Fremdenverkehrsförderung der Deutschen Reichsbahn

Die Deutschen Verkehrsbücher
im Zeitraum 1925 bis 1929

Herausgegeber:
Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr 
Berlin W 35 
Potsdamer Privatstraße 121 B


Die Deutschen Verkehrsbücher, welche ab 1925 herausgegeben wurden, sind auf Kunstdruckpapier gedruckt. Regionalbezogene und themenbezogene Hefte waren anfang noch gemischt und nummeriert. Bei den regionalen Heften steht die Beschreibung von Orten mit ihren Sehenswürdigkeiten im Mittelpunkt, wobei die Informationen zu größeren und wichtigeren Orten mit kleinen Fotos ergänzt sind.
Die ersten Auflagen haben ein sehr schlichtes und einheitliches äußeres Erscheinungsbild. Die Hefte sind im Format 10 x 17 cm handlich genug, um mit auf die Reise genommen zu werden. Die ersten Ausgaben enthalten im Anhang noch Werbung ortsansässiger Reisebüros, Hotels und Verkehrsunternehmen, in den späteren Auflagen unterblieb derartige Werbung größtenteils. Die regional bezogenen Hefte besitzen eine kleine Karte des betreffenden Gebietes. Diese ist wenig detailiert, und zeigt vorrangig die wichtigsten Eisenbahnlinien; meist ist diese Karte auf die innere Doppelseite gedruckt. Die wenig aussagekräftige Nummerierung der Hefte ist aus nachfolgender Tabelle ersichtlich.
Gliederung 1927
1
Deutsche Reise-Merkbuch
2
Sommer in Deutschland
3
Berlin und Potsdam
4
München und die Bayerischen Alpen
5
Der Harz
6
Badnerland, Schwarzwald und Bodensee
7
Kassel mit Hessen, Waldeck und dem Weserbergland
8
Sachsen
9
Nürnberg und die Nordbayerischen Städte
10 Der Rhein und seine Seitentäler
11 Württemberg
12 Im Flug über Deutschland
13 Winter in Deutschland
14 Westphalen
15 Deutsche Bäder und Kurorte
16 Die Pfalz
17 Deutsche Hotels
18 Thüringen
1928 kamen hinzu
19 Am Rhein und Main
20 Nordwestdeutschland
21 Mecklenburg
22 Pommern und seine Ostseebäder
23 Ostpreußen
1929 kam hinzu
24 Schlesien, seine Gebirge, Städte und Bäder
Im Jahre 1928 wurden einige Hefte bereits in der 4. Auflage verlegt, was ihren offensichtlichen Erfolg beweist. Ab 1929 war dieses Sortiment komplett und die Hefte erhielten fortan sehr attraktive Titelgestaltungen.
Der Abwechslungsreichtum der Gestaltungen sollte die Vielfalt und somit Attraktivität der deutschen Landschaften widerspiegeln. Die einzelnen Ausgaben unterscheiden sich aber auch deswegen untereinander im Stil, weil sie von verschiedenen namhaften Künstlern gestaltet wurden. Am bekanntesten davon ist heute sicher Ludwig Hohlwein aus München. Nachfolgend als Beispiel die von Hohlwein gestalteten Hefte "Der Rhein und seine Seitentäler".
Eine wichtige Veränderung der Ausgaben ab 1929 ist eine herausklapppbare Karte des betreffenden Gebietes, welche wesentlich detailierter ist als die bis dahin eingedruckte kleinere Karte. Die Maßstäbe sind uneinheitlich und auf den Karten nicht vermerkt. Anhand der aufgedruckten Kilometerlineale kann für die Maßstäbe je nach Karte zwischen 1:2.500.000 bis 1:1.000.000 angegeben werden.
Schon kurze Zeit später wurde das Format der Hefte auf 10,5 x 22,5 cm geändert, ohne daß dabei der Inhalt grundsätzliche Änderungen erfahren hat. Zunächst blieb es auch bei der Nummerierung der Hefte, sie wurde aber 1931 aufgegeben, zumal mehrere Hefte (Sommerveranstaltungen, Winter, Bäder und Kurorte, Hotels) nicht mehr im deutschsprachigen Standard-Programm aufgelegt wurden, sondern im Rahmen der Sonderbroschüren der RDV fortan nur noch in verschiedenen Fremdsprachen erschienen.

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