Der Lauf eines D-Zug-Wagens
durch ein Reichsbahn-Ausbesserungswerk
in Bildern
1. Tag: Abbrennen der alten Wagendachabdeckung (Der Arbeitsstand ist zur Vermeidung von Rauchbelästigung im Freien angeordnet. Die alte Dacheindeckung (Teerpappe) und die Teerreste auf den Dachbrettern werden mit einem Muffelfeuer abgebrannt. Das Dach wird für die Aufnahme der Bitumendecke gereinigt.)
2. Tag: Reinigen (bzw. Waschen) des Wagens, Ausräumen der Abteile, Sitzbanklatten und Polster usw.

3. Tag: Arbeitsstand für die Hochnahme der Wagen. Die Drehgestelle werden entfernt und Absatzgestelle untergebaut. Die mit elektr. Einzelantrieb ausgerüsteten Hebeböcke sind sowohl in Längsrichtung als auch in Querrichtung des Fahrzeuges verschiebbar angeordnet. Untersuchung des Untergestelles und der Zug- und Stoßvorrichtungen. Ausbau der Bremsteile. Die Drehgestelle wandern in die Drehgestellwerkstatt, werden hier vermessen und bearbeitet.

5. Tag bis 7. Tag: Arbeitsstand für Abbau der Blechverkledung. Entfernen der Deckleisten und der Bekleidungsbleche, Untersuchen und Ausbessern des Kastengerippes und des Oberlichtaufbaues.

8. Tag: Arbeitsstand für Arbeiten am Kastengerippe. Beendigung der Arbeiten am Kastengerippe und den inneren Stirn- und Seitenwänden. Streichen des Kastengerippes.

10. Tag bis 12. Tag: Arbeitsstand für Anbringen der Bekleidungsbleche. Anbringen der Bekleidungsbleche, Deckleisten und Entlüfter.

13. Tag bis 19. Tag: Nach Beendigung der Arbeiten am Wagenkasten, Untersetzen der Drehgestelle und nach mehrmaligem Spachteln und Schleifen der Außenwände kommt der Wagen auf den Spritzstand für die Außenlackierung. Ausführung der Außenlackierung im Spritzverfahren. Das Fahrzeug wird mittels einer besonderen Bewegungsvorrichtung, die in der Gleisgrube angeordnet ist, an zwei zu beiden Seiten des Gleises angeordneten Spritzkabinen mit einer Geschwindigkeit von etwa 1 m pro Minute vorbeibewegt. Der über dem Stande vorgesehene Lüfter dient zur Absaugung der Farbnebel aus den Spritzkabinen.

20. Tag: Arbeitsstand für den Einbau der Innenteile. Einbau der gesondert bearbeiteten Innenteile (Leistenwerk, Sitzbanklatten, Lüftung, Aborte usw.) Fertig zur Ausfahrt.

Quelle: Peter Kühne (Hrsg.). Erhaltungswirtschaft bei der Deutschen Reichsbahn. Verkehrswissenschaftliche Lehrmittelanstalt m.b.H. bei der Deutschen Reichsbahn, Berlin 1933

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