Vorläufige Dienstanweisung
für die Bedienung der Straßenroller
für Eisenbahnwagen nebst Zugmaschinen
Ausgabe 1942

I. Bedienungsmannschaft

a) Allgemeines

1) Die Bedinungsmannschaft besteht aus dem Kraftwagenführer, dem 1. und 2. Begleiter. Kraftwagenführer und Begleiter werden in der Bedinung des Straßenrollers ausgebildet und erhalten darüber ein von einem Kraftfahrsachverständigen ausgestellte Prüfbescheinung, die stets im Dienst mitzuführen ist. Bedienungsmannschaften ohne Prüfbescheinigung ist das Fahren und Bedienen von Straßenrollern verboten.
Die Kraftwagendienststelle ist die zuständige Dienststelle für Kraftwagenführer und Begleiter. Sie erhalten ihre täglichen Fahraufträge von der Ga. Die Bedienungsmannschaft kann mit Einverständnis ihrer Dienststelle der Ga für sonstige Fahrten mit der Zugmaschine und mit Anhängern oder für Arbeiten an der Ladestraße und im Güterschuppen überlassen werden (siehe auch Absatz V).
Es gelten sinngemäß in bezug auf ihre Dienstvorgesetzte, Dienstfähigkeit, Ausrüstung und Dienstkleidung die Bestimmungen der vorläufigen Dienstanweisung der RBD'en für Fahrer von Lastkraftwagen der Deutschen Reichsbahn.

2) Zu beachtende Dienstvorschriften siehe Seite 16.

3) Schutzkleidung erhält die Bedienungsmannschaft
a) nach dem Verzeichnis der zugelassenen Arebitsschutzkleidung (DV 276.91) unter Nr 216 und 524,
b) nach dem Verzeichnis der zugelassenen Winter- und Regenschutzkleidung (DV 219.14) unter Nr 62 und 104.

b) Kraftwagenführer

Der Kraftwagenführer soll möglichst ein gelernter Schlosser sein; er muß den Führerschein Klasse 2 besitzen und straßenkundig sein. Er muß mit allen Bedienungsvorgängen beim Überladen der Güterwagen vertraut sein. Er muß ferner sämtliche Einrichtungen an der Zugmaschine und am Straßenroller genau kennen und kleine Ausbesserungen selbst vornehmen können.
Der Kraftwagenführer ist verantwortlich für den betriebsfähigen Zustand des gesamten Lastzuges und für die richtige Behandlung der Zugmaschine und des Straßenrollers.

c) Begleiter

Die Begleiter arbeiten nach den Weisungen des Kraftwagenführers und müssen mit den einzelnen Arbeitsvorgängen bei der Bedienung des Straßenrollers vertraut sein. Sie fahren im Führerraum der Zugmaschine mit. Das Mitfahren auf den Trittbrettern und Puffern des Eisenbahnwagens und im Kasten der Zugmaschine ist untersagt.
Der erste Begleiter muß als Rangierer ausgebildet sein. Er gibt unter eigener Verantwortung dem Kraftwagenführer die erforderlichen Zeichen und Signale beim Rangieren und Überladen  der Wagen auf dem Bahnhof und beim Empfänger. Er ist auch für ordnungsmäßiges Festlegen der Wagen auf den Absetzgleisen und für vorschriftsmäßige Behandlung der Güterwagen verantwortlich.
Der 2. Begleiter hilft beim Überladen.
Beide Begleiter helfen dem Kraftwagenführer beim Vorbereitungs- und Abschlußdienst, sowie bei Instandhaltungsarbeiten.
Der 1. Begleiter hat stets bei Fahrten durch Tore und ferner an solchen verkehrsreichen und unübersichtlichen Stellen, wo es die Sicherheit des Lastzuges und des sonstigen Verkehrs erforderlich macht, der Zugmaschine vorauszugehen.
Der 2. Begleiter soll den ersten hierbei unterstützen. Bei schwierigen Durchfahrten hat er den Lastzug zu beobachten und sich dabei neben oder hinter den Fahrzeugen aufzuhalten.
Die Begleiter sind mit je einer Trillerpfeife auszurüsten. Die Rangiersignale sind gemäß EBS Abschnitt B XI von den Begleitern sichtbar mit dem Arm und hörbar mit der Trillerpfeife zu geben.
 
 

II. Vorbereitungs- und Abschlußdienst

Für Antritt, Durchführung und Beendigung des Dienstes gelten sinngemäß die Bestimmungen der vorläufigen Dienstanweisung der RBD'en für Fahrer von Lastkraftwagen der Deutschen Reichsbahn (siehe auch Absatz IV und Absatz V).
Die während des Vorbereitungs- und Abschlußdienstes zu verrichtenden Arbeiten sind vom Kraftwagenführer und von den unter seiner  Aufsicht stehenden Begleitern durchzuführen; das gleiche gilt für die Fahrzeugpflege.

a) Zugmaschine und Straßenroller

Der Kraftwagenführer muß die in seinem Besitz befindlichen Bedienungsanweisungen beachten [siehe Seite 16 f)].
1) Zugmaschine muß mit Kraftsstoff getankt, ihr Kühler mit Wasser gefüllt sein. Motoren-, Einspritzpumpen- und Ölabscheiderölstand prüfen, gegebenenfalls nachfüllen; wenn vorhanden, auch Ölvorratsbehälter der Zentralschmierung. Wasserpumpenschmierung nachsehen, erforderlichenfalls nachfüllen.

2) Fahrzeugbegrenzungszeichen auf ihren Sitz nachprüfen.

3) Steuereinrichtungen auf gute Gangbarkeit prüfen, hierbei richtige Einstellung der Räder sowie Deichselanschläge beobachten. Faudiköpfe auf festen Sitz nachprüfen.

4) Bei zweiteiligen Straßenrollern die Fahrgestellkupplung auf richtigen Klinkeneingriff und Führung nachsehen. Bei richtigem Eingriff sollen die Fahrgestelle sich berühren und der Kupplungshebel senkrecht stehen.

5) Bremseinrichtung auf Dichtigkeit der Luft- und Öldruckzylinder, Rohre, Verschraubungen und Schläuche prüfen. Behälter, Rohrleitungen und Schläuche prüfen. Behälter, Rohrleitungen und Schläuche entwässern. Nachprüfen, ob der Nachfüllbehälter der hydraulischen Bremseinrichtung gefüllt ist, erforderlichenfalls den Vorrat mit vorschriftsmäßiger "Ate"-Bremsflüssigkeit ergänzen.

6) Sämtliche beweglichen Teile des Straßenrollers schmieren, insbesondere Dochtschmiergefäße bis Einlaufrohr, die Gleitbacken und Ausgleichshebel innerhalb der Hauptträger mit Schmieröl, ferner die roten Nippelschmierstellen mit der Fettpistole oder Fettpresse. Eindruckschmierung (falls vorhanden) überwachen.

7) Straßenroller stets sauber halten. Hierzu wöchentliche Fahrzeugpflege mit Abspritzen erforderlich.

b) Fahrzeug- und Betriebsgeräte

Bei Übernahme und Abstellung der Fahrzeuge hat sich der Kraftwagenführer davon zu überzeugen, daß die in den Gerätenachweisen für Kraftfahrzeuge und Anhänger (222.10) aufgeführten Gegenstände vorhanden sind. Verluste und Beschädigungen sind sofort der Dienststelle zu melden. Der Kraftwagenführer ist verantwortlich für den Bestand, ferner für die Mitführung der im Verzeichnis besonders benannten Gebrauchsteile auf der Zugmaschine.
Die für den Straßenrollerbetrieb erforderlichen Betriebsgeräte sind von der fahrzeugunterhaltenden Dienststelle mit Verlangzettel (Vordruck 257.03) vom Gerätelager des Straßenroller-Ausbesserungswerks - zur Zeit RAW Dessau - anzufordern. (Siehe Betriebsgeräteverzeichnis - Anlage 2 -).

c) Behandlung von Schäden

Schäden an Straßenrollern und Zugmaschinen, die ein Aussetzen zur Folge haben, sind diurch den Kraftwagenführer sofort und möglichst unter Angabe der Schadensursache der zuständigen Kraftwagendienststelle und der Güterabfertigung zu melden. Erstere meldet jede längere Aussetzung nebst Ursache sofort an

  1. Dez 41 des RZA (lt Anschrift am Straßenroller) (s Anlage 3).
  2. RBD ..............................   Büro ..............................
  3. MA ..............................
  4. VA ..............................
Schäden an den Überladeanlagen des Bahnhofs sind zur Abstellung dem Bahnhof, ferner der Kraftwagendienststelle und der Güterabfertigung zu melden, wenn die Abwicklung des Verkehrs erschwert wird, Schäden an den Absetzanlagen des Werkes dem Vertreter des Werkes zur Abstellung des Schadens und ferner der Kraftwagen-Dienststelle und der Güterabfertigung, falls die Wagenzustellung behindert ist.
Schäden an den Güterwagen. Der erste Begleiter hat bei der Übergabe und Übernahme der Güterwagen auf den Werken die Wagenbehandlungsvorschrift (WBV) § 5 (DV 426) zu beachten, gegebenfalls den Bemängelungszettel auszustellen und dem Wagenmeister oder der Güterabfertigung zu übergeben. (Bemängelungszettel - Anlage 23 der DV 408 - gemäß § 63 der FV).
 
 

III. Überladen der Güterwagen

Die Güterwagen sind entweder durch die Zugmaschine mit kurzem Seil oder bei festgeklotzter Zugmaschine mit der Winde auf die Rampe und weiter auf den Straßenroller heraufzuziehen. Beim Abladen der Wagen ist der Vorgang umgekehrt. Die der Bedienungsmannschaft für diese Handhabungen bei der Schulung gegebenen Hinweise sind sorgfältig zu beachten. Dem rechtzeitigen Abfangen der Wagen, (und zwar bei zweiteiligen Straßenrollern mit dem Zungenhemmschuh nach lfd Nr 33 und bei einteiligen Straßenrollern mit dem Vorlegeklotz nach lfd Nr 4 des Betriebsgeräteverzeichnisses - Anlage 2 -) und dem Festlegen der Wagen auf dem Straßenroller sowie auf den Absetzanlagen der Werke ist größte Sorgfalt zuzuwenden.
 
 

IV. Fahrzeuge und Fahrwege

a) Allgemeines

1) Für die Fahrt gilt die Straßenverkehrsordnung und die dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen. Es darf, soweit nichts anderes ausdrücklich angeordnet ist, nur auf befestigten Wegen gefahren werden.

2) Der Kraftwagenführer muß den Kraftfahrzeugschein und den Führerschein, die gesamte Bedienungsmannschaft die Prüfbescheinigung für die Bedienung des Straßenrollers mit sich führen.

3) Die Bedienungsmannschaft hat für die äußere Kennzeichnung und Beleuchtung der Fahrzeuge wie folgt zu sorgen:
Die Zugmaschine muß beiderseits mit Pendelwinkern versehen sein, die über die Umrisse des Güterwagens ausreichend hinausragen. Die größte Breite des Lastzuges muß bei Tage nach vorn durch weiße Begrenzungsköpfe an den vorderen, seitlich ausziehbaren Stoßstangen der Zugmaschine kenntlich gemacht werden.
Da der Straßenroller breiter als die Zugmaschine ist, muß bei Dunkelheit, Nebel oder Schneegestöber die seitliche Begrenzung des Straßenrollers oder des von ihm getragenen Eisenbahnwagens nach vorn gekennzeichnet sein. Es genügen zwei an den äußeren seitlichen Punkten angebrachte weiße Rückstrahler in Höhe der vorderen Stirnwand des Güterwagens. Statt dessen kann die Stirnwand des Güterwagen auch von einem Scheinwerfer vom ziehenden Fahrzeug aus angestrahlt werden. Der Straßenroller ist an der Rückseite zwischen Fahrzeugmitte und beiden Außenkanten mit je einem roten Rückstrahler, besser jedoch mit zwei roten Schlußlampen zu versehen.

4)  Beim Bremsen muß die auf Straßenroller und Zugmaschine zugleich wirkende Druckluftbremse zuerst betätigt werden, damit der Straßenroller nicht auf die Zugmaschine auffährt und sie beiseite schiebt. Zur Verstärkung der Bremswirkung können die weiter vorhandenen Bremseinrichutngen der Zugmaschine bedient werden. Beim Halten in Neigungen von mehr als 1:30 ist, wenn der Halt länger als drei Minuten dauert, die Handbremse am Straßenroller anzuziehen.
Es ist stets mit angeschlossener Druckluftbremse zu fahren. Nach jedem Wiederanschließen der Luftleitung ist die Bremsprobe am fahrenden Straßenrollerzug vorzunehmen. Der Kraftwagenführer muß sich beim Anfahren davon überzeugen, daß Luft- und Handbremse ausreichend wirksam sind.

5) Die Höchstgeschwindigkeit des Lastzuges beträgt auf ebener übersichtlicher Fahrbahn und bei günstiger Witterung 20 km/h, soweit nicht für bestimmte Wegeabschnitte eine Geschwindigkeitsermäßigung vorgeschrieben ist. Durch bebaute Straßen mit unbeladenem Straßenroller nur mit 10km/h Geschwindigkeit fahren! Die Geschwindigkeit ist bei ungünstiger Witterung entsprechend zu ermäßigen, ebenso in Krümmungen, an unübersichtlichen Stellen und in Gefällen (Schrittgeschwidigkeit). In besonders starken Gefällen darf nur der erste Gang benutzt werden.

6) Die Zugmaschine muß zur Erzielung der nötigen Zugkraft Ballast mit sich führen.
Die Zugmaschine muß langsam und ohne Stoß vor den Straßenroller gesetzt und ordnungsmäßig mit ihn verbunden werden. Beim Anfahren ist besondere Vorsicht geboten, damit die Fahrzeuge geschont und insbesondere das Schleudern der Zugmaschinenräder vermieden wird.
Der Straßenroller darf durch die Zugmaschine nicht geschoben werden. Wird Rückwärtsbewegung nötig, ist die Zugmaschine umzusetzen. Beim Fahren sehr enger Bogen hat der 1. Begleiter neben der Zugmaschine herzugehen, um dem Kraftwagenführer Zeichen zu geben, damit der Bogen nicht zu eng gefahren und demzufolge die Steuereinrichtung des Straßenrollers beschädigt wird. Der Übergang in den engen Bogen muß allmählich vor sich gehen.

7) Bei Schneelage sind auf den Hinterrädern der Zugmaschine Schneeketten aufzulegen.
Bei Glatteis und schlüpfriger Fahrbahn ist der an der Zugmaschine angebrachte Splittstreuer zu betätigen. Der Kraftwagenführer ist dafür verantwortlich, daß die Splittbehälter stets mit feinem Splitt gefüllt sind. Wenn die an der Zugmaschine vorhandene Splittstreueinrichtung nicht ausreicht, um in Steigungen mit ihrer Hilfe den gesamten Fahrweg bei Glatteis und schlüpfriger Fahrbahn gefahrlos zurückzulegen, so hat der Kraftwagenführer zu halten, die Fahrzeuge zu sichern und die Diensstelle zu verständigen. Die Dienststelle hat dann unverzüglich dafür zu sorgen, daß die Fahrwege bestreut werden.

b) Festlegung des Fahrweges

Für die Bedienung der beteiligten Firmen dürfen nur die unter Absatz VII genannten Straßen befahren werden. Abweichungen von dem festgelegten Fahrweg sind dem Kraftwagenführer ohne ausdrückliche besondere Anweisung seiner Dienststelle streng untersagt. Falls Umleitungen notwendig werden, sind sie vor der Befahrung dem MA zu melden, das im Benehmen mit der zuständigen Polizeistelle, Stadtbauamt usw. zunächst prüft, ob der Straßenroller auf den Umleitungswegen gefahrlos befördert werden kann. Die erste Fahrt über die Umleitung muß durch einen Beauftragten des MA geleitet werden. Ein Straßenplan mit den gekennzeichneten Wegeverbindungen ist der Seite 15 beigeheftet. Bei der Rückfahrt sind die gleichen Fahrwege zu benutzen, falls nichts anderes angeordnet ist.

c) Örtliche Fahrbeschränkungen

Etwaige Fahrbeschränkungen sind streng zu beachten. (Ausschaltung bestimmter Wagengattungen, Langsamfahrstellen, Umleitungen, Vorausgehen eines Begleiters, besondere Geschwindigkeitsbeschränkungen, Maßnahmen bei Steilgefällen, Abweichungen von der Fahrordnung usw siehe Abschnitt VII).
 
 

V. Zustellung und Abholung der Güterwagen

a) Diensteinteilung

Die Dienststunden für Kraftwagenführer und Begleiter werden von der zuständigen Dienststelle unter Beachtung der Dienstdauervorschriften in einem Dienstplan festgesetzt. Im Arbeitsverteilungsplan zum Dienstplan ist auch anzuordnen, welche sonstigen Fahrleistungen oder Arbeiten an der Freiladestraße oder im Güterschuppen von der Bedienungsmannschaft dann zu verrichten sind, wenn weder Güterwagen mit dem Straßenroller zu befördern noch Instandsetzungsarbeiten an den Fahrzeugen vorzunehmen sind.
Kraftwagenführer und Begleiter melden sich nach Abschluß des Vorbereitungsdienstes und vor Beginn des Abschlußdienstes beim Vorsteher der Güterabfertigung oder bei dem von diesem bestimmten Beamten. Hierbei ist anzugeben, ob Zugmaschine und Straßenroller in Ordnung sind. Der Dienststellenvorsteher der Ga ordnet an, ob und wo der Kraftwagenführer sich nach Beendigung der einzelnen Bedienungsfahrten zu melden hat. Die Erteilung der Fahraufträge geschieht im Rahmen der zur Bedienung zugelassenen Firmen und unter Beachtung der vorgeschriebenen Straßen durch die Ga. Bei Behinderung eines Mannes der Bedienungsdmannschaften ist die zuständige Dienststelle sofort wegen Ersatzstellung zu benachrichtigen. Ersatz darf nur durch geprüfte Bedienungsmannschaften, die mit den Besonderheiten des vorliegenden Verkehrs vertraut sind, gestellt werden.

b) Aufzeichnungen über die Leistungen der Straßenroller

1) Der Kraftwagenführer führt jeden Tag einen Tagesfahrbericht (Vordruck 769.21), der mit Durchschrift geschrieben wird. Die Straßenrollerdienststelle (Kbw, Bw oder Bww) erhält die vom Ga- bzw. Bf's-Vorsteher unterschriebene Durchschrift zur Ermittlung der Lohnkosten, Aufwandsentschädigung der Str-Personale und zur Erfassung der kilometrischen Leistung der Fahrzeuge (Zugmaschinen, Straßenroller). Ga bzw Bf erhält die Erstschrift für die Errechnung und Eintragung der Gebühren und zur Aufstellung der Wochen- und Monatsberichte. Sind sämtliche Straßenroller-Personale wegen zu großer räumlicher Entfernung eines Kbw's bzw Bw's oder Bww's der örtlichen Ga bzw dem Bf direkt unterstellt, so ist der Tagesfahrbericht ohne Durchschrift zu schreiben.
Die Güterabfertigung fertigt nach der Erstschrift des Tagesfahrberichts einen Wochenbericht. Je eine Durchschrift dieses Wochenberichtes ist dem zuständigen VA und MA sowie der RBD zu übersenden.

2) Der Kraftwagenführer führt laufend den Nachweis der empfangenen Betriebsstoffe (Vordruck 46505). Diese Nachweisung ist monatlich abzuschließen und der Kraftwagendienststelle zu übergeben.

3) Ein vom Vorsteher der Ga zu bestimmender Lademeister hat unter Verwendung eines Bezirkskontrollbuches Aufzeichnungen über die zuzustellenden und abzuholenden Wagen zu führen.

4) Die Ga hat bis zum 8. eines jeden Monats einen Monatsbericht in dreifacher Ausfertigung an die RBD einzusenden. Die RBD übersendet eine Ausfertigung an das RZA Berlin (41) bis zum 15. jeden Monats.
Die unter B des Monatsberichts anzugebenden Aufwendungen sind vom Kbw bzw Bw oder Bww zum 5. eines jeden Monats auf Vordruck 911.04 (Anlage 4) der berichtenden Dienststelle (Ga oder Bf) mitzuteilen. Sind die Straßenroller-Personale wegen großer räumlicher Entfernung eines Kbw's, Bw's bzw Bww's der Ga bzw dem Bf unterstellt, so entfällt diese Meldung.

5) Der Bedienungsmannschaft (1. Begleiter) ist durch die Güterabfertigung ein Auszug aus den Verträgen und Beförderungsbedingungen für die einzelnen Firmen zu übergeben, aus dem er ersehen kann, ob die Wagen abzusetzen sind oder bei der Ladung auf dem Straßenroller verbleiben, welche Ladefristen und Wartezeiten zu berücksichtigen, Sonderleistungen zu erfüllen und Sondergebühren zu erheben sind, damit die entsprechenden Eintragungen in den Tagesfahrbericht gemacht werden können. Eine Abschrift der Verträge usw ist bei der Ga aufzubewahren.

6) Der Fahrer hat von allen Hemmnissen auf dem Bf, den Werkhöfen sowie auf den Verbindungsstraßen, die die schnelle und wirtschaftliche Abwicklung des Straßenrollerverkehrs stören, der Ga alsbald Meldung zu machen, insbesondere in den Fällen, wo etwa durch mangelnde Ladeaufsicht, überfüllte Werkhöfe, beschädigte oder nicht freigemachte Absetzgleise usw beim Empfänger die sofortige Überladung der Wagen bei der Ankunft erschwert ist oder wo nicht Innehaltung der Lade- und Wartefristen zu Leerfahrten des Straßenrollers und zu sonstiger unwirtschaftlicher Abwicklung des Verkehrs zwingt. Außerdem sind alle Unregelmäßigkeiten in der Abwicklung des Betriebes vom Fahrer im Tagesfahrbericht kurz in Spalte 21 zu vermerken. Der Tagesfahrbericht ist während des Dienstes laufend zu führen und soll den wirklichen Tagesverlauf zeigen. Die Zeiten zwischen Ankunft und Abfahrt auf Bahn- und Werkhöfen sind in den Spalten 7 (Rangierzeit), 19 (Wartezeit, die firmenseitig verursacht wird), oder Spalte 20 (sonstiger Rollerstillstand, der zu Lasten der Reichsbahn geht) des Fahrberichts nachzuweisen. Ist die Begleitmannschaft gezwungen, auf Ent-oder Beladung der Wagen oder auf Fertigstellung der Papiere zu warten oder entstehen beim Absetzen oder Aufnehmen der Wagen Zeitverluste, die durch den Empfänger oder Versender verschuldet sind, so hat der Fahrer einen entsprechenden Vermerk über die Wartezeiten in Spalte 19 des Tagesfahrberichts einzutragen, damit die vertraglich vorgesehenen Nebengebühren seitens der Ga erhoben werden können.
Die für die Zustellung und für Wartezeiten zu erhebenden Gebühren sind täglich der von der Ga im Tagesfahrbericht für die einzelnen Fahrten ersichlich zu machen. Verrechnungsstelle (Nr des Nebengebührenbuches oder Versandbuches) ist neben den Beträgen zu vermerken.
Betrag und Verrechnungsstelle für Wagenstandsgelder ist im Wagenkontrollbuch anzugeben.

c) Frachtpapiere

1) Der Vorsteher der Ga bestimmt, ob das Begleitpersonal (1. Begleiter) die Frachtpapiere bei Zustellung von beladenen Wagen mitnimmt und dem Empfänger zu übergeben hat und ob es die Frachtpapiere für Versandgüter vom Versender zu übernehmen und der Ga zu übergeben hat. Übergabe der Papiere zwischen dem Begleiter und der Ga sowie zwischen dem Begleiter und dem Kunden regelt der Dienstvorsteher der Ga. Frachtpapiere für Empfangsgüter sind gegebenfalls mit besonderen Verrechnungskarten zu übergeben. Der Empfänger bescheinigt gegebenfalls den Empfang der Papiere unter Angabe der Zeit auf der Verrechnungskarte.

2) Bei Verletzung der Bleiverschlüsse oder bei Beschädigungen oder sonstigen Unregelmäßigkeiten am Gut ist nach den Ermitttlungsvorschriften zu verfahren.

d) Behandlung der Wagen

1) Der 1.Begleiter bestimmt unter Beachtung der vom Vorsteher der Ga und von seinem Beauftragten (Lademeister) gegebenen Weisungen, welche Wagen zuzustellen oder abzuholen sind und in welcher Reihenfolge dies zu geschehen hat. Wagen, deren Gesamtgewicht (Eigengewicht und Gewicht der Ladung) 40 t übersteigt, ferner solche, die ohne oder mit Ladung in das Profil der zu befahrenden Unterführungen ragen, oder deren Untergestellteile zu tief hängen, dürfen mit dem Straßenroller nicht befördert werden. Bestehen für Brücken oder Straßen Maßbeschränkungen, so sind sie sorgsam zu beachten, damit Unfälle vermieden werden.

2) Der 1. Begleiter hat die Ga fernmündlich zu verständigen, wenn keine Wagen zur Rückbeförderung beim Kunden bereitstehen. Die Ga gibt in diesen Fällen dem Personal des Straßenrollers Fahraufträge in anderer Richtung, sofern an einem Orte mehrere Firmen bedient werden.

3) Wagen dürfen nur solche Kunden zugestellt werden, mit denen dies vertraglich oder durch Anerkennung der Beförderungsbestimmungen vereinbart ist. Die Vereinbarungen werden durch die RBD'en getroffen. (RBD kann auch das zuständige VA ermächtigen, die Vereinbarung abzuschließen).

4) Ein beladen zugestellter Wagen gilt als entladen und zurückgegeben oder ein leer zugestellter Wagen gilt als beladen und zurückgegeben, wenn der Wagen vom Kunden als abholbereit gemeldet ist. Unterbleibt die Meldung, so gilt als Zeitpunkt der Rückgabe die Zeit der Überladung durch den Straßenroller. Der Zeitpunkt des Eingangs der Meldung ist in dem vom Lademeister zu führenden Wagenkontrollbuch zu vermerken.

5) Werden beladene Wagen nach der Bereitstellung verweigert oder leer zugestellte Wagen leer zurückgegeben, so ist auch für die Rückbeförderung die Zustellgebühr und gegebenenfalls Standgeld oder die Gebühr für die Abbestellung von Wagen zu erheben.

e) Mitnahme von Stückgütern

Stückgüter dürfen vom Kunden zum Bahnhof oder umgekehrt mitbefördert werden, soweit dies von dem vorgesetzten VA mit den einzelnen Kunden ausdrücklich vereinbart ist. Die Beförderung darf nur im Eisenbahnwagen, nicht auf dem Schlepper oder Straßenroller erfolgen. Der Vorsteher der Ga bestimmt, ob die Stückgüter am Schuppen aufgenommen oder entladen bzw ob die mit Stückgütern beladenen Eisenbahnwagen an der Überladeanlage aufgenommen oder abgesetzt und welche Aufschreibungen gemacht werden sollen.
 
 

VI. Behandlung von Störungen und Unfällen

Bei Unfällen sind die von der RBD herausgegebenen Bestimmungen über Verhalten bei Unfällen im Kraftwagenbetrieb zu beachten (siehe vorläufige Dienstanweisung der RBD'en für Fahrer von Lastkraftwagen der Deutschen Reichsbahn.)
 
 

VII. Ergänzende Bestimmungen

(Zusätzliche Bestimmungen der RBD und Ämter oder Dienststellen werden hierunter eingetragen.)


Dienstvorschriften

1. Den Kraftwagenführern und den Begleitern werden persönlich ausgehändigt:

a) Die Dienstanweisung Nr 911 für die Bedienung der Straßenroller für Eisenbahnwagen nebst Zugmaschinen,
b) die vorläufige Dienstanweisung der RBD für Fahrer von Lastkraftwagen der DR,
c) die Arbeitsordnung für die Arbeiter der DR,
d) die in Frage kommenden Teile der UVV.


Die Kraftwagenführer allein erhalten ferner:

e) einen Auszug aus der Straßen-Verkehrsordnung und StvZO,
f) die einschlägigen Anweisungen (enthalten im Kasten für Ausrüstungsstücke jedes Fahrzeuges) über die Bedienung und Instandhaltung von Zugmaschinen und Straßenrollern nebst Ausrüstungsstücken.


2. Bei der Dienststelle sind dem Fahrpersonal zugänglich zu machen:

a) Dienst- und Lohnordnung für die Arbeiter der DR (Dilo) 186,
b) Dienst- und Lohnordnung für das Kraftwagenpersonal im Güterfernverkehr (Kra Dilo) 187,
c) Dienstdauer-Vorschriften (DDV 052),
d) Dienstkleidungsordnung und Kleiderkassenvorschrift (DKO 110) und (KLKV 109),
e) Freifahrvorschrift 053,
f) Vorschrift über die Aufwandsentschädigung des Kraftwagenpersonals 056
g) Anleitung zur Ersten Hilfe 433.04,
h) kurze Winke zur vorläufigen Hilfeleistung bei Verletzungen und Erkrankungen vor Ankunft des Arztes 433.04a,
i) Wagenbehandlungsvorschriften (WBV) 426.

Anlagen

Anlage 1 Prüfbescheinigung (Formblatt 911 01)
Anlage 2 Betriebsgeräte-Verzeichnis für Straßenrollerbetriebe
Anlage 3 Meldung über Außerbetriebsetzung (Formblatt 911 03)
Anlage 4 Aufwendungen des Straßenrollerbetriebes (Formblatt)
Anlage 5 Tagesfahrtbericht (Formblatt 769 21)
Anlage 6 Wochenbericht über Straßenrollerverkehr (Formblatt 769 22)
Anlage 7 Monatsbericht für Straßenrollerverkehre (Formblatt 769 23)


Homepage Thomas Noßke 2008 www.epoche2.de Epoche II Daten, Fakten, Dokumente Ende