Der Karlsruher Kunstmaler Leo Faller (19.04.1902 - 15.12.1969) hat unter anderem auch für die Deutsche Reichspost und die Deutsche Reichsbahn gearbeitet. Bekannt sind beispielsweise seine Fresken-Ausmalungen im ehemaligen Anhalter Bahnhof in Berlin sowie verschiedene farbige Werbepostkarten.

Im Auftrag des Reichsbahn-Werbeamtes für den Personen- und Güterverkehr (WER) hat Leo Faller die grafische Gestaltung von drei Heften der attraktiven Reihe Reisen und Schauen übernommen:

  • Am deutschen Rhein (1936)
  • Von Frankfurt (Main) nach Passau (1937)
  • Mit der Reichsbahn durch den Schwarzwald und zum Bodensee (1938)
  • Die komplette Broschüre Am deutschen Rhein ist mit sämtlichen von Leo Faller gestalteten Farbgrafiken im Volltext verfügbar. Dort ist auch der typische unbeschwerte und farbenfrohe Stil von Leo Faller sehr gut zu erkennen, der sich in allen seinen Arbeiten wiederfindet. Unverkennbar charakteristisch für seine Bilder sind die geschwungenen Schriftbänder und die zahlreichen fröhlichen, nicht immer unbedingt zum Kontext gehörenden Ausschmückungselemente (siehe im obigen Bild die Schwalben und Blumen), die eine heitere und beschwingte Stimmung erzeugen.

    Ebenfalls im Auftrag des Reichsbahn-Werbeamtes WER illustrierte er die vermutlich 1938 erschienene 62seitige A5-formatige Broschüre "Die schöne Eisenbahnreise" mit 43 Federzeichnungen. 
    In der Broschüre ist allerdings weder sein Name noch der des Verfasser des Textes angegeben. Lediglich die Grafiken tragen sein Signet oder seine Initialen.

    In dieser Werbeschrift wird über die Lust zu Reisen philosophiert, über Fahrten ins Blaue und Gläserne Züge berichtet und die vielfältigen Sehenswürdigkeiten der deutschen Landschaften beschrieben, um mit dem Satz zu enden: 

    "So reich beschenkt uns die schöne Eisenbahnreise!"

    Die Mehrzahl dieser Zeichnungen zeigen Sehenswürdigkeiten aus deutschen Städten und Landschaften, wovon nur wenige unmittelbaren Eisenbahnbezug haben. Einige Bilder zeigen damals moderne Eisenbahnfahrzeuge.
    Zu dieser Broschüre schuf er auch noch mit dem gleichen Titel eine separat verkaufte farbige Wandkarte im Format 84 x 118 cm.

    Im Jahr 1938 illustrierte Leo Faller eine weitere Werbebroschüre des WER, diesmal mit Namensnennung. 

    MIT DER REICHSBAHN
    AN DEN
    BODENSEE

    Der Text dieses Faltblattes stammt von Otto Ernst Sutter, ebenfalls aus Karlsruhe. Darin enthalten ist neben dem farbigen Titelbild eine 57 x 20 cm große Panorama-Zeichnung des Bodensees. Bei der unten stehenden verkleinerten Darstellung dieses Panoramas gehen die vielen farbenfrohen Details der Grafik leider verloren. Erkennbar bleiben aber die schwarzen Eisenbahnlinien und beispielsweise der Zeppelin bei Friedrichshafen.

    Eine sehr ähnliche, nur etwas verkleinerte Grafik ist auch in der im gleichen Jahr erschienen und oben schon erwähnten WER-Borschüre "Reisen & Schauen. Mit der Reichsbahn durch den Schwarzwald und zum Bodensee" enthalten und hat dort eine Größe von 34 x 18 cm.
     


    Eine weitere Arbeit Leo Fallers mit Bezug zur Eisenbahn ist die grafische Ausgestaltung des Werbefaltblattes
    RHEIN - SCHWARZWALD,
    das von den Landesfremdenverkehrsverbänden "Rheinland", "Rhein-Main", "Saarpfalz" und "Baden" sowie der Auskunftzentrale "Deutschland" in Berlin herausgegeben wurde und neben deutsch mindestens auch in englisch erschienen ist. Ein Erscheinungsjahr ist nicht angegeben, aber das Faltblatt dürfte ebenfalls Mitte der 1930er Jahre erschienen sein. Neben einer schwarz-weiß-Zeichnung der Eisenbahnlinien von Amsterdam, Hoek van Holland, Vlissingen und Ostende nach Konstanz und Basel enthält diese Druckschrift ein 20 x 68 cm großes farbiges Rheinpanorama, aus dem nachfolgend ein im Original etwa 12,5 x 8 cm großer Ausschnitt wiedergegeben wird.

    Homepage Thomas Noßke 2006 www.epoche2.de Epoche II Eisenbahn zeitgenössisch unterhaltsame Eisenbahn Ende