Dienstvorschrift
für den
Einsatz und die Bewirtschaftung
der Leigeinheiten
(Leigvo)
gültig vom 1. März 1937 an

A. Allgemeines
§  1
Zweck und Zusammensetzung der Leigeinheiten

(1) Zur beschleunigten Bedienung des Stückgutverkehrs, insbesondere im Nahverkehr, sind besondere Fahrzeugeinheiten (Leigeinheiten) geschaffen, die entweder in selbständigen leichten Güterzügen - Leigzüge - verkehren oder in Güterzüge zur Ersparnis von Kurswagen eingestellt werden. Sie bestehen entweder aus 2 gedeckten großräumigen Güterwagen (Gl) oder aus einem Gepäckwagen und einem gedeckten großräumigen Güterwagen, die nach Beseitigung der sich gegenüberliegenden Stirnwände durch Kurzkupplung, Übergangsbrücke und Faltenbalg so verbunden sind, daß die Laderäume beider Wagen einen Raum bilden.

(2) An Stelle der als selbständige Leigzüge verkehrenden Leigeinheiten werden auch Gütertriebwagen benutzt.

(3) Außer den Leigeinheiten für den Regelverkehr werden im Bereich jeder Oberbetriebsleitung Reserve-Leigeinheiten vorgehalten, die während der planmäßigen Untersuchung der Leigeinheiten und in unvorhergesehenen Fällen eingesetzt werden. Die Reserve-Leigeinheiten, deren Zahl möglichst klein gehalten  werden soll, sind auf geeigneten größeren Bahnhöfen im Mittelpunkt ihres Verwendungsbereichs zu beheimaten.


B. Leig-Einsatz
Die Eigenart des Leig erfordert besondere betriebliche Anordnungen (§§ 2 und 3). Die Wirtschaftlichkeit muß in einer eigenen Untersuchung nachgewisen werden (§ 4).

§  2
Zugbildung
a) Der Leig als selbständiger Zug

(1) Der Leig darf höchstens 10 Achsen stark sein, denn er muß leicht beweglich sein, er muß an den Güterschuppen oder möglichst in dessen Nähe fahren, um das Ladegeschäft schnellstens zu erledigen. Beiwagen dürfen dem Leig mitgegeben werden, wenn auf der Leig-Strecke eine genügend große Menge Gut für bestimmte Ziele aufkommt. Die Beförderung von Orts- oder Umladewagen von und nach Bahnhöfen der Leig-Strecke gehört grundsätzlich nicht zu den Aufgaben des Leig und kommt nur in Frage, wenn andere gleich gute Beförderungsmöglichkeiten fehlen.
Dem Gütertriebwagen dürfen höchsten 4 Achsen angehängt werden.
Die Aufgaben und Stärke der Leig sind in den Güterzugbildungsvorschriften (GZV) eindeutig und erschöpfend festzulegen.

(2) Feuergutwagen dürfen in leig befördert werden, müssen aber an den Schluß gestellt werden.
Wagen mit sprenggefährlichen Gegenständen (Fahrdienstvorschriften Anlage 23) dürfen nicht in Leig befördert werden.

(3) Die Zahl der Zugbegleiter hängt von den örtlichen Verhältnissen ab. Der Zugführer ist zu den Ladearbeiten heranzuziehen, soweit es imt seinen anderen Arbeiten vereinbar ist.

b) Leigeinheiten in anderen Zügen

(4) Maßgebend für die Stellung der Leigeinheit in Güterzügen ist das Streben nach möglichst kurzen Aufenthalten; denn es soll weitgehend gleichzeitig an der Leigeinheit geladen und am Zuge gearbeitet werden. Dabei sind von Einfluß die Lage der Gleise und des Schuppens sowie das Vorhandensein von Rangierkräften (Rangierlokomotiven, Kleinlokomotiven, Iloschieber) und Bahnhofswagen. Gewöhnlich läuft die Leigeinheit an der Spitze oder am Schluß des Güterzuges.

Gütertriebwagen dürfen nicht in andere Güterzüge eingestellt, höchstens am Schluß mitgeführt werden unter Beachtung der hierfür ergangenen Vorschriften.


§  3
Fahrplan

(1) Die Fahrplananlage im allgemeinen, insbesondere Abfahrt und Ankunft, ergibt sich aus den Bedürfnissen der Beförderung. Meist wird der Leig unterwegs sammeln und auch verteilen; er kann aber auch vorwiegend sammeln (Sammeln) oder verteilen (Verteiler). Für Abfahrt und Ankunft der Leig sind die Erfordernisse bestimmter Ladeabschnitte der Güterboden und Umladestellen maßgebend. In der Regel kann der Sammler der ersten Unterwegsbahnhof erst nach Ladeschluß anfahren, muß aber am Ziel in den Ladeabschnitt kommen, der die Nachtanschlüsse sicherstellt. Der Verteiler kann erst abfahren, wenn er das Gut aus dem Nachtladeabschnitt aufgenommen hat und muß das Empfangsgut den Unterwegsbahnhöfen so rechtzeitig zustellen, das es bis etwa Stunde 8 ausgabebereit ist.

(2) Bisweilen kann eine Leig-Zustellung dadurch eingespart werden, daß bei der Fahrt in der einen Richtung gleichzeitig in einem Beiwagen für die Gegenrichtung gesammelt wird. Der Beiwagen geht dann mit der ersten geeigneten Fahrgelegenheit zum Ausgangsbahnhof zurück.

(3) Die Höchstgeschwindigkeit des Leig soll im allgemeinen 65 km/h nicht überschreiten. Höhere Geschwindigkeiten bedürfen der Genehmigung der Eisenbahnabteilungen des Reichverkerhsministeriums.

(4) Die Reisegeschwindigkeit muß ein Vielfaches der Reisegeschwindigkeit der Nahgüterzüge sein (kurze Aufenthalte, möglichst keine Betriebshalte).

(5) Kurze Aufenthalte sind nur zu erreichen, wenn der Leig auf dem Haltebahnhof ugehindert durch andere Zug- und Rangierfahrten möglichst unmittelbar an die Ladestelle (Schuppen, Rampe, Bühne, Bahnhofswagen u ä) fahren kann. Die Gleis-, Signal- und Sicherungsanlagen sind zu ergänzen, wenn sie die glatte An- und Abfahrt des Leig an den Ladestellen nicht zulassen ud die Kosten siich in wirtschaftlich vertrebaren Grenzen halten.

(6) Macht die Fahrplanbearbeitung wegen der anderen Züge der Strecke Schwierigkeiten, so ist zu prüfen, ob ein Durchfahren auf einigen benachbarten Bahnhöfen den Zuglauf verbessert, insbesondere wenn die Ladestelle ungünstig zur Fahrtrichtung des Leig liegt und der Leig durch Züge der Gegenrichtung behindert wird. Diese Bahnhöfe müssen durch andere Züge, nötigenfalls durch Lastkraftwagen bedient werden.
Dieses Verfahren ist auch dann am Platze, wenn der Leig eine sehr lange Strecke zu bedienen hat, auf der die zur Verfügung stehende Zeit sonst nicht ausreicht.

(7) Da die Höchstgeschwindigkeit des Leig im allgemeinen 65 km/h nicht übersteigt, kann der Leig durch Güter- oder Personenzuglokomotiven befördert werden; der Leig ist also mit der Lokomotive zu bespannen, die nach dem Dienstplan die wirtschaftlichste Kupplung ergibt.

(8) Bei der Fahrtzeitberechnung des Leig geht man von der kürzesten Fahrzeit aus und gibt hierzu einen Zuschlag von 10%.


§  4
Wirtschatflichkeitsuntersuchung

(1) Der Leig-Einsatz muß wirtschaftlich gerechtfertigt sein. Der betriebsaufwand für die Stückgutbeförderung auf der betreffenden Strecke muß ohne und mit Leig untersucht werden.
Derr Aufwand für den Leig kann ausgeglichen werden durch Ersparnis von Zug- und Kraftwagenkilometern (Wegfall anderer Güterzüge), durch Verringerung der Zugstunden auf der Gesamtstrecke (Lokomotivstunden, Personalstunden, Wagenstunden) oder durch Wegfall örtlicher Leistungen.
Eine Vermehrung der Zugkilometer (Leig und Nahgüterzug nur für Wagenladungen) läßt sich dann wirtschaftlich rechtfertigen, wenn der Leig und Nahgüterzug zusammen unter Berücksichtigung sämtlicher Mehr- und Minderaufwendungen nicht mehr kosten, als der ersetzte schwere Zug, oder wenn infolge der verkehrswerbenden Wirkung der günstigeren Beförderungsgelegenheiten die Mehraufwendungen durch entsprechende Mehreinnahmen (Rückgewinnung von Fracht oder Verhütung der Abwanderung) gedeckt werden. Es sollen also nicht nur die betrieblichen und beförderungsdienstlichen, sondern auch alle übrigen Mehrkosten und Ersparnisse sowie die Rückwirkung auf die Verkehrseinnahmen in Rechnung gestellte werden.

(2) Bevor ein Leig eingerichtet wird, muß aber feststehen, das der beförderungsdienstliche Zweck nicht durch andere Maßnahmen mit geringerem Aufwand ausreichend erfüllt werden kann.
Z B ist die Einlegung eines Leig nicht gerechtfertigt, wenn das Ziel durch Umstellung der Ladevorschriften oder den Einsatz neuzeitlicher Lademittel erreicht werden kann. Das Ladegeschäft kann beim Nahgüterzug henau so wie beim Leig betrieben werden, wenn eine Leigeinheit im Zuge läuft. Es ändert sich lediglich die betriebliche Behandlung; die Aufenthalte werden länger, die Fahr- und Reisegeschwindigkeit kleiner, die Lokomotiv- und Personalausnutzung jedoch unter Umständen besser.

(3) Bei der Selbstkostenermittlung sind die Zugleistungen nicht nach Durchschnittssätzen zu werten; die Kosten sind aus dem Aufwand an Lokomotiv-, Wagen- und Personalstunden unmittelbar abzuleiten.


§  5
Zuständigkeit für den Einsatz und Wegfall von Leig

(1) Den Einsatz von Leig (selbständige Leigzüge, Gütertriebwagen oder Leigeinheiten in Güterzügen) hat die Reichsbahndirektion den Eisenbahnabteilungen des Reichsverkehrsministeriums zu melden.
Genehmigung der Eisenbahnabteilungen des Reichsverkehrsministeriums ist einzuholen, wenn die Leigeinheit neu beschafft werden muß (vgl § 6 (2)) oder wenn der Leig mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 65 km/h fahren soll (§ 3(3)).
In jedem Falle sind die Gründe des Einsatzes sowie das Ergebnis der Wirtschaftlichekitsuntersuchung zu melden. Ein Verwendungsnachweis nach Anlage 1 ist in zweifacher Ausfertigung beizufügen.

(2) Der Wegfall eines Leig bedarf der Genehmigung der Eisenbahnabteilungen des Reichsverkehrsministeriums; hierbei ist der Grund des Wegfalls und die beabsichtigte anderweitige Regelung anzugeben.

(3) Die zuständige Oberbetriebsleitung erhält jeweils Abschrift.


C. Leig-Bewirtschaftung
§  6
Zuständigkeit für die Bewirtschaftung der Leigeinheiten

(1) Die Oberbetriebsleitungen:

a) gleichen überzählige Leigeinheiten aus,
b) verfügen über die Reserve-Leigeinheiten,
c) stellen den Verwendungsplan der Reserve-Leigeinheiten (§ 11) auf.
(2) Die Reichsbahndirektionen:
a) melden der Oberbetriebsleitung beabsichtigte Leigläufe, fehlende und freiwerdende Einheiten sowie Änderungen des Umlaufplans;
b) fordern neu zu beschaffende Einheiten bei den Eisenbahnabteilungen des Reichsverkehrsministeriums mit Vordruck (zweifache Ausfertigung) an, wenn der Bedarf im Bereiche der Oberbetriebsleitungen nicht gedeckt werden kann;
c) beantragen bei den Eisenbahnabteilungen des Reichsverkehrsministeriums den Umbau von Einheiten;
d) überwachen den planmäßigen Einsatz und Umlauf der Reserve-Leigeinheiten.

§  7
Kennzeichnung der Leigeinheiten und Gütertriebwagen

(1) Die Leigeinheiten und Gütertriebwagen sind innerhalb der einzelnen Reichsbahndirektionen fortlaufend zu nummern. Sie erhalten die Nummer der Reichsbahndirektion nach Anlage 6 der "Dienstvorschrift für die Ermittlung der Betreibsleistungen (VBL)" unter Anfügung der Zahlen 01, 02 usw. Hiernach sind z B zu bezeichnen die Leigeinheiten der Reichsbahndirektionen
 

Altona mit
101
bis
199
Stuttgart
"
2901
"
2999
usw.

(2) Die Reserve-Leigeinheiten erhalten außerdem noch die Nummer der Oberbetriebsleitung, zu deren Bereich sie gehören, und zwar sind für

Oberbetriebsleitung Ost I
"
Süd II
"
West III vorzusehen,
ferner einen großen lateinischen Buchstaben, fortlaufend nach dem Alphabet (A, B, C usw), und den Heimatbahnhof.

(3) Die Nummer der Leigeinheit und bei Reserve-Leigeinheiten die Nummer der Oberbetriebsleitung und der Heimatbahnhof sind in schwarzer Schrift auf weißem Grund, schwarz umrahmt, auf beiden Seiten der Wagen, und zwar auf dem unteren Teil des Wagens mit Zugführerabteil oder der Schiebetür des Packwagens anzuschreiben. Die Anschriften müssen bezüglich der Größe und Schriftart derjenigen der Heimatbezeichnung der Güterwagen entsprechen (DV 984).


§  8
Fristen für die Untersuchung

(1) Mit Rücksicht auf ihre Geschwindigkeit sind die Leigeinheiten nach einer Leistung von 100 000 km, spätestens nach einem Jahr erneut bahnamtlich zu untersuchen. Wegen der Untersuchungsfristen für Gütertriebwagen wird auf Dienstvorschrift 962 verwiesen. Um bei den Leigeinheiten, die jährlich mehr als 100 000 km zurücklegen, mit einer einmaligen Untersuchung im Jahre auszukommen, ist nach Möglichkeit zu geeigneter Zeit von der Reichsbahndirektion der Austausch mit einer Leigeinheit, die jährlich weniger als 100 000 km zurücklegt, vorzunehmen. Das gleiche gilt sinngemäß für Gütertriebwagen mit Verbrennungsmotoren unter Berücksichtigung der hierfür vorgesehenen Untersuchungsfristen. Hierdurch wird eine bessere Asunutzung der Leigeinheiten und Gütertriebwagen mit geringerer Leistung und die Vereinfachung des Umlaufplanes der Reserve-Leigeinheiten ermöglicht.

(2) Bei Leigeinheiten, die in Güterzügen mit einer Höchstgeschwindigkeit bis zu 55 km/h laufen und jährlich nicht mehr als 30 000 km zurücklegen, kann die Untersuchungsfrist auf zwei Jahre verlängert werden.

(3) Die Untersuchung der Leigeinheiten mit elektrischer Heizung ist in den Sommermonaten vorzunehmen, wenn Reserve-Leigeinheiten mit elektrischer Heizung bei der zuständigen Oberbetriebsleitung nicht zur Verfügung stehen.


§  9
Wahl der Reichsbahn-Ausbesserungswerke für die Untersuchung

(1) Die Reichsbahn-Ausbesserungswerke sind im Benehmen mit den geschäftsführenden Direktionen für das Werkstättenwesen so auszuwählen, daß die Leigeinheiten vom Auswechselbahnhof zum Reichsbahn-Ausbesserungswerk und zurück möglichst kurze Wege zurückzulegen haben und die Weiterverwendung der Reserve-Leig planmäßig möglich ist.

(2) Haben mehrere Leigeinheiten einen gemeinsamen mehrtägigen Umlauf, so ist zur richtigen Wahl der Reichsbahn-Ausbesserungswerke für diese Einheiten eine Übersicht nach Anlage 2 auszufüllen.


§ 10
Dauer der Untersuchung

(1) DieUntersuchung der Leigeinheiten soll mit Einrechnung der Beförderung zum und vom Reichsbahn-Ausbesserungswerk eine Woche nicht überschreiten.

(2) Die Leigeinheit ist möglichst am Montag dem Reichsbahn-Ausbesserungswerk zu übergeben und spätestens am Sonnabend auf dem im Umlaufplan der Reserve-Leigeinheiten bestimmten Bahnhof wieder zur Verfügung stehen.

(3) Das Reichsbahn-Ausbesserungswerk hat als Tag der nächsten Untersuchung den gleichen Tag des folgenden Jahres anzuschreiben.

(4) Wir die Einhaltung der Untersuchungsfrist durch größere Ausbesserungsarbeiten oder andere Ursachen verhindert, so hat das Reichsbahn-Ausbesserungswerk umgehend die zuständige Reichsbahndirektion (Ozl) und diese die Oberbetriebsleitung zu verständigen.


§ 11
Verwendungsplan der Reserve-Leigeinheiten

(1) Zur wirtschaftlichen Ausnutzung der Reserve-Leigeinheiten ist durch jede Oberbetriebsleitung ein Verwendungsplan - Anlage 4 - für ein Jahr aufzustellen. Der Lauf der Leigeinheiten des Sommerfahrplanes ist zu Grunde zu legen. Der Verwendungsplan ist an die Eisenbahnabteilungen des Reichsverkehrsministeriums, die Oberbetriebsleitungen, die Reichsbahndirektionen, die geschäftsführenden Direktionen für das Werkstättenwesen und die Reichsbahn-Ausbesserungswerke zu verteilen. Die Reichsbahndirektionen teilen den Oberbetriebsleitungen die erforderlichen Angaben nach dem Muster der Anlage 3 bis spätestens 20.4. und Änderungen von Leigläufen im Winterfahrplan, wenn hierdurch der Umlaufplan der Reserve-Leigeinheiten durch Standortwechsel in den vorgesehenen Untersuchungswochen beeinflußt wird bis spätestens 10.9. in gleicher Weise mit; Fehlanzeige zum 10.9.

(2) Der Umlaufplan ist so aufzustellen, daß der Reserve-Leig das ihm zugewiesene Gebiet nur mit wenig Leerläufen durchfährt und immer nur ein Leig in demselben Reichsbahn-Ausbesserungswerk zu behandeln ist.

(3) Die freien Wochen der Reserve-Leigeinheiten sind möglichst gleichmäßig auf das Jahr zu verteilen, um etwaige Unregelmäßigkeiten im Umlaufplan frühzeitig wieder ausgleichen zu können.

(4) Im Bezirk der eigenen Oberbetriebsleitung nicht völlig ausgenutzte Reserve-Leigeinheiten sind auch für Reichsbahndirektionen einer anderen Oberbetriebsleitung heranzuziehen.

(5) Die Oberbetriebsleitungen sind ermächtigt, notwendige Änderungen im Umlaufplan in eigener Zuständigkeit vorzunehmen und den Reichsbahndirektionen mitzuteilen.


§ 12
Überwachung der Durchführung des Verwendungsplanes und Meldeverfahren

(1) Die Reichsbahndirektionen überwachen durch die Oberzugleitung den planmäßigen Umlauf und rechtzeitigen Einsatz der für die bahnamtliche Untersuchung eingeteilten Reserve-Leigeinheiten. Sie ordnen in jedem Fall die Auswechslung, die Zu- und Rückführung der Leigeinheiten zum und vom Reichsbahn-Ausbesserungswerk, erforderlichenfalls mit Eilgüterzügen oder Personenzügen, sowie die Zuführung der Reserve-Leigeinheit, nötigenfalls im Benehmen mit der benachbarten Reichsbahndirektion (Ozl) an. Die hierzu erforderlichen Meldungen sind von den Reichsbahndirektionen (Ozl) zu erstatten. Die Reichsbahndirektionen (Ozl) benachrichtigen laufend die zuständige Oberbetriebsleitung von dem Zeitpunkt des Wechsels der Reserve-Leigeinheiten. Reicht die für die Untersuchung vorgesehene Zeit - in der Regel 3 Tage - etwa infolge größerer Ausbesserungen nicht aus, so verständigt das Reichsbahn-Ausbesserungswerk alsbald die für den Einsatzbahnhof zuständige Reichsbahndirektion (Ozl) unter Angabe des Tages, an welchem der Leig wieder verfügbar wird. Abweichungen und andere Änderungen im Umlaufplan der Reserve-Leigeinheiten regeln die Oberbetriebsleitungen besonders.

(2) Die für unvorhergesehene Schadensfälle bei jeder Oberbetriebsleitung als Oberbetriebsleitungsreserve vorgehaltenen Reserve-Einheiten, über die nur die Oberbetriebsleitung verfügt und für die kein Umlaufplan aufgestellt wird, ist im Bedarfsfalle von der Reichsbahndirektion anzufordern.

(3) Die Oberbetriebsleitungsreserve ist auf schnellstem Wege dem Bedarfsbahnhof zuzuleiten und vorzumelden. Sobald sich übersehen läßt, an welchem Tag sie wieder frei wird, hat die Oberzugleitung die Oberbetriebsleitung zu verständigen, die weitere Verfügung trifft. Der Lauf der Oberbetriebsleitungsreserve ist von Oberzugleitung zu Oberzugleitung zu überwachen und das Eintreffen auf dem Bestimmungsbahnhof der Oberbetriebsleitung zu melden.


D. Schlußbestimmungen
§ 13
Aufhebung von Dienstvorschriften und Verfügungen

Im Anhang sind die Dienstvorschriften und hauptsächlich in Betracht kommenden Verfügungen aufgeführt, die durch diese Dienstvorschrift außer Kraft treten.


Anlagen
 
Anlage 1 Verwendungsnachweis für den Einsatz der Leigeinheiten
Anlage 2 Zusammenstellung der Leigeinheiten mit mehrtägigem Umlauf im Jahresfahrplan 19.. und deren Standort am Ende jeder Woche des Jahres zwecks Auswechlung zur Untersuchung
Anlage 3 Angaben der Reichsbahndirektionen zur Aufstellung des Verwendungsplanes der Reserve-Leigeinheiten
Anlage 4 Verwendungsplan der Reserve-Leigeinheiten
Aufgehobene Dienstvorschriften und Verfügungen

Homepage Thomas Noßke 2002 www.epoche2.de Epoche II Daten, Fakten, Dokumente Ende