Dritter, endgültiger Umzeichnungsplan 1925
der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft

Reprint des transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin 1983
     Zweibändiger Fotomechanischer Nachdruck des Originals vom Eisenbahn-Zentralamt aus dem Jahre 1925
     mit einer Einführung von Hans-Joachim Kirsche

Obwohl es sich bei dem Umzeichnungsplan um ein amtliches Dokument handelt, wurden darin einige Fehler gefunden, die sicher größtenteils auf den Umstand zurückzuführen sind, daß die Umzeichnungstabellen mit der Hand geschrieben wurden und moderne Datenverarbeitungstechnik damals natürlich noch nicht zur Verfügung stand. Da es sich hierbei um einen fotomechanischen Nachdruck handelt, sind die festgestellten Fehler bereits auf das Original zurückzuführen.
Im Folgenden sollen solche Fehler und Unstimmigkeiten aufgeführt werden; weitere Fehler können nicht ausgeschlossen werden. Literaturangaben zu dieser Problematik konnten bisher nicht entdeckt werden.


1. Zweifelsfrei aufgeklärte Fehler
 
Loknummer Fehler richtiger Wert
38 1261 falsche Fabriknummer 7939 
38 2928 - 38 2932 falscher Lieferer Wolf 
53 8122 falsche Angabe der alten Betriebsnummer 1501
55 1757 falsche Fabriknummer 1554
58 1323 - 58 1325 falscher Lieferer Linke
89 7209 Fabriknummer gehört zu einem 1904 
gebauten Ersatzkessel
ursprüngliche Fabriknummer
der Lok war 4327


2. Fehler, die nicht restlos geklärt sind
 
Loknummer Fehler gesicherter richtiger Wert vermuteter richtiger Wert
55 280 und
58 1629
bei beiden Maschinen wurden gleiche Angaben zu Lieferer und Fabriknummer gemacht,  die Angaben gelten für 
58 1629
wahrscheinliche Daten für 
55 280:
Schichau 1904 / 1333
55 835 und
55 836
bei beiden Maschinen wurden gleiche Angaben zu Lieferer und Fabriknummer gemacht Lieferer ist richtig die Daten gelten wahrscheinlich für 55 835
mögliche Fabriknummer für 
55 836: 5558
55 1214 und
55 1215
Angabe unsinniger Fabriknummern Lieferer ist richtig,
die Fabriknummern gelten für die Loks 38 3890 (ex PKP) 
und 38 3185 (dort richtig angegeben) 
wahrscheinliche Daten für 
55 1214: Linke 1909 / 626
wahrscheinliche Daten für 
55 1215: Linke 1909 / 677
55 2313 und
55 2314
bei beiden Maschinen wurden gleiche Angaben zu Lieferer und Fabriknummer gemacht die Angaben gelten für 
55 2313
wahrscheinliche Daten für 
55 2314: Schichau 1909 / 1791
55 5312 bis
55 5316
die angegebenen Fabriknummern sind nicht gesichert  Lieferer ist richtig anstelle der angegebenen Nummern 8651 - 8655 könnten auch 8551 - 8555 zutreffen
Es ist der Bereich 55 5309 - 55 5325 im Zusammenhang zu betrachten, die Angaben für die anderen Loks in diesem Bereich sind jedoch unzweifelhaft.


3. Lücken im Nummernplan, für die kein Grund erkennbar ist

Möglicherweise sind diese Fahrzeuge im Verlauf der Aufstellung des Umzeichnungsplanes ausgemustert worden und deswegen aus dem Plan gestrichen worden.

 
36 785
36 786
36 787
36 788
54 983
54 984
74 544

4. Nummern 138 preußischer Loks mit der Herkunftsbezeichnung "Dsd"

Eine preußische Bahndirektion Düsseldorf, wie im Reprint angegeben, hat nicht existiert. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich hierbei um preußische Lokomotiven, welche während des Ersten Weltkrieges leihweise an die Sächsischen Staatsbahnen abgegeben wurden und später dort verblieben sind. Die Abkürzung "Dsd" würde demnach für "Dresden" stehen. Der Ursprung dieser Lokomotiven dürfte sich auf die vormalige KED Halle konzentrieren.

 
13 658
13 659
13 660
13 661
13 665
13 676
13 677
13 684
13 685
13 686
13 687
13 689
13 1184
13 1211
53 002

53 317

53 7018 54 023
54 024
54 045
54 046
54 048
54 229
54 230
54 231
54 260
54 261
54 262
54 263
54 264
54 290
54 292
54 293
54 323
54 324
54 330
54 331
54 345
54 346
54 347
54 349
54 350
54 351
54 352
54 362
54 363
54 364
54 365
54 366
54 367
54 383
54 385
54 803
54 814
54 815
54 820
54 821
54 823
54 861
54 869
54 870
54 871
54 872
54 895
54 915
54 935
54 937
54 942
54 958
54 959
54 960
54 961
54 972
54 974
54 977
54 979
54 980
54 981
54 987
54 989
54 997
54 1020
54 1022
54 1043
54 1044
54 1045
54 1051
54 1067
54 1068
54 1069
71 009 89 004
89 007
89 021
89 026
89 027
89 028
89 7814
89 7824
91 334
91 336
91 505
91 525
91 529
91 530
91 537
91 648
91 656
91 660
91 715
91 779
91 780
91 837
91 867
91 873
91 874
91 882
91 889
91 890
91 891
91 1245
91 1362
91 1375
91 1379
91 1380
91 1391
91 1392
91 1440
91 1442
91 1541
91 1555
91 1556
91 1557
91 1558
91 1618
91 1620
91 1623
91 1716
91 1718

5. Nummern 3 preußischer Loks mit der Herkunftsbezeichnung "MzEL"

Das Kürzel "Mz" steht für die Bahndirektion Mainz. Der Zusatz "EL" könnte auf Fahrzeuge der ehemaligen Reichsbahnen Elsaß-Lothringen hindeuten. Logisch erscheint dies indes nicht, da nach dem Waffenstillstand 1918 rund 5000 Lokomotiven an Frankreich und andere Länder abgegeben werden mußten. Von diesen kamen nicht wenige nach Elsaß-Lothringen. Warum sollten also nicht zuerst diejenigen Lokomotiven abgegeben worden sein, die sowieso dorther stammten. Die kleine Stückzahl läßt aber dennoch den Schluß zu, das diese Fahrzeuge in den Nachkriegswirren möglicherweise doch in Deutschland verblieben sind. Warum sie dann aber im Vergleich zu den anderen Fahrzeugen der Direktion Mainz gesondert gekennzeichnet wurden, ist nicht erkennbar.

 
54 372 91 544
91 1694

6. Nummern 18 preußischer Loks mit der Herkunftsbezeichnung "Bad"

Eine preußische Bahndirektion Baden-Baden ist nicht bekannt. Da es sich um preußische Fahrzeuge handelt, scheint eine Verwechslung mit der Badischen Staatsbahn unwahrscheinlich. Möglicherweise waren diese Fahrzeuge leihweise an Baden abgegeben worden, wofür in der Literatur jedoch kein Beleg gefunden werden konnte.

 
38 1200
38 2539
38 2540
38 2541
38 2739
38 3181
55 916
55 917
55 918
55 1146
55 1148
55 1219
55 1281
93 191  94 465
94 466
94 1378
94 1379

7. Nummern 15 württembergischer Loks, die im Umzeichnungsplan nicht aufgeführt worden sind:

Die ersten zehn dieser Loks sind möglicherweise bereits mit ihren Reichsbahnnummern abgeliefert worden, für die letzten fünf trifft dies nachweislich zu, so daß ihre Aufnahme in den Umzeichnungsplan nicht zwingend notwendig war. Da jedoch noch später gebaute Fahrzeuge in den Plan aufgenommen wurden, erscheint das Fehlen dieser Loks zumindest erwähnenswert.

 
Loknummer Baujahr Lieferer Fabriknummer
93 836 - 93 845 1922 Esslingen 4071 - 4080
93 846 - 94 850 1923 Esslingen 4087 - 4091

Informationen, die zur Beantwortung dieser offenen Fragen dienen können sowie Hinweise auf weitere Fehler im Umzeichnungsplan sind jederzeit willkommen!

Homepage Thomas Noßke 2001, 2004 www.epoche2.de Epoche II Fahrzeuge der DRG Literatur Ende