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für Reisen an deutsche Flußlandschaften

(Reiseprospekte von regionalen deutschen Fremdenverkehrsverbänden aus der Zeit zwischen 1920 und 1940)


Flüsse spielen nicht nur in der Geografie der deutschen Landschaften eine überragende Rolle. Bereits zu Zeiten der Römer wurden an den mitteleuropäischen Flüssen bedeutsame Siedlungen gegründet, es seien hier nur Trier, Köln, Mainz und Worms genannt, die ihre Bedeutung bis heute bewahrt haben. Die schiffbaren Flüssen Donau, Elbe, Havel, Main, Mosel, Oder, Rhein, Saale, Saar und Weser bildeten schon vor ewigen Zeiten wichtige Transportwege. Auch die vielen kleineren Flüsse wie Bode, Ems, Fulda, Mulde, Neckar, Neiße, Unstrut, Tauber, Werra, Wupper und die Donauzuflüsse Inn, Isar, Lech, Naab und Regen haben alle ihren Beitrag zur kulturhistorischen Entwicklung der Deutschen erbracht. Als natürliche Grenzen entstanden im Mittelalter an Ihren Ufern ungezählte Burgen, deren Ruinen noch heute viele Besucher in ihren Bann ziehen, wie zum Beispiel am Mittelrhein und an der Saale.
Mehr noch als Transportwege spielten sie als Transporthindernis eine wichtige Rolle. So haben sich an besonders günstigen Furten sehr früh wichtige Handelposten entwickelt. Die wohl bedeutendste Ost-West-Handelstraße des europäischen Mittelalters, die Hohe Straße Via Regia, hat auf ihrem Weg von Santiage de Compostella über Marseille nach Lemberg und Kiev in deutschen Landen bereits vor mehr 1000 Jahren bedeutende Städte an Flußüberquerungen entstehen lassen. Nachdem bei Straßburg der Rhein überquert wird, passiert sie den Neckar bei Heidelberg. In Frankfurt wird der Main überquert, um dann in Fulda den gleichnamigen Fluß zu erreichen. In Erfurt quert die Via Regia auf der weltberühmten Krämerbrücke die Gera (früher Erf genannt), danach wurde die Unstrut bei Freyburg und die Saale in Merseburg passiert, um dann die Elbe in Meißen zu erreichen. Weiter führt ihr Weg zur Spree nach Bautzen und zur Neiße in Görlitz um schließlich die Oder in Breslau zu überwinden.

Auch andere namhafte Städte verdanken ihre Entstehung und Entwicklung günstigen Stellen zur Querung von Flüssen, z.B. Basel, Jena, Würzburg, Magdeburg, Ulm, Saalfeld, Limburg, Nürnberg, Frankfurt an der Oder, Heilbronn, Bamberg, oder Wittenberg, Rothenburg ob der Tauber, Speyer, Ingolstadt und Dresden sowie viele alte Städte in Schlesien, West- und Ostpreußen. Auch in der unmittelbaren Nachbarschaft von Zusammenflüssen größerer Wasserläufe entstanden frühzeitig interessante Städte wie Koblenz, Hannoversch Münden, Regensburg, Bingen, Dessau, Passau, Mainz, Naumburg, Wesel oder Wertheim. Auch an den Mündungen der Flüsse in die Meere, wo die Natur häufig für die Seefahrt günstige Ankerbuchten entstehen ließ, wurden sehr früh Städte gegründet wie Emden, Bremen, Wesermünde, Cuxhaven, Hamburg, Kiel, Lübeck, Wismar, Rostock und Stettin. Alle diese Orte bieten dem Besucher Zeugnisse jahrhundertelanger geschichtlicher und kultureller Entwicklung in sehenswerter landschaftlicher Umgebung. So wundert es nicht, daß besonders die deutschen Flüsse seit je her Schwerpunkte des Fremdenverkehrs sind. Auch Schiffsfahrten auf den Flüssen entwickelten sich rasch nach der beginnenden Nutzung der Dampfkraft am Rhein, im Elbsandsteingebirge oder an der Mosel und Donau.


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