Der Bau der Autobahnen

Bildliche Darstellungen
des Autobahnbaus
und der
fertigen Autobahnen


Mit dem Beginn der Bauarbeiten an den Autobahnen beauftragte der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr.-Ing. Todt den Maler Ernst Vollbehr (25.03.1876 - 13.05.1960) mit der künstlerischen Dokumentation der Arbeiten auf den Baustellen der Reichsautobahn. Vollbehr war unter anderem durch mehrere hundert detailgetreue Gemälde von den westlichen Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs bekannt geworden und war politisch ein sehr konservativer Mensch, der keinerlei Bedenken hatte, sich in den Dienst der NS-Propaganda zu stellen. Neben seinen Autobahnbildern porträtierte er im gleichen Stil ganz im Sinne der damaligen Machthaber auch die Reichsparteitage in Nürnberg und die Olympischen Spiele 1936.
Er schuf eine große Anzahl Gemälde mit Darstellungen vom Bau der Autobahnen. In den Jahren 1935 und 1938 entstanden daraus zwei Bücher, in denen Vollbehr 60 bzw. 40 dieser Bilder veröffentlichte. Während diese Bücher die Zeiten überstanden haben, gelten die Originalgemälde mit den Autobahndarstellungen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges als verschollen; möglicherweise wurden sie als Beutegut von den Siegern des Krieges abtransportiert.
Charakteristisch für das Schaffen Vollbehrs sind die kräftigen Farben, seine ausgezeichnetes Beobachtungsvermögen und der daraus resultierende unglaubliche Detailreichtum seiner Werke. In einigen Fällen erwecken seine Bilder sogar den ersten Eindruck, es handele sich um fotografische Dokumente. Aus den beiden Büchern "Die Straßen Adolf Hitlers" (Titelbild siehe unten) und "Arbeitsschlacht" werden in zwei separaten Dokumenten jeweils 9 Bilder vorgestellt, die von seiner hervorragenden Beobachtungsgabe und deren beeindruckender Umsetzung in seinen Bildern zeugen und dabei gleichzeitig auch dem heutigen Betrachter interessante Einblicke in das damalige Baugeschehen erlauben.
Die Autobahnen und ihre Baustellen wurden auch von vielen zeitgenössichen Fotografen dokumentiert, oft im Auftrage offizieller Stellen. Bekannt geworden sind in diesem Zusammenhang besonders die über 100 Schwarz-Weiß-Fotos von Erna Lendvai-Dircksen, die 1937 in dem Buch "Reichsautobahn - Mensch und Werk" zusammen mit propagandistischen Sprüchen und Gedichten veröffentlicht wurden. Ein Großteil der darin enthaltenen Fotos zeigt jedoch nicht unmittelbar den Bau der Autobahnen, sondern porträtiert einzelne Arbeiter beim Autobahnbau.
Ein wirklich sehenswertes zeitgeschichtliches Dokument stellen die Farbfotos von Hermann Harz dar, die Fritz Todt zu seinem 50. Geburtatg 1941 überreicht wurden. 1943 wurden sie in dem großformatigen Bildband "Das Erlebnis der Reichsautobahnen" veröffentlicht. Eine kleine Auswahl dieser Fotografien kann in separaten Dokumenten betrachtet werden.
In den zeitgenössischen Autobahn-Publikationen werden die Fotos sehr häufig allein stehend dargestellt, ohne geografische Zuordnung oder nur im Zusammenhang mit größeren Regionen. Selbst die häufig dargestellten großen Brücken, die ja in ihrer Ausgestaltung jeweils einzigartig sind, werden meist nicht genau lokalisiert. Offenbar war es beabsichtigt, die Bilder auch ohne konkrete Angabe der Örtlichkeiten wirken zu lassen, um die Autobahnen auch als Kunstwerk mit tausendjährigem Bestand darzustellen. Bei obigem Foto ist aber der ungefähre Aufnahmestandort südlich von Frankfurt/Main bekannt. An dieser Strecke hat auch Ernst Vollbehr das Titelbild zu seinem Buch gemalt.

Autobahn-Gemälde von Ernst Vollbehr - Teil 1
Autobahn-Gemälde von Ernst Vollbehr - Teil 2
zeitgenössische Autobahn-Farbfotos von Hermann Harz
zeitgenössische Autobahn-Fotos von Erna Lendvai-Dircksen
Grafiken aus dem Reichsautobahn-Kalender 1939
Fotos vom Bau der Teufelstalbrücke (folgen demnächst)

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