweise bei Hauptbahnen 1000m und bei Nebenbahnen 750m. 
Signal
Name
Bedeutung
Nachtzeichen
Signal 9
Am Hauptsignal ist Halt zu erwarten.
Signal 10
Am Hauptsignal sind ein, zwei oder drei Flügel in Fahrtstellung zu erwarten.
Wasserkransignal
Signal
Name
Bedeutung
Nachtzeichen
Signal 11
Wasserkransignal - Die Durchfahrt ist gesperrt!
Am Tag ist nur die Stellung des Wasserkranes maßgeblich; in der Nacht wird eine Laterne verwendet. In der Dunkelheit zeigt diese Laterne nach zwei entgegengesetzten Seiten rotes Licht und nach den beiden anderen Seiten weißes Licht. Wenn der Wasserkran parallel zum Gleis steht, ist vom Gleis aus nur das weiße Licht zu sehen, steht er quer zum Gleis, so ist das rote Licht zu erkennen.
Weichen- und Gleissperrsignale
Diese Signale bestehen aus einem Laternenkasten, der bei Dunkelheit beleuchtet ist.
Signal
Name Bedeutung
Signal 12
Die Weiche steht auf dem geraden Zweig oder bei Bogenweichen auf den schwächer gekrümmten Zweig.
Signal 13a
Die Weiche steht auf den gebogenen Zweig von der Weichenspitze aus gesehen, oder bei Bogenweichen auf den stärker gekrümmten Zweig. 
Signal 13b
Die Weiche steht auf dem gebogenen Zweig vom Herzstück aus gesehen.
Signal 13b
Bei zweiseitigen Weichen vom Herzstück aus gesehen: die Weiche steht auf dem nach rechts oder nach links gebogenen Zweig.
Signal 13c
Bei doppelten Kreuzungsweichen von der Spitze aus gesehen, wenn die Einfahrt in beide gekrümmte Gleise geöffnet ist.
Signal 14
Gleissperrsignal - Das Gleis ist gesperrt.

Anwendung als feststehendes Signal bei Stumpfgleisabschlüssen, als verstellbares Signal bei Gleissperren, Entgleisungsweichen, Drehscheiben, Schiebebühnen und Gleisbrückenwaagen.

Aufstellung rechts neben dem Gleis, Ausnahmen sind zulässig bei Drehscheiben, Schiebebühnen, Gleisbrückenwaagen und Stumpfgleisabschlüssen.

Signal 14a
Die Sperre des Gleises ist aufgehoben.

Die Sperrung des Gleises kann auch durch Signal 12 aufgehoben werden.

Signale am Zuge und an einzelnen Fahrzeugen
Signal
Name
Bedeutung
Nachtzeichen
-
Signal 15a
Kennzeichnung der Spitze des Zuges
Signal 15b
Zug auf falschem Gleis
Verwendung nur auf Hauptbahnen.
Signal 16a
Zugschlußsignal für einzeln fahrende Triebwagen und Lokomotiven
Siganl 16b
Zugschluß
Signal 17
Ein Sonderzug folgt nach.

Einzeln fahrende Lokomotiven tragen bei Rückwärtsfahrt die weiße Scheibe oder Laterne am Schornstein.

Signal 18
Ein Sonderzug kommt in entgegengesetzter Richtung.
-
Signal 21
Kennzeichnung von Lokomotiven im Rangierdienst
Statt des einen weißen Lichts darf auch Signal 15a (Spitzensignal) verwendet werden
Signal 22
Grüne Flagge
Besetzte Schlaf-, Speise- und Bahnpostwagen während des Stillagers.
Anbringung von zwei Flaggen, je eine an jeder Langseite.
Bei Dunkelheit werden die Wagen, nach außen kenntlich, im Inneren beleuchtet.
Signal 23
Pulverflagge - Wagen ist mit explosiven Gegenständen beladen

Anbringung von zwei Flaggen, je eine an jeder Langseite oder an jeder Stirnseite.

-
-
Signal 24
Kennzeichnung von Kleinwagen Eine Laterne, die auf eingleisiger Strecke nach vorn und hinten ein rotes Licht, auf zweigleisiger Strecke nach vorn ein weißes und nach hinten ein rotes Licht sowie beim Befahren des falschen Gleises nach vorn ein rotes und nach hinten ein weißes Licht zeigt.
Haltetafeln
Diese Signale werden normalerweise nicht beleuchtet.
Signal
Name
Bedeutung
Signal 35
Rangierhaltetafel - Über die Tafel hinaus darf nicht rangiert werden.
Signal 36a
Halt für einfahrende Züge
Signal 36b
Halt für Schiebelokomotiven

Aufstellung rechts vom Gleis.
Das Signal kann drehbar angebracht werden (Rückseite weiß), und wird durch Wegdrehen aufgehoben.

Signal 36c
Halt für zurückkehrende Schiebelokomotiven.

Aufstellung vor der Bahnhofseinfahrt links vom Gleis.
Das Signal kann drehbar angebracht werden (Rückseite weiß), und wird durch Wegdrehen aufgehoben.

Läutetafeln
Aufstellung vor unbeschrankten Wegübergängen. Das Läuten ist bis zum Überfahren des Übergangs fortzusetzen.
Bei nahe hintereinander liegenden Wegübergängen kann die Läutetafel für mehrere Wegübergänge gelten.
Bei geschobenen Zügen gelten die Signale für die Glocke auf dem vordersten Wagen.
Diese Signale werden normalerweise nicht beleuchtet.
Signal
Name
Bedeutung
Signal 37a
Läutetafel - Die Läutevorrichtung ist in Betrieb zu setzen..
Signal 37b
Die Läutevorrichtung ist in Betrieb zu setzen und außerdem ein Achtungssignal zu geben.
Signal 37c
Die Läutevorrichtung ist in Betrieb zu setzen und die Fahrgeschwindigkeit so zu ermäßigen, daß sie vor dem Übergang 15 km/h nicht überschreitet.
Signal 37d
Die Läutevorrichtung ist in Betrieb zu setzen, das Achtungssignal zu geben und die Fahrgeschwindigkeit so zu ermäßigen, daß sie vor dem Übergang 15 km/h nicht überschreitet.
Signal 37e
Die Läutevorrichtung ist in Tätigkeit zu setzen und die Fahrgeschwindigkeit so zu ermäßigen, daß der Zug vor dem nachfolgenden Signal 37f (Übergangshaltetafel) zum Halten kommt.

Aufstellung der Signale 37e und 37f stets gemeinsam und immer rechts neben dem Gleis.

Abstand vom Signal 37e zum Übergang 150 m bis 300 m vor dem Übergang.

Signal 37f
Übergangshaltetafel - Der Zug soll halten und erst dann weiterfahren, wenn das Befahren des Übergangs gefahrlos ist.

Aufstellung in einem Abstand von 10 m bis 20 m vor dem Übergang.

Geschwindigkeitstafel
Einsatz nur auf Nebenbahnen
Das Signal wird normalerweise nicht beleuchtet.
Signal
Name Bedeutung
Signal 38
Die Fahrgeschwindigkeit ist bis zur nächsten links der Bahn stehenden weißen Scheibe ohne Aufschrift auf 40 km/h zu ermäßigen.
Signale für den Rangierdienst
(Über die dargestellten Signale hinaus gibt es mehrere aktustische und per Hand zu gebende Rangiersignale.)
Formsignal
Name Bedeutung Nachtzeichen
Signal 40
Halt! - Abdrücken untersagt Der weiße Balken ist beleuchtet.
Signal 40
Langsam abdrücken! Der weiße Balken ist beleuchtet.
Signal 40
Mäßig schnell abdrücken! Der weiße Balken  ist beleuchtet.
Merkzeichen
Das Grenzzeichen wird nicht beleuchtet.
Signal
Name
Bedeutung
Merkzeichen
Grenzzeichen - Grenze bei zusammenlaufenden Gleisen, bis zu der ein Gleis besetzt werden darf, ohne daß die Bewegungen auf dem anderen Gleis behindet werden. 
Aufstellung an der Stelle, an der die Gleismitten 3,50m Abstand haben.
Bei Nebenbahnen können als Zeichen auch kurze, rotweiß gestrichene Schienenstücke verwendet werden.

Homepage © Thomas Noßke  1999 www.epoche2.de Epoche II Daten, Fakten, Dokumente Signale Ende