DIE
EISENBAHN
INS
HAUS

Ein Eisenbahnwagen ohne
Schienen auf der Straße ?
kaum glaublich - aber doch möglich !
Auf dem Straßenfahrzeug für Eisenbahnwagen haben schon tausende von Eisenbahnwagen ihren Weg über die Straße genommen.
Man kann also heute auch ohne Anschlußgleis Eisenbahnwagen von Haus zu Haus befördern. 
Was versteht man unter einem Straßenfahrzeug ?
Ein weich abgefedertes, mit Schwingachsen und Lastausgleich ausgestattetes, niedriges Fahrzeug auf 16 gummibereiften Rädern, das je nach Länge des zu befördernden Eisenbahnwagens auseinander gezogen werden kann und zur Aufnahme des Eisenbahnwagens ein Gleisstück trägt.
Es wird von einem kräftigen Schlepper gezogen und vermag infolge seiner zwangsläufig gesteuerten 16 Räder in engsten Bogen bis zu 6½ m Halbmesser zu fahren.
Einige Sonderbauarten des Fahrzeuges haben eigenen motorischen Antrieb oder sind nach Sattelschleppart gebaut.
Wie wird der Eisenbahnwagen auf das Fahrzeug gesetzt ?
Eine einfache niedrige Überladerampe auf dem Bahnhof verbindet den als Gleisstück ausgebildeten Rahmen des Fahrzeuges mit den Schienen eines Bahnhofsgleises; sie gestattet eine vollkommen erschütterungsfreie Übernahme des Eisenbahnwagens.
Durch den Schlepper oder durch eine Winde wird der Eisenbahnwagen auf das Straßenfahrzeug gezogen. Dort wird er durch leicht zu betätigende Vorrichtungen sicher festgehalten.
Nur wenige Minuten dauert dieser Vorgang, dann kann der Eisenbahnwagen seine Reise über die Straße zu einer fern vom Schienenwege liegenden Verwendungsstelle antreten.
Mag diese Stelle nun ein Werkhof, eine Werkhalle, ein Geschäftshaus, eine Tankstelle, ein Kohlenlagerplatz usw sein, . . . . . 
Was geschieht nun mit dem Eisenbahnwagen
auf seiner Verwendungsstelle ?
Er kann entweder über eine einfache Überladerampe auf eine etwa vorhandene Gleisanlage abgesetzt werden und auf ihr irgendeiner Ladestelle zugeführt werden, oder ...
er kann auf eine bewegliche Absetzvorrichtung abgesetzt werden, die vorher dort aufgestellt wird, wo der Eisenbahnwagen gerade be- oder entladen werden soll.
Solche Vorrichtungen können käuflich erworben werden oder aber auch von der Reichsbahn gemietet werden.
Schließlich kann der Eisenbahnwagen aber auch während des Ladevorganges auf dem Straßenfahrzeug stehen bleiben, wenn das Laden nicht allzulange dauert.
Welche der drei Möglichkeiten im Einzelfalle anwendbar ist, hängt von den näheren Umständen ab.
Welche Vorteile bietet das Straßenfahrzeug ?
Die Vorteile sind so einleuchtend, daß darüber kaum ein Wort verloren zu werden braucht; sie sind aber auch so zahlreich, daß sie nicht einzeln aufgeführt werden können.
Vor allem: Sie sparen Zeit!
Die Eisenbahnwagen werden Ihnen durch die Reichsbahn bis in Ihren Betrieb gebracht. Das zeitraubende Ab- und Anrollen der Güter entfällt. Sie laden unmittelbar vom Eisenbahnwagen und umgekehrt.
Sie schonen dabei das Ladegut!
Umladungen bringen immer Gefahren für das Gut mit sich; sie entfallen vollständig.
Sie können Ihre eigenen Fachkräfte mit dem Ladegeschäft betrauen und dabei Ihre eigenen Ladegeräte benutzen.
Kann z B das Abtanken eines Kesselwagens einfacher, zweckmäßiger und schneller vor sich gehen, als hier?
Oder können Sie schneller und billiger Ihre Werkkohlen entladen, als mit der auf dem nächsten Bild dargestellten Sonderbauart des Straßenfahrzeuges?
Und nun die Kosten ?
Bei der großen Verschiedenheit der örtlichen Verhältnisse (Entfernungen, Steigungen, Verkehrsumfang) läßt sich ein einheitlicher Tarif für die Benutzung des Straßenfahrzeuges nicht aufstellen. Die Kosten müssen vielmehr für den Einzelfall ermittelt werden; sie sind aber umso niedriger, je besser das am Orte eingesetzte Straßenfahrzeug ausgenutzt wird. Im allgemeinen ist der Einsatz schon lohnend, wenn in einem Orte wöchentlich wenigstens 25 Ladungen zu befördern sind, wobei es gleichgültig ist, ob die Zahl von einem einzelnen oder von mehreren Verfrachtern aufgebracht wird.
Kann das Fahrzeug auch andere Lasten befördern ?
Ja! - Es eignet sich hervorragend auch für die Überlandbeförderung besonders schwerer Güter, oder solcher von besonderen Abmessungen, die unzerlegt mit der Eisenbahn oder gewöhnlichen Landfahrzeugen nicht befördert werden können. Für solche Transporte stehen nicht nur die hier gezeigten 16rädrigen Fahrzeuge mit einer Tragfähigkeit bis zu 40 t, sondern auch solche mit 24 Rädern und bis zu 80 t Tragfähigkeit zur Verfügung.
Hier z B die Beförderung eines riesigen Kessels, hier die einer geschweißten Brücke
auf einem 16-rädrigen Straßenfahrzeug.

Und hier die Beförderung einer riesigen Papiertrockentrommel

auf einem 24-rädrigen Fahrzeug.

Bei der über das ganze Reich ausgebreiteten Organisation der Reichsbahn können die Fahrzeuge nebst dem für solche Transporte besonders geschulten Personal jederzeit und an jedem beliebigen Orte eingesetzt werden.

Haben Sie Interesse für dieses Meisterwerk der deutschen Technik?
Die nächste Reichsbahndirektion oder das Reichsbahnzentralamt für Maschinenbau, Berlin SW 11, Hallesches Ufer 35-36, geben Ihnen jede gewünschte Auskunft und stehen Ihnen auch mit Vorschlägen und Kostenrechnungen gern zu Diensten.

Homepage Thomas Noßke 2004 www.epoche2.de Epoche II Eisenbahn zeitgenössisch öffentlicher Verkehr Ende