Fremdenverkehrsförderung der Deutschen Reichsbahn

Die Deutschen Verkehrsbücher
Inhaltsbeispiele

Herausgegeber:
Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr 
Berlin W 35 
Potsdamer Privatstraße 121 B


Die regional bezogenen Deutschen Verkehrsbücher enthalten eine mehrseitige Einführung in die betreffende Region und gliedern dann weiter in einzelne geografisch, wirtschaftlich oder kulturhistorisch zusammenhängende Gebiete. Zu jedem Gebiet werden die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten mehr oder weniger ausführlich beschrieben. Größere bzw. für den Fremdenverkehr bedeutende Orte werden zusätzlich mit Fotos vorgestellt, welche meist typische Postkartenansichten darstellen. Die Fotos selbst und teilweise auch die Orte, deren Vorstellungen mit Fotos ergänzt werden, wechseln von Auflage zu Auflage. Im Anhang werden Literaturhinweise gegeben. Eine kleine herausklappbare Karte (ca. 20x25 cm, ohne Maßstabsangabe) mit den wichtigsten Orten, Flüssen, Bergen, Bahnverbindungen und Kraftpostlininen ist auf der dritten Umschlagseite angebracht. Ein Ortsregister vervollständigt die Hefte.

Nachfolgend werden eine derartige Einführung (Sachsen) und zwölf Ortsbeschreibungen mit Bild aus dreizehn verschiedenen Heften mit deren Titelbildern wiedergegeben.


Sachsen hat bei einem Flächenraum von 15 000 qkm rund fünf Millionen Einwohner und zählt zu den bevölkertsten Gebieten nicht nur des Deutschen Reiches sondern der ganzen Erde. Seiner territorialen Form nach bildet es ein rechtwinkliges Dreieck und erstreckt sich von Leipzig im Norden und Bad Elster im Süden bis zur Oberlausitz (unweit Görlitz) im Osten.
Die geschichtliche Entwicklung Sachsens reicht zurück bis ins 10.Jahrhundert, in dem König Heinrich I., der "Städtegründer", das von Slawen besetzte Gebiet zwischen Saale und Elbe zurückeroberte und 928 den Grund zur Burg und Stadt Meißen legte; 965 gründete Kaiser Otto I. die Markgrafschaft Meißen, die 1089 an das Haus Wettin kam; 1264 wurde Thüringen einbezogen, 1423 das Herzogtum Sachsen-Wittenberg (mit der Kurwürde). 1485 erfolgte eine Teilung des sächsischen Besitzes: Kurfürst Ernst erhielt Sachsen-Wittenberg (Kursachsen) und Thüringen (Ernestinische Linie), Albrecht das Herzogtum Sachsen-Meißen (Altertinische Linie). In den Kämpfen der Reformationszeit verlor die Ernestinische Linie Kursachsen, das an Herzog Moritz von Sachsen-Meißen überging. Unter seinen Nachfolgern blühte Sachsen mächtig auf und erlangte unter Kurfürst Friedrich August I., dem Starken (1694 - 1733), der seit 1697 auch König von Polen war, europäische Geltung; die große Kunstliebe August des Starken machte Dresden zur Kunststadt und dem schönsten Fürstensitz Deutschlands. In den Napoleonischen Kriegen schlug sich Friedrich August III. auf die Seite Napoleons und erhielt 1806 den Königstitel; im Wiener Kongreß (1815) verlor Sachsen dafür die Hälfte seines Besitzes an Preußen. 1871 wurde das damalige Königreich Sachsen deutscher Bundesstaat, nach dem Weltkriege (1918) Freistaat und 1933 wurde es im Zuge der nationalsozialistischen Revolution mit dem Reiche gleichgeschaltet.
Hauptanziehungspunkte für den Fremden sind Dresden, die Stadt der Kunstschätze, Leipzig, die Reichsmessestadt, die Stadt der Musik und Wissenschaft, des Buch- und Rauchwarenhandels und Chemnitz, die Stadt des Gewerbefleißes. Die Gebirgszüge (Vogtland, Erzgebirge, Elbsandsteingebirge, Zittauer Gebirge) zeigen die ganze Schönheit des deutschen Mittelgebirges. Die höchste Erhebung ist der Fichtelberg (1214 m) im Erzgebirge. Die Gebirge sind ausgezeichnete Reiseziele im Sommer wie im Winter; die Höhen von 600 m bis 1200 m ermöglichen in hervorragendem Maße die Ausübung des Wintersports

In wirtschaftlicher Hinsicht nimmt Sachsen eine bedeutsame Stellung ein. Die sächsische Industrie ist hoch entwickelt. Wichtigster Zweig ist die Textilindustrie (Vogtland, Oberlausitz), ferner Rauchwaren (Leipzig), Maschinen (Chemnitz), Fahrräder, Automobile (Zwickau), Klaviere, Streich- und Blasmusikinstrumente (Leipzig, Vogtland), künstliche Blumen (Sebnitz), Taschenuhren (Glashütte), Porzellan (Meißen), Spitzen (Plauen), Spielwaren (Erzgebirge), Zigaretten, chemisch pharmazeutische und optische Industrie (Dresden), graphisches Gewerbe (Leipzig).

Der größte und zugleich einzige schiffbare Strom Sachsens, die Elbe, durchfließt das Land von Südost nach Nordwest. Sehr lohnend sind Dampferfahrten von Dresden stromauf in das Elbsandsteingebirge (Sächsische Schweiz) und stromab nach Meißen und weiter bis Wittenberg.

Seiner wirtschaftlichen Bedeutung und der großen Volksdichte entsprechend ist der Verkehr in Sachsen vorbildlich gestaltet. Ein dichtes Eisenbahnnetz erleichtert das Reisen. Dresden und Leipzig sind Eisenbahnknotenpunkte erster Ordnung; der Leipziger Hauptbahnhof ist der größte Bahnhof Europas. Zu den Eisenbahnen kommen noch etwa 300 durch Staatliche Kraftwagenverwaltung oder Reichspost betriebene Kraftwagenlinien hinzu, denen, wie dem Autoverkehr überhaupt, ein seit alters vorzüglich ausgebildetes Landstraßennetz zugute kommt. Strecken von großem landschaftlichem Reiz werden durch Aussichtswagen befahren. Auch in den Luftverkehr ist Sachsen mit zahlreichen Verbindungen einbezogen. Leipzig, Dresden, Chemnitz, zum Teil auch Plauen und Zwickau, werden direkt auf den Fluglinien Berlin - Halle/Leipzig - Nürnberg - München, Berlin - Halle/Leipzig - Frankfurt - Saarbrücken - Paris, Berlin - Halle/Leipzig - Stuttgart - Zürich, Berlin - Dresden - Prag - Wien, Breslau - Dresden - Halle/Leipzig - Köln, Bremen - Hannover - Halle/Leipzig - Chemnitz - Prag, Dresden - Chemnitz - Plauen - Nürnberg - Stuttgart und der Bäderlinie Halle/Leipzig - Chemnitz - Karlsbad -Marienbad angeflogen.

Eingangspforten und Ausgangspunkte für Reisen und Wanderungen im Gesamtgebiet sind die beiden von ganz Deutschland aus leicht erreichbaren Großstädte Dresden und Leipzig. 
Auskunft über das Gesamtgebiet gibt der Landesverkehrsverband Sachsen, Dresden. Hauptbahnhof "Reisedienst", Telefon 20186.

Sachsen
15. Auflage, Mai 1938

Internet:
www.sachsen.de
www.dresden.de www.leipzig.de www.chemnitz.de
www.erzgebirge.de www.elbsandsteingebirge.de www.meissen.de

Aschaffenburg
Aschaffenburg a. Main, Schloß Main und Rhein, Frankfurt am Main, Hessen und die Taunusbäder,
8. Auflage, November 1932
130 m ü. d. M., 37 000 Einwohner. In prächtiger Lage oberhalb der Mündung der Aschaff in den Main, am Rande der Spessartvorberge und gegenüber dem auf der anderen Mainseite liegenden Odenwald. Regsame Stadt mit lebhaftem Verkehr, großer Industrie und Sitz zahlreicher Behörden. Früher Jagdschloß der Karolinger, wurde es durch die Fürsorge der Kurfürsten von Mainz und der bayerischen Könige ein besonderer Anziehungspunkt und eine Zierde des Untermains. Ausgangspunkt für Wanderungen nach dem Spessart: Hahnenkamm, Heigenbrücken, Rothenbuch, Weibersbrunn, Rohrbrunn (Hauffs "Wirtshaus im Spessart"; 1825). Mespelbrunn und nach dem benachbarten Odenwald. - Bedeutende Zellstoff- und Papierindustrie, ferner Buntpapier-(Verdleung), Herrenkleider-Fabriken, Metall- und Brauindustrie.
Verkehr: Eisenbahnen quer durch den Spessart nach Würzburg - Nürnberg bzw. München, nach Hanau - Frankfurt a.M., Darmstadt - Mainz, Miltenberg - Wertheim und Höchst im Odenwald. Zwei Bahnhöfe. Kraftpostlinien in den Spessart und Kahlgrund; nach Hösbach, Rottenberg, Waldaschaff, Hessenthal, Weibersbrunn, Rohrbrunn, Lichtenau, Schloß Mespelbrunn, Schöllkrippen, Geiselbach, Großostheim und Radheim. - Großschiffahrtshafen seit 1921. Ausgedehnte Hafenanlagen.
Dolmetscher- und Führungsdienst: Der Stadtrat oder die Reiseauskunftei des Spessartbundes (Städt. Verkehrspavillion) vermitteln Fremdenführer (Englisch und Französisch) zu Führungen durch die Stadt usw. Die Führungen finden unentgeltlich statt.
Unterkunft: Bahnhofshotel Luitpold, Georgi, Kaiserhof, Wittelsbacher Hof. - Jugendherberge.
Sehenswürdigkeiten: Das prächtige Schloß (Johannisburg), ein Muster deutscher Renaissancekunst, unter Erzbischof Kurfürst Johann Schweikard von Cronberg (1605 - 1614) durch den Baumeister Riedinger aus Straßburg erbaut. Die Gemäldegalerie im Schloß bedeutendste Proinzgalerie in Bayern, mit altdeutschen und niederländischen Malern. In der Schloßkapelle sind Altar und Kanzel sehenswert. Die Schloßbibliothek, 26 000 Bände, mit vielen Inkunabeln, Miniaturen und Handschriften (u. a. die Gebetsbücher Albrechts von Brandenburg, das Mainzer Evangeliar des 13. Jahrhunderts, die Livres d'heures, das Pontificale) und reicher Sammlung (20 000 Blätter) von Kunststichen und Holzschnitten.
Das Pompejanum, Schöpfung von König Ludwig I. (1842 - 1851), Nachbildung eines altrömischen Hauses mit Bildnissen von Castor und Pollux in Pompeji. Die Stiftskirche zu St. Peter und Alexander. Drei Meisterwerke von Matthias Grünewald, dem großen Sohne der Stadt (1470 - 1530), darunter die Beweinung Christi, des Meisters letzte Schöpfung.
Sport: Ruder- und Angelsport, Licht-, Luft- und Schwimmbäder, großer Sportplatz.
Spaziergänge: Schloßgarten, Schöntal, Fasanerie, Schönbusch.
Auskunft: Stadtrat, Verschönerungs- und Verkehrsverein, Reisebüro des Spessartbundes.
Internet:
www.aschaffenburg.de

Brandenburg
Das Altstädter Rathaus in Brandenburg (Havel) Berlin und Potsdam
6. Auflage, Oktober 1929
31 m ü. d. M., 65 000 Einwohner, an der Havel, eine der architektonische interesantesten Städte der Mark. Einst Hauptstadt der Slawen, wurde es im Winter 928/9 von König Heinrich I. erobert und war 948 - 1544 Bischofsitz. Heimat des Malers Th. Hosemann (1807 - 1875). Sehenswert: Altstädter Rathaus (14. Jahrh.), Neustädtisches Rathaus (14. Jahrh.) mit 5½ m hohen Rolandstandbild, Katharinenkirche (1401, Backsteingothik), Paulikirche (1286), Steintorturm (1433), Mühlentorturm (1411), Petrikirche (vor 1165 vollendet, eigentümliche Sternenkuppelgewölbe), Dom (1165 begonnen) mit Dommuseum und Ritterakademie (jetzt Gymnasium), Gotthard- und Nikolaikirche (12. Jahrh.), Kurfürstenhaus, Heimatmuseum. Marienberg (Aussichtsturm). - Sitz der bekannten Brennaborwerke (Fahrräder). Schwimmbäder.
Verkehr: Hauptbahn Berlin -Magdeburg, Nebenbahnen nach Neustadt (Dosse), Treuenbrietzen, Plaue u. a. Kraftpost nach Dahlen, Gortz, Kloster Lehnin, Zachow. Elektrische Straßenbahn. Dampferverkehr.
Unterkunft: Bahnhofshotel, Brandenburger Hof, Schwarzer Adler, Schwarzer Bär. - Jugendherberge.
Auskunft: Verkehrsbüro, Kurfürstenhaus, Steinstraße.
Ausflüge: Nach Kloster Lehnin, Zisterziensergründung von 1180 mit sehenswerter Klosterkirche. Plaue, 3 000 Einw., mit alter Quitzowburg, die 1414 von Kurfürst Friedrich I. mit Hilfe der "Faulen Grete" erobert wurde.
Internet:
www.stadt-brb.de

Coburg
Veste Coburg Nürnberg und die nordbayerischen Städte, 9. Auflage 1932
297 m ü. d. M., 25 000 Einw., frühere Haupt- und Residenzstadt des gleichnamigen Herzogtums, in hervorragend schöner Lage am Südabhang des Thüringer Waldes. Beliebte Kongreßstadt. Lohnende Ausflüge in die prächtige Umgebung.
Verkehr: Eisenbahnlinien Coburg - Lichtenfels (an der Hauptstrecke Berlin - Nürnberg - München), Coburg - Grimmenthal ( an der Hauptstrecke Berlin - Erfurt - Stuttgart) - Eisenach. Coburg ist auch Station für die Schnellzüge Köln - Lichtenfels mit Kurswagen (im Sommer) bis Karlsbad und Marienbad. Nebenbahnen Coburg - Sonneberg - Lauscha, Coburg - Rodach, Coburg - Rossach. Autoschnellpostlinie durch den Thüringer Wald nach Erfurt.
Sehenswürdigkeiten: Die berühmte Veste Coburg (Fränksiche Krone genannt), birgt weltbekannte, einzig dastehnde Sammlungen von Kunst- und Altertümern, Münzen und Medaillen, Glas und Keramiken sowie Graphiken, u. a. Trinkglas der im Jahre 1231 verstorbenen Heiligen Elisabeth. Von der gewaltigen Veste herrliches Naturpanorama. - In der Stadt historische Gebäude, Residenzschloß, Rathaus, Amtsgericht mit typischen Coburger Erkern usw., im Hofgarten (engl.Park) das Naturwissenschaftliche Museum. Auf der Veste schöner Kongreßsaal, am Südende der Stadt große Gartenausstellung. Altberühmte Gasthäuser (Loreley).
Unterkunft: Hotel Deutsches Haus, Stadt Coburg, Excelsior (früher Bahnhofshotel), "Der Festungshof", Goldener Anker, Goldene Traube, Stadt Kulmbach, Reichsgraf. -  Gasthaus zum Bären, zum Löwen u. a. - Privatpensionen: Heusinger, Schellhorn, Thomas. - Jugendherberge.
Führer- und Dolmetscherdienst: Das Städtische Verkehrsamt veranstaltet täglich Führungen zu allen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Beginn am Lloyd-Reisebüro (Markt): im Sommer vorm. 8, 9, 10, 11 Uhr und nachm. 2, 3, 4 Uhr. Preis RM 1,- pro Person inkl. Eintritt in die Gartenschau. Fremdsprachige Führer (Englisch) stehen nach Anmeldung zur Verfügung. Halber Tag RM 10,-, ganzer Tag RM 15,-.
Auskunft im Lloyd-Reisebüro, Amtliches Verkehrsbüro am Markt (Telefon 1481).
Internet:
www.coburg.de

Duisburg
Eisenhüttenwerk in Duisburg Der Rhein und sein Stromgebiet, 20. Auflage 1938
443 000 Einw. bedeutende Industrie- und Handelstadt am Niederrhein (33 km Rheinfront). Hauptumschlagplatz für das Rheinisch-Westphälische Industriegebiet. Größter Flußhafen der Welt. Gewaltige Industrieanlagen (Stahlwerke, Kupfer- und Zinkhütten, Walzwerke, Maschinenbau, Schiffswerften und chemische Industrie), Ferngaswerk, Kohlenmischanlage. Sitz der Industrie- und Handelskammer.
Verkehr: Eisenbahn (neuer Hauptbahnhof); Schellbahn nach Düsseldorf. Reichsautobahn nach Düsseldorf und Köln bzw. nach Dortmund. Autobus-Schnellverkehr nach Homburg - Venlo, Geldern - Kevelaer und Dinslaken - Wesel, Krefeld, Rheinhausen - Moers. Straßenbahnverbindung nach Mülheim (Ruhr) und Dinslaken. Station der Rheindampfer, Hafenrundfahrten. Flugplatz (Anschluß an den Flughafen Essen/Mülheim).
Unterkunft in Duisburg: Bahnhofshotel, Berliner Hof, Duisburger Hof, Oberscheidt, Ollmann, Prinzregent, Rheinland. DJH.; im Stadtteil Hamborn: Handelshof.
Auskunft: Städt. Verkehrsamt (Rathaus Duisburg); Verkehrsverein (Königstraße 61); Lloyd-Reisebüro (Königstraße 40).
Sehenswürdigkeiten: Salvatorkirche, Spätgotischer Bau des 15. Jahrh. (Deckenmalereien). Großindustrieanlagen, Hafenanlagen (995 ha), 5 Rheinbrücken, Schifferbörse in Duisburg-Ruhrort. Wald- und Parkanlagen. Stadion (40 000 Zuschauer) mit Seen und Strandbad für Schwimm-, Rudersport und Regattabahn; Städt. Kunstsammlung (Lehmbruck u. a.); Niederrheinisches Heimatmuseum; Hamborner Abtei mit Kreuzgang; Averdunk-Museum. Zahlreiche Fachschulen. -
Theater und Musik: "Die Duisburger Oper", Opern, Operetten, Schauspiele; Städt. Tonhalle, Operettentheater, zahlreiche Lichtspielhäuser. -
Ausflüge: Duisburger Wald (880 ha), Kaiserberg, Tierpark; nach dem Niederrhein (Moers, Xanten, Kleve).
Internet:
www.duisburg.de

Freiburg i. Br.
Das Münster von Freiburg i. Br. Das Badnerland, Schwarzwald und Bodensee
3. Auflage, 1927
268 - 1286 m ü. d. M., im oberen (südlichen) Schwarzwald, 95 000 Einwohner, Universität, Sitz des Erzbischofs, Ausgang der Höllentalbahn. Beliebte Fremdenstadt und infolge seiner idyllischen Lage einer der bevorzugtesten Wohnorte Deutschlands, Ausgangspunkt für Touren in den südlichen Schwarzwald.
Verkehr: Hauptbahnhof: Nördlich: Offenburg - Appenweiler (Straßburg), Karlsruhe - Heidelberg - Mannheim - Frankfurt; südlich: Basel - Mailand (Gotthardtroute), Mülheim (Badenweiler), Mühlhausen (Belfort - Paris); westlich: Breisach - Colmar (Elsaß). Die Höllentalbahn führt über Titisee - Neustadt - Donaueschingen nach Konstanz und über Ulm nach München; die Elztalbahn über Denzlingen - Waldkirch - Elzach. Unweit Denzlingen Sanatorium und Kurhaus Glotterbad. Bevorsteht der Bau einer Bergbahn auf den 1286 m hohen Schauinsland. Ab Waldkirch Kraftwagenlinie durch das prachtvolle Sominswäldertal nach Furtwangen (Hotel Grieshaber zum Ochsen) und weiter nach Triberg an der Schwarzwaldbahn. Reichspostkraftwagenlinien verbinden Freiburg mit Kirchzarten (11 km), St. Peter (22 km), St. Märgen (29 km), Notschrei (27 km), endlich mit Kirchhofen (16 km) und Staufen (22 km). Reichspost und Freiburger Höhenrundfahrten-Gesellschaft veranstalten außerdem im Sommer täglich Gesellschaftshöhenrundfahrten, die durch die interessantesten Gebiete des Schwarzwaldes führen.
Auskunft: Öffentl. Verkehrs- und amtliches Badisches Reisebüro. Eisenbahnstraße Nr. 33. Städtisches Verkehrsbüro, Rottecksplatz 11.
Unterkunft: Hotel Zähringer Hof, Europäischer Hof, Salmen, Roseneck, Victoria, Freiburger Hof u.a . - Jugendherberge.
Theater und Konzert: Stadttheater, Kammermusikfeste.
Sehenswürdigkeiten: Das Münster "Unserer lieben Frau" Bauzeit 13. bis 16. Jahrhundert), Prachtvoller berühmter Kirchenbau. Einzigartig die Turmvorhalle und der 116 m hohe feingemeißelte, filigrane durchbrochene Hauptturm reifster Gotik. Galsfenster des Querschiffs und Hochaltar von Hans Baldung Grien. Sehenswert der Kranz der 13 polygonalen Kapellen, die Schatzkammer, die Kronleuchter und Gemälde. Viele architektonisch interessante Häuser wie "Zum Ritter" (erzbischöfliches Palais), "Kaufhaus" (halb Spätgotik, halb Renaissance), Haus "Zum schönen Eck", "Kornhaus" usw.
Internet:
www.freiburg.de

Insterburg
Insterburg, Partie an der Angerapp Ost-Preußen, 6. Auflage, Mai 1933
55 m ü. d. M., 40 000 Einwohner, lebhafte Industrie- und Handelsstadt an der Angerapp, Mittelpunkt der ostpreußischen Hochzucht und Landwirtschaft. Geburtsstadt der Dichter Wilhelm Jordan (1819 - 1904) und Ernst Wichert (1831 - 1902). Ehemals Hauptstadt der altpreußischen Landschaft Nadrauen zwischen Kurischem Haff und Rominter Heide.
Verkehr: Eisenbahnknotenpunkt: Berlin - Königsberg - Insterburg - Eydtkuhnen, Berlin - Allenstein - Insterburg - Tilsit, Insterburg -Darkehmen - Lyck, Kleinbahn.
Unterkunft: Bahnhofshotel, Dessauer Hof, Deutsches Haus, Insterburger Hof, Monopol, Rheinischer Hof, Schwarzer Adler, Süddeutscher Hof u. a. - Jugendherberge.
Auskunft: Magistrat.
Sport: Fluß-Schwimmbad. Neuzeitliche Kampfbahn. Einer der modernsten Turnierplätze Deutschlands für Pferdesport. Alljährlich bedeutende pferdesportliche und pferdezüchterische Veranstaltungen. Internationale Reit- und Fahrturniere.
Sehenswürdigkeiten: Ordensschloß (1337).Lutherkirche (deutsche Renaissance des 17. Jahrh.). Alte Bürgerhäuser und Speicher, Altertumsmuseum.
Ausflüge: Luxenberg, Tammowischken (Heidefeste Kamswykus), Eichwalder Forst. Schloß Norkitten (ehemals Anhalt-Dessauischer Besitz; Waldhausen, Auxinnetal). Landgestüt Schloß Georgenburg (Ordensburg von 1350). Moorbad Waldfrieden (radio-aktives Moor, Elektrotherapie gegen Rheuma und Frauenleiden).
Internet:
www.castlesofpoland.com

Lüneburg
Motiv aus Lüneburg Nordwestdeutschland, die Hansestädte und Nordseebäder
7. Auflage, Mai 1932
Sol- und Moorbad, 31 000 Einwohner. Mittelalterliche Stadt mit zahlreichen für Norddeutschland typischen Backsteinbauten. Im 16. Jahrhundert gehörte Lüneburg zu den reichsten Städten Norddeutschlands. 1813, im Befreiungskrieg, das erste größere Treffen. - Sol- und Moorbad seit 1820, heute großzügig entwickelt mit modernem Kur- und Badehaus. Hauptstadt eines Regierungsbezirks. Industrien (Salz, Kalk, Sperrholz, Tapeten). Ausgangspunkt für Touren in die Lüneburger Heide.
Verkehr: Haupteisenbahnlinien Hamburg - Hannover - Frankfurt (Main), Berlin - Wittenberge - Bremen, Lüneburg - Lübeck; Kleinbahnen Lüneburg - Soltau, Lüneburg - Bleckede. Kraftpostlinien in die Lüneburger Heide (Salzhausen - Thomasburg - Dahlenburg). Gesellschaftsfahrten in die Heide, Motorboote nach Ausflugsorten.
Unterkunft: Hotel Deutsches Haus, Zur Hoffnung, Kurhotel, Weißes Roß, Wellenkamp u. a. - Jugendherberge.
Sehenswürdigkeiten: Alte Umwallung, Johanniskirche (14. Jahrhundert mit 105 m hohem Turm; geschnitzter Flügelaltar), Rathaus 1300 - 1720 mit gotischen Räumen (Holzschnitzereien von A. v. Soest 1564 - 84). Museum mit sehenswerten Sammlungen der Lüneburger Geschichte und Vorgeschichte. Kalkberg mit Blick über die Stadt. Kurpark mit ausgedehnten Laub- und Nadelwäldern.
Sport: Flußbadeanstalten, Tennis- und Sportplätze, Ruder- und Angelsport.
Ausflüge: in die Heide, Benediktiner-Nonnenkloster Lüne. Bardowiek (Dom Heinrich des Löwen 1178).
Auskunft: Verkehrsverein und Badverwaltung, Lindenstraße 45.
Internet:
www.lueneburg.de
www.lueneburger-heide.de
www.lueneburger-heide-attraktionen.de

Merseburg
Merseburg, Waterloobrücke und Schloß Thüringen, 9. Auflage, Dezember 1932
100 m ü. d. M., 31 000 Einwohner, lebhafte Industriestadt an der Saale. Im 9. Jahrhundert als Grenzfeste gegen die Slawen gegründet, Lieblingssitz der Sachsen-Kaiser mit zahlreichen historischen Erinnerungen. - Schwimmbäder. Sport aller Art.
Verkehr: Hauptbahn Berlin - Frankfurt a. M. Nebenbahnen nach Halle, Querfurt, Bad Lauchstädt, Leipzig. Kleinbahn nach Halle. Kraftpost nach Weißenfels. Dampferverkehr auf der Saale.
Unterkunft: Hotel Alter Dessauer, Dammschloß, Drei Schwäne, Goldene Sonne, Müller u. a. - Jugendherberge.
Sehenswürdigkeiten: Schloß (1480-89) mit Schloßhof und Schloßgarten. Heimatmuseum. Rahthaus. Der Dom, 1015 gegründet, mit 4 Türmen und Kreuzgang; im Archiv des Domstifts die Merseburger Zaubersprüche von 974. Schöne Parkanlagen.
Auskunft: Verkehrsverein, Verkehrsbüro.
Ausflüge: Zur Riesenanlage der Leunawerke (Ammoniakgewinnung aus dem Stickstoff der Luft; 13 bis zu 130 m hohe, charakteristische Schornsteine längs der Bahn). - Schloß Schkopau. - Nach Lauchstädt, kleines Bad mit einem 1802 von Goethe gegründeten Sommertheater und Erinnerungen an die Weimarer Epoche.
Internet: 
www.merseburg.de
www.schlosshotel-schkopau.de
www.stadt-bad-lauchstaedt.de

Neubrandenburg
Neubrandenburg, Friedländer Tor Mecklenburg, 10. Auflage, 1933
etwa 15 000 Einwohner, an der Nordspitze des 15 km langen, von Wald und Hügeln umgebenen Tollensesee, 1248 von den Markgrafen von Brandenburg gegründet, hat sich schnell zu einer wehrhaften, regsamen Stadt entwickelt und ist im 30jährigen Krieg vielfach Gegenstand heißer Kämpfe zwischen Schweden und Kaiserlichen gewesen. Tilly hat 1631 die Stadt erobert. Aus dem 14. Jahrhundert stammen die vier künstlerisch hervorragenden gotischen Stadttore und die lückenlos erhaltene Stadtmauer. Einen Teil seiner Berühmtheit verdankt Neubrandenburg dem bedeutendsten plattdeutschen Dichter Deutschlands, Fritz Reuter, der hier seine besten Werke schrieb und die Stadt in seinem "Dörchläuchting" verewigte (s. auch Stavenhagen).
Verkehr: Knotenpunkt der Eisenbahnlinien Berlin - Stralsund - Trälleborg, Hamburg - Stettin und mehrerer Nebenlinien. Wochenendzüge von Berlin. Kraftwagen nach Woldegk.
Unterkunft: Hotel zur Goldenen Kugel, Lübecker Hof, Mosch, Otto Busses Hotel u. a. Am Tollensesee Kurkolonie Augustabad mit Kurhaus. Privatpensionen. - 2 Jugendherbergen.
Sehenswürdigkeiten: Marienkirche (14.Jahrhundert). Stadtmauer mit Wiekhäusern, Toren und Türmen, Reutermuseum.
Sport: Frei-, Licht-, Luft- und Schwimmbäder, Tennisplätze, Reit- und Fahrturniere, Angelsport. Neu eröffnete Segelfliegerschule.
Ausflüge: an den Tollensesee, zum Nemerower, Mühlen- und Brodaer Wald, nach Schloß Hohenzieritz (Sterbezimmer der Königin Luise, +1810), zum Aussichtsturm auf dem Hohen Ufer, nach Tannenkrug, Burgholz (mit altem wendischen Burgwall), nach Burg Stargard (Alte Burg). Motorbootfahrten.
Auskunft: Verkehrsverein (Vermittlung von Dolmetschern für Englisch, Französisch und Schwedisch; Stadtführungen).
Internet: 
www.neubrandenburg.de
Fritz Reuter

Quedlinburg
Dom und Schloß Quedlinburg Harz und Kyffhäuser, 12. Auflage, Mai 1934
125 ü. d. M., 28 000 Einwohner. Eine der ältesten Städte Deutschlands, weltbekannt durch seine Samenzucht und Blumenfelder. Die größten Gärtnereien Deutschlands.
Verkehr: Bahnstrecken Berlin - Magdeburg - Thale, Aschersleben - Quedlinburg. Blankenburg - Quedlinburg. Kraftpostverbindungen mit Ballenstedt - Aschersleben und Blankenburg.
Sehenswürdigkeiten: Völlig mittelalterliches Stadtbild, Schloß mit Heimatmuseum, früher Äbtissinnenstift; Dom mit dem Grabe Kaiser Heinrich I. und seiner Gemahlin, der heiligen Mathilde, eines der schönsten Denkmäler frühromanischer Baukunst; Rathaus mit sehenswerten Porträts im Bürgersaal; Klopstockhaus (Geburtshaus des Dichters, *1724) mit reicher Bilder- und Handschriften- Sammlung, Wipertikrypta (ältestes Baudenkmal, um 900).
Unterkunft: Hotel Bär, Buntes Lamm, Goldene Sonne, Quedlinburger Hof u. a. - Jugendherbergen.
Dolmetscher- und Führungsdienst: Das Städtische Verkehrsamt vermittlet Dolmetscher (Englisch, Französisch, Russisch, Portugiesisch). Honorar Stunde 3 RM.
Auskunft: Städt. Verkehrsbüro, Heiligegeiststraße.
Internet:
www.quedlinburg.de
www.unesco-welterbe.de
www.ottonenzeit.de

Ravensburg
Ravensburg Württemberg
Schwarzwald, Neckar, Schwäbische Alb, Bodensee
9. Auflage, November 1932
17 200 Einwohner, ehemalige freie Reichsstadt. 15 gut erhaltene Türme und Mauern weisen auf eine frühere starke Befestigung hin. Sehenswert ist das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert.
Unterkunft: Bahnhofhotel, Kaiserhof, Zum wilden Mann, Schweotzerhof, Waldhorn u. a.
Besondere Veranstaltungen: Alljährlich im Juni das Ravensburger Rutenfest.
Ausflüge: Veitsburg mit schöner Aussicht; Waldburg (797 m), herrlicher Rundblick bis zur Zugspitze und den Berner Alpen; mit der elektrischen Bahn in 10 Min. nach Weingarten (Benediktinerkloster mit Wallfahrtskirche, Reliquie des Blutes Christi, berühmter Blutritt am Tage nach Himmelfahrt, Mysterienspiele).
Auskunft: Verkehrsverein.
Internet: 
www.ravensburg.de

Waldenburg
Waldenburg Schlesien
Seine Gebirge, Städte und Bäder
5. Auflage, Januar 1933
444 m ü. d. M., 46 700 Einw., Mittelpunkt des niederschlesischen Industrireviers (Steinkohlen-, Brikett, Kokereianlagen, Stickstoffwerke,Eisenhütten, Porzellanfabriken, Keramik) und des Waldenburger Berglandes. Heimatmuseum, Rosen- und Staudengarten
Verkehr: Eisenbahnlinie Berlin - Görlitz - Hirschberg - Dittersbach - Glatz bzw. Breslau. Straßenbahnen nach Dittersbach, Bad Salzbrunn, Niedersalzbrunn, Nieder-Hermsdorf. Kraftpostverbindungen nach allen Richtungen.
Unterkunft: Hotel Deutscher Hof, Schwarzes Roß, Waldenburger Hof. - Jugendherberge.
Auskunft: Verkehrsamt für das Waldenburger Bergland, Rathaus; Reisebüro, Freiburger Straße 16.
Sport: Stadion. Frei-, Licht- und Luftbad, Tennis-, Sportplätze.
Spaziergänge und Ausflüge: Schillerhöhe, Vogelkoppe, Hochwald (schöner Rundblick); Bad Salzbrunn, Schloß Fürstenstein, Bad Charlottenbrunn, Görbersdorf, Friedland, Gottesberg, Freiburg, Kynau usw.
Internet: 
www.urlaub-polen.de

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