100 JAHRE
DEUTSCHE EISENBAHNEN
REICHSBAHN-AUSSTELLUNG
NÜRNBERG
14. JULI BIS ANFANG SEPTEMBER 1935
Titelbild des Ausstellungsführers


NACH NÜRNBERG
Mit der Eisenbahn: Nürnberg ist dank seiner günstigen Lage als Verkehrsmittelpunkt Nordbayerns von fast allen größeren deutschen Städten mit durchgehenden Schnell- und Eilzügen zu erreichen. Den Verkehr mit dem Ausland vermitteln Luxuszüge und internationlae Züge.

Mit dem Flugzeug: Nürnberg hat einen der neuesten Flugplätze Deutschlands und wird von der deutschen Lufthansa auf mehreren Linien regelmäßig angeflogen.

Mit dem Kraftwagen: Ein ausgezeichnetes Straßennetz verbindet Nürnberg mit allen größeren Städten des Reiches.

Eisenbahn-Fahrpreise: Urlaubskarte 20-40%, Ausländer 60% Ermäßigung nach den allgemeinen Bestimmungen.

Wege nach Nürnberg

IN NÜRNBERG

Auskunft und Eintrittskarten: Amtliches Bayerisches Reisebüro, Verkehrsverein Nürnberg e. V. im Hauptbahnhof (Mittelhalle), Verkehrsmuseum und Ausstellung.

Ausstellung an der Allersbergerstraße: geöffnet von 9 bis 19 Uhr; zu erreichen vom Hauptbahhnhof mit der Straßenbahnlinie 9 bis Bayernstraße, dort umsteigen in Linie 18. Vom Verkehrsmuseum mit Linie 14 (Abfahrt am Opernhaus) bis Frankenstraße, dort umsteigen in Linie 18.

Verkehrsmuseum an der Lessingstraße: geöffnet von 9 bis 17 Uhr. Vom Hauptbahnhof zum Verkehrsmuseum 7 Minuten Fußweg längs der schönen alten Stadtmauer.

Eintrittspreise: Ausstellung u. Verkehrsmuseum zus. 40 Rpf., Reichswehr, SA, SS, Arbeitadienst, BdM, Studierende, Schüler, Eisenbahner und geschlossene Gruppen von mehr als 25 Personen Ermäßigung.

Lageplan

DIE AUSSTELLUNG

In der neuesten Umladehalle Deutschlands, nahe dem Parteitaggelände, zeigt die Deutsche Reichsbahn den hohen Stand technischer und sozialer Wertarbeit im Dienste der Nation. Diese Schau ist nicht für den Fachmann aufgebaut, sondern für jeden Volksgenossen, dem sie seine Reichsbahn noch näher bringt.

Rundgang 2x Stunden.

1. Straßenbahnhaltestelle  2. Eingang

AUSSTELLUNGSHALLEN

3. Geschäftsstelle, Post 4. Ehrenraum 5. Erfrischungsraum
Ausstellungsgelände
6. Die Reichsbahn in Bild, Wort und Zahl:
Raum 1: Die deutschen Eisenbahnen in der Vergangenheit.
Raum 2: Reichsbahn u. Volkswirtschaft.
Raum 3: Personenverkehr.
Raum 4: Güterverkehr.
Raum 5: Betrieb und Zugförderung.
Raum 6: Der Eisenbahner.
Raum 7: Oberau.
Raum 8: Brücken und Hochbau.
Raum 9: Werkstätten.
Raum 10: Fernmeldewesen und Elektrisierung.
Raum 11: Reichsautobahnen u. Motorisierung der Reichsbahn.
Raum 12: Die Reichsbahn im neuen Staat.
FAHRZEUGE DER REICHSBAHN
7. Dampflokomotiven: EInheitsbauarten, Lokomotiven mit geschweißten Rahmen und 25 atm Kesseldruck, Stromlininenlokomotiven für 175 Stundenkilometer.
8. Hebebockanlage zum Heben einer Lokomotive.
9. Elektrische Fahrzeuge: Lokomotiven, Zweiteiliger Schnelltriebwagen für 160 Stundenkilometer, Aussichtstriebwagen mit Dachverglasung, neuer Viertelzug der Berliner Stadtbahn.
10. Verbrennungstriebwagen: zwei- und dreiteilieger Schnelltriebwagen für 160 Stundenkilometer, Aussichtstriebwagen und andere.
11. Personenwagen: D-Zugwagen neuester Bauart, Speisewagen u. Schlafwagen der Mitropa, Packwagen, Postwagen.
12. Motor- und Kleinlokomotiven.
13. Güterwagen: Kühlwagen, Kübelwagen, Tiefladewagen, geschwießte Wagen und Güterwagen für hohe Fahrgeschwindigkeiten.
14. Straßenfahrzeuge: Lastkraftwagen, Großladeschwinge, Straßenfahrzeuge für die Beförderung von EIsenbahnwagen auf der Straße. Groß- und Kleinbehälter.

FREIGELÄNDE

15. Vorführung des fahrbaren Anschlußgleises (Culemeyer-Fahrzeug)
16. Gleise der ersten deutschen Eisenbahnstrecken, Oberbauformen der Reichsbahn und Versuchsanordnungen, Ausschnitt aus den Gleisanlagen eines Bahnhofs mit Sicherungseinrichtungen (neuzeitliches Stellwerk).
17. Sonderfahrzeuge für die Unterhaltung des Oberbaues, Kranwagen für 75 Tonnen Tragfähigkeit.
18. Vorführung einer neuen Schnellzuglokomotive (Mitfahrt gegen besondere Gebühr).
19. Vorführung der Zugbeeinflussung: Das Licht bremst, der elektrische Strom bremst. (Mitfahrt gegen besondere Gebühr).

LUDWIGSEISENBAHN

20. Die erste deutsche Eisenbahn in genauer Nachbildung von Lokomotive und Wagen verkehrt auf dem Ausstellungsgelände (Fahrkarten: 10 und 15 Rpf).



VERKEHRSMUSEUM
Die Sammlungen des Museums, des ersten deutschen Verkehrsmuseums, waren vom Jahre 1896 bis 1925 in der Norishalle, die von der Stadt Nürnberg zur Verfügung gestellt wurde, untergebracht. Im Jahre 1925 wurden sie in das neuerbaute, prächtige Gebäude an der Lessingstraße überführt. Die reichhaltigen Sammlungen umfassen:

im Erdgeschoß die Räume:
1: Brücken- und Tunnelbau 4: Sicherungswesen
2: Fahrzeuge 5: Starkstrom
3: Oberbau 6: Maschinenbau

im 1. Obergeschoß die Räume:
7: Ehrensaal 13 bis 15: Fernmeldewesen
8: Bremsen 16 und 17: Betriebsszimmer
9: Lokomotiv- und Wagenmodelle 18: Güterverkehr
10 und 11 : Lokomotiv- und Wagenteile 19: Königssalon
12: Reichsautobahnen 20: Personenverkehr

im 2. Obergeschoß die Räume:
21: Betriebsmodell 24: Werkstättenwesen und Schiffahrt
22: Stoffprüfung u. Oberbau 25: Kettenschleppschiffahrt
23: Hochbau

Abteilung: Post
26: Post Thurn und Taxis 30: Briefmarkenraum
27: Posthochbauten 31: Fernsprechleitungen
28: Postbetriebe 32: Fernmeldeapparate und Rundfunk
29: Ehrensaal

Ein Besuch des Museums lohnt sich schon wegen einzelner besonders sehenswerter Stücke, wie der einzigartigen Lokomotivmodellsammlung, des Salonwagens des Fürsten Bismarck und des Hofzuges König Ludwig II.

Verkehrsmuseum Nürnberg

NÜRNBERG UND SEINE SCHÖNE UMGEBUNG
Nürnberg ist eine der meistbesuchten deutschen Städte. Die alte Stadt mit ihren mittelalterlichen gewaltigen Mauern und Gräben, ihren Türmen und Toren, überragt von der alten Kaiserburg, ist wie ein lebendiges Museum, wo jeder Stein von deutscher Vergangenheit erzählt. Wer offenen Auges die krummen Gäßchen mit ihren Erkern und Chörlein, die alten Höfe und Galerien, die prachtvollen Kirchen und Friedhöfe durchwandert und in Beschaulichkeit die Denkmäler edelster deutscher Kunst und deutscher Geschichte auf sich wirken läßt, der versteht, daß Nürnberg des Deutschen Reichs Schatzkästlein genannt werden konnte.
Nürnberg und seine schöne Umgebung
Ein Kranz bekannter alter Städte umgibt die alte freie Reichsstadt Nürnberg. Im Norden liegt Erlangen, die alte Markgrafenresidenz mit der Universität und das vieltürmige Bamberg mit seinem wundervollen Dom. Gegen Osten zu reiht sich an die Richard-Wagnerstadt Bayreuth, bekannt durch ihre Festspiele, dazwischen liegt die Fränkische Schweiz mit bizarren Kalkfelsen, ihren romatischen Tälern und ihren malerischen Städtchen, wie Gößweinstein, Hersbruck, Neuhaus. Ostwärts steht das trutzuge Amberg, im Süden Ellingens barocker Zauber und die alte Reichsstadt Weißenburg mit dem Römer-Kastell. Den Ring gegen Westen schließen das 700-jährige Ansbach, das leuchtende Dreigestirn Nördlingen, Dinkelbühl, und Würzburg mit seinen wundervollen Barockbauten und seiner hoch über dem Main liegenden Feste Marienberg.


Herausgeber: Reichsbahndirektion Nürnberg

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