Epoche II  Modelleisenbahn Epoche II
Eisenbahn-Modelle
 
Auto-Modelle
In den Normen Europäischer Modelleisenbahnen (NEM) des Verbandes Europäischer Modelleisenbahner und Eisenbahnfreunde (MOROP) gibt es eine verbindliche Einteilung der zeitgeschichtlichen Perioden unter dem Aspekt der Modelleisenbahn. Die einzelnen Epochen werden durch römische Zahlen gekennzeichnet und unterschieden sich durch die zum Einsatz gelangenden Fahrzeugtypen sowie deren Lackierung und Beschriftung und die zum Bahnwesen gehörenden Infrastrukturen (Gebäude, Signalwesen). Den Herstellern von Modelleisenbahnen und Modellbahnzubehör wird mindestens seit 1990 empfohlen, ihre Produkte dahingehend zu kennzeichnen, in welcher Epoche sie vorbildgerecht eingesetzt werden können. Diese Empfehlung vereinbart sich mit dem Ziel der NEM, daß sich Modellbahnanlagen hinsichtlich ihrer Ausstattung und des darauf eingesetzten Fahrzeugparkes entsprechend charakterisieren lassen.

Nach NEM800 bzw. NEM806D gibt es für Deutschland eine Einteilung in fünf Epochen:

Epoche
Zeitraum
Charakterisierung der Epoche
I
bis 1920
Epoche vom Anfang bis zur Ausbildung zusammenhängender landesweiter Schienennetze. Neben privaten Bahngesellschaften treten vermehrt Staatsbahnen in Erscheinung; die Eisenbahn besitzt eine Monopolstellung im Verkehrswesen. Bei den Fahrzeugen ist ein Abschluß der Entwicklung des Erscheinungsbildes der Dampflokomotive zu vermerken.
II
1920 - 1945
Epoche der Bildung großer Staatsbahnverwaltungen und weitestgehender Abschluß der Entwicklung der Schienennetze. Zunehmende Bestrebungen der Vereinheitlichung und Standardisierung im Fahrzeugbau, im Signalwesen und der Betriebsvorschriften. Grundlegende Entwicklungen im Bereich der elektrischen Zugförderung.
III
1945 - 1970
Epoche der Neuorganisation und des Wiederaufbaues des durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogenen Eisenbahnwesens. Beginn des Traktionswechsels vom Dampfbetrieb zum Diesel- und Elektrobetrieb. Erste Streckenstillegungen, besonders im Bereich der Nebenbahnen und Schmalspurbahnen.
IV
1970 - 1990
Epoche des Abschlusses der Traktionsumstellung. International einheitliche Kennzeichnungssysteme für Eisenbahnwagen. Neue Signalsysteme. Erste Museumseisenbahnen.
V
seit 1990
Beginn des Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnverkehrs. Werbewirksame Fahrzeuglackierung. Zunehmende Privatisierung des regionalen Personenverkehrs.

Was macht die Epoche II für den vorbildorientierten Modelleisenbahner so besonders interessant?

Zunächst ist da die große Vielzahl unterschiedlicher Fahrzeuge, die beim Vorbild im Einsatz waren. Neben den zahlenmäßig dominierenden Länderbahnkonstruktionen spielten die Einheitsbauarten in den 30er Jahren eine zunehmende Rolle, das betrifft nicht nur die allgemein beliebten Dampflokomotiven, sondern auch die Personenwagen und die Güterwagen. Die Wagenvielfalt ist möglicherweise in keiner anderen Epoche so groß gewesen. Bei den Triebfahrzeugen tauchen erstmalig in nennenswerter Zahl auch die Elektrolokomotiven, die Triebwagen und die Kleinlokomotiven auf. Diese Fahrzeugarten sind aber schon in dieser Zeit in großer Vielfalt vertreten. Der Grund dafür ist in vielen vergleichsweise kleinen Produktionsserien zu sehen, die Ihre Ursachen wiederum in der komplizierten wirtschaftlichen Situation einerseits und im stürmischen technischen Fortschritt andererseits hatten.
Bei den Elektroloks ist die technische Entwicklung innerhalb der Reichsbahnzeit sicher vielfältiger und abwechslungsreicher als in allen anderen Epochen, es existierten erste noch zu Länderbahnzeiten konstruierte Fahrzeuge mit von den Dampflokomotiven übernommenen Stangenantrieben neben modernen Loks mit Einzelachsantrieb, welche schon damals die Dampflokomotiven in bezug auf Geschwindigkeit und Zugkraft in den Schatten stellten. Aber auch die Dieseltraktion hat ihre Wurzeln in der Reichsbahnepoche, neben den Triebwagen und den ersten versuchsweisen Streckendieselloks sind dabei besonders die beliebten Kleinlokomotiven für den Rangierdienst zu nennen.
Die Entwicklung der Dampflokomotive erreichte ihren Höhepunkt mit der Konstruktion der Einheitslokomotiven. Ein Glanzpunkt im Eisenbahnbetrieb war der Einsatz von stromlinienverkleideten Schnellzugdampfloks. Der Drang nach höheren Geschwindigkeiten, der nicht zuletzt auch durch die wachsende Konkurrenz des sich rasant entwickelnden Straßenkraftverkehrs bedingt wurde, führte zu solch bemerkenswerten Konstruktionen wie dem weltberühmten Krukenberg-Schienenzeppelin, dem stromlinienförmigen Henschel-Wegmann-Zug, den dieselgetriebenen Schnelltriebwagen und den Doppelstock-Schnellzügen der Lübeck-Büchener Eisenbahn. 

Mit dem besonderen Augenmerk auf die Situation in Deutschland, wo nach dem Ersten Weltkrieg die Eisenbahnen erstmalig von einem einheitlichen Staatsbahnunternehmen betrieben wurden, unterschiedet sich die Reichsbahnzeit von der Länderbahnzeit (Epoche I) auch darin, das sehr viele Fahrzeugtypen weitaus universelleren Charakter besaßen und somit in vielen Regionen einsetzbar waren. So sind Dampfloks der Baureihen 03, 38, 55, 57, 58, 64, 86 und 94 in fast jedem Winkel des Deutschen Reiches im Einsatz gewesen, während zu Länderbahnzeiten der Fahrzeugeinsatz räumlich stärker eingegrenzt war. Im Unterschied zur Nachkriegszeit (Epoche III) ist wiederum der deutlich größere Anteil von Wagen aus der Länderbahnzeit bemerkenswert. 
Dank der flächendeckenden Präsenz der Eisenbahnen lassen sich vorbildgerecht auch idyllische Motive ländlichen Charakters darstellen, die heute kaum noch vorstellbar sind. Die geringere Länge der Reisezugwagen ermöglicht es, vorbildgerechte Zugkompositionen auch auf der Modellbahnanlage nachzubilden, was bei modernern Wagen der nachfolgenden Epochen auf der heimischen Anlage deutlich schwieriger ist. 

Die Entwicklung der Personenwagen dieser Zeit ist für den Modelleisenbahner ebenso von großem Interesse. Zum einen spielen wunderhübsche Fahrzeuge aus der Länderbahnzeit wie Lokalbahnwagen oder "Langenschwalbacher" noch eine große Rolle. Auch sind sehenswerte dreiachsige und vierachsige Abteilwagen aus dem Betrieb nicht wegzudenken. Weiterhin sind die beliebten Donnerbüchsen praktisch überball einsatzbar. Zum Abschluß der Entwicklung, welche technisch gesehen den Beginn des Leichtbaus darstellt, spielen die Schürzenwagen eine wichtige Rolle, welche wiederum aufgrund ihrer zeitlosen Ästhetik auch heute noch die Herzen der Eisenbahnfreunde höher schlagen lassen und das Vorbild für fast alle danach geschaffenen modernen Reisezugwagen darstellen. Aber auch das Besondere kommt nicht zu kurz: Rheingold-Wagen mit ihrer eigenen Eleganz, welche nicht zuletzt durch die interessante Farbgebung erzielt wurde, haben ungezählte Liebhaber. Die überaus beliebten gläsernen Züge für rein touristische Zwecke stammen auch aus den 30er Jahren.

Auch im heute wenig beachteten Güterverkehr vollzog sich eine starke Tendenz zur Beschleunigung und Vereinheitlichung der Technik. Kurze Leichtgüterzüge (Leig) sind ein Blickfang auf jeder Modellbahnanlage. Weit verbreitete Wagentypen, wie Schienenwagen und Rungenwagen gestatten einen Blick auf interessantes Ladegut wie beispielsweise Dreschmaschinen oder Lanz-Bulldogs. Solche Schienenfahrzeuge sind heute kaum noch in Güterzügen zu beobachten. Auch Kleinviehverschlagwagen, Säuretopfwagen, Weinfaßwagen, Drehschemelwagen oder Bierwagen lockern das Bild der Reichsbahn-Güterzüge in einer Weise auf, wie es heute kein noch so bunter Containerzug vermag. Aber auch moderne Selbstentladewagen und Kühlwagen sind während der Reichsbahnzeit entwickelt worden und in großen Stückzahlen zum Einsatz gelangt. 
Selbst das unheilvolle Kapitel des Zweiten Weltkrieges brachte eisenbahntechnische Pionierleistungen hervor, welche heute noch Erstaunen hervorrufen. Dazu gehören die leistungsfähigen Elektroloks der Baureihe E94 ebenso wie die in unvorstellbaren Stückzahlen gebauten Dampfloks der Baureihe 52 mit ihren aus selbsttragenden Leichtbaukesselwagen abgeleiteten Wannentendern.

Wenn den vielfältigen Umfragen von Modellbahnzeitschriften und Modellbahnherstellern Glauben geschenkt werden darf, interessiert sich heute die Mehrzahl der älteren Modellbahnfreunde für die Epoche III (also für Ihre Kinder- und Jugendzeit) und die Mehrzahl der jugendlichen Modellbahnfans für die aktuelle Periode, also die Epoche V
Das widerspiegelt sich ganz offensichtlich auch im Angebot der Hersteller von Modellbahnfahrzeugen und Zubehör. Interessenten der Epochen I und II werden von einigen Herstellern überhaupt nicht berücksichtigt und andere bieten oft nur limitierte Auflagen von entsprechenden Modellen, die häufig nach dem Ausverkauf kaum noch zu bekommen sind. Mitunter werden Modellfahrzeuge späterer Epochen selbst namhafter Hersteller ohne entsprechend notwendige Formänderungen einfach mit einer Lackierung und Beschriftung der Epoche II versehen; besonders deutlich wird das bei Dachaufbauten und Stromabnehmern von Elektroloks oder den Lampen der Dampflokomotiven. Obwohl für den Epoche-II-Freund noch einige wichtige Wünsche unberücksichtigt sind, muß auch anerkannt werden, daß das Gesamtangebot an Epoche-II-Modellfahrzeugen in den letzten Jahren schrittweise besser geworden ist.
Leider orientieren sich aber auch Vorschläge zum Anlagenbau und dem Fahrzeug-Eigenbau sehr oft nur an der Vorbildsituation nach 1945. Ausführliche Unterlagen und Dokumentationen in Fachzeitschriften oder Büchern zum Anlagen- und Fahrzeug-Eigenbau betreffen ebenfalls selten die beiden frühen Eisenbahn-Epochen. 
Wenn auf dieser Strecke der Information mehr getan wird, werden sich möglicherweise auch mehr Modellbahner mit der Epoche II beschäftigen und anfreunden. Die Epoche-II-Webseite will einen kleinen Beitrag dazu leisten.
Die folgenden Seiten wollen einen Überblick über Eisenbahn- und Auto-Modelle geben, welche auf Anlagen der Epoche II einsetzbar sind. Dabei sollen auch Sammleraspekte berücksichtigt werden, es kann aber natürlich keine absolute Vollständigkeit in den Darstellungen erreicht werden. Ergänzende Informationen sind deshalb jederzeit willkommen!
Der betrachtete Zeitraum beginnt für die Eisenbahn-Modelle etwa 1980 und für die Auto-Modelle 1988, ab 1990 wird größtmögliche Vollständigkeit angestrebt, soweit das die für den deutschen Markt bedeutsamen Großserienhersteller betrifft. Kleinserienhersteller können nur exemplarisch berücksichtigt werden. Der Zeitraum vor 1980 ist nur von geringem Interesse, da bis dahin außer von Liliput (Wien) und Rivarossi (Como) kaum vorbildgerechte Großserienmodelle der Epoche II angeboten wurden. Diese wenigen Modelle wurden mit erfaßt, jedoch größtenteils in Unkenntnis der exakten Angebotszeiträume. Die zugehörigen zeitlichen Angaben beziehen sich deshalb in einzelnen Fällen nur auf Kataloginformationen, die nicht zwangsläufig den wahren Angebotszeitraum widerspiegeln müssen. Zuverlässige Hinweise werden auch dazu gern entgegengenommen.
Die Auflistungen mit den Eisenbahn-Modellen im Maßstab 1:87 (Spur H0) wurden zuerst fertiggestellt und werden laufend aktualisiert. Die Listen für den Maßstab 1:120 (Spur TT) wurden nur möglich aufgrund der Mithilfe von Thomas Scherrans, Dietrich Heede und Andreas Angermüller, wofür an dieser Stelle herzlich gedankt werden soll!
Es ist beabsichtigt, vergleichbare Aufstellungen auch für den Maßstab1:160 (Spur N) anzubieten, diesbezügliche Informationen werden von befreundeten Modellbahnern bereitgestellt, wofür weitere Mithilfe noch willkommen ist. Die Mitarbeit weiterer Interessenten (z.B. für Spur Z oder die Berücksichtigung von Fahrzeugen aus der Schweiz) ist ebenso willkommen.
Info Nähere Erläuterungen zu den Modell-Auflistungen
Eisenbahn-ModelleTabellen mit den Auflistungen der Eisenbahn-Modelle; zur Darstellung werden Rahmen verwendet.
Auto-ModelleTabellen mit den Auflistungen der Auto-Modelle; zur Darstellung werden Rahmen verwendet.

Homepage Thomas Noßke 1999 - 2002 www.epoche2.de Epoche II Ende