Fremdenverkehrsförderung der Deutschen Reichsbahn

Die Deutschlandhefte

Herausgegeber:
Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr 
Berlin W 35
Potsdamer Privatstraße 121 B


Gliederung der Deutschlandhefte, wie sie 1937 in den Heften abgedruckt wurde
Nord-Deutschland
Berlin und Brandenburg
West-Deutschland
Mitteldeutschland
Ost-Deutschland
Süd-Deutschland
"Deutschland ist überall schön, interessant und sehenswert, und es ist zu allen Zeiten des Jahres erlebenswert. Aber wo soll man hingehen, um dieses Deutschland zu erleben, so wie es ist, und wo man sein Gesicht am klarsten erkennt? . . . Dieses ... Deutschland, das manchem Betrachter jenseits der Grenzen noch immer rätselhaft erscheinen will? . . .
Soll man den Süden besuchen, wo die großartige Kulisse der Alpen auf eine vielgestaltig-farbige Landschaft herabschaut, auf prächtige Königsschlösser und ehrwürdige Kirchen und Klöster, auf heitere Dörfer und auf malerische Städte, wo Barock und Rokoko sich ihre schönsten Werke geschaffen? . . .
Oder den Westen, wo am Rhein die ältesten und stolzesten Dome zum Himmel wachsen, wo jahrtausendealte Bauten von germanischer Vorzeit erzählen und vom Jahrhundert der Römer, wo tausendjährige Kaiserpfalzen und mächtige Rathäuser den Glanz des Mittelalters widerspiegeln, wo neben der lieblichen Romantik des Rheins und seiner Seitentäler der Ernst millionenfach fleißigen Schaffens steht in den Industriegebieten an Ruhr und Saar? ...
Oder den Norden, wo zwei Meere die Küste Deutschlands bespülen, wo unternehmungsfreudiger Bürgersinn sich seine reichen Hansestädte baute und die Backsteingotik des Mittelalters sich seine schönsten Denkmäler setzte, wo unabsehbar weite Wälder rauschen und auf gelbleuchtendem Sandstrand jubelnd Badegäste sich tummeln? . . .

Oder Mitteldeutschland, wo lieblich-romantische Landschaften wechseln mit malerischen Städtebildern, wo Kirchen und Klöster, Schlösser und Burgen, Rathäuser und Bürgerbauten von reicher Vergangenheit zeugen, wo Wunderbauten der Technik, Mustersiedlungen und gewaltige Werkstätten der Gegenwart dienen? . . .

Oder den Osten, wo jahrhundertealte Arbeit dem Boden blühende Städte abrang, wo das 'Gold des Meeres', der Bernstein, gewonnen und das schwarze Gold der Kohle aus Tausendmetertiefen heraufgeholt wird, wo riesige Wälder und unabsehbares Ackerland wechseln mit dem Zechen- und Hüttengebiet Oberschlesiens, wo Ordensritter die Marienburg bauten und das neue Deutschland sein Nationalheiligtum errichtete: das Ehrenmal von Tannenberg, die Gruft Hindenburgs, des großen deutschen Feldherren? . . .

Oder in die Reichshauptstadt, nach Berlin? . . ."

So oder sehr ähnlich beginnen alle Deutschlandhefte. Allen Heften im Format 20,5 x 22,5 cm gemeinsam ist auch eine einheitliche herausklappbare 50 x 42cm große Karte Deutschlands. Sie hat etwa den Maßstab 1:2.500.000, jedoch ist auf ihr kein Maßstab angegeben. Sie zeigt alle wichtigen Eisenbahnlinien, die Reichsstraßen mit Nummern sowie die Routen der deutschen Fährschiffe auf der Nord- und Ostsee. Weiterhin ist auf einer kleineren Karte das europäische Streckennetz der deutschen Verkehrsflugzeuge etwa im Maßstab 1:40.000.000 eingezeichnet. Ab der zweiten Auflage werden zusätzlich auf einer dritten Karte (ca. 1:10.000.000) die fertigen, im Bau befindlichen und geplanten Reichsautobahnen dargestellt. Das Heft "Berlin und Brandenburg"  besitzt zudem eine weitere herausklappbare Karte mit einem Stadtplan und einer Umgebungskarte (ca. 1:300.000) von Berlin.
Die informativen Texte sind reichlich bebildert mit kleinen gezeichneten Gebietskarten und vielen qualitativ hochwertigen Fotos, oftmals von halber Seitengröße. Beschrieben werden wie in den Deutschen Verkehrsbüchern die Sehenswürdigkeiten von Gegenden und Ortschaften. Im Gegensatz zu den Deutschen Verkehrsbüchern sind nicht nur die Titel sondern auch die Rücktitel mit ganzseitigen Grafiken verziert.

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