Werbebroschüren 
und -Plakate der
Deutschen Reichsbahn

für den Reiseverkehr
 
 
 


Sicherheit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit waren die höchsten Tugenden, die sich die Reichsbahn und Ihre vielen tausend Mitarbeiter auf die eigenen Fahnen geschrieben haben. Da das keine leeren Versprechungen waren, ließ sich natürlich vortrefflich damit werben.
Die sprichwörtliche Pünktlichkeit der Eisenbahn bezog sich selbstverständlich  nicht nur aus die Ankunft, sondern ebenso auf die Abfahrt der Züge.
Wer also nicht rechtzeitig zur Abfahrt seines Zuges am Bahnsteig war, hatte folglich das Nachsehen. 
Daneben galt aber natürlich auch die Kompetenz und die Freundlichkeit derjenigen Eisenbahner als hervorragend, die im direkten Kundenkontakt standen. So ließ sich also auch mit diesen Tugenden glaubhaft Werbung treiben.

Die Uniform des deutschen Eisenbahners, für deren ordentlichen Zustand und Sauberkeit jeder Träger selbst verantwortlich war, galt in weiten Kreisen der Bevölkerung mit großer Selbstverständlichkeit als Symbol für Korrektheit und Vertrauenswürdigkeit, so dass auch sie indirekt ein eigenständiger Werbeträger für die Leistungsfähigkeit der Eisenbahn und der Eisenbahner wurde. Besonders Schaffner und Aufsichtsbeamte, die durch besondere Kennzeichen an ihrer Uniform für jeden Reisenden leicht erkennbar waren, wurden als Vertrauenspersonen schlechthin akzeptiert.

Die Reichsbahn informierte Ihre Fahrgäste zu allen Zeiten sachlich und kurzweilig über die komplexen Prozesse und Zusammenhänge im Bahnbetrieb. Besondere Erwähnung verdienen dabei die ab 1928 herausgegebenen Heftchen "Bücher von der Reichsbahn". Die insgesamt acht verschiedenen A5-Broschüren schilderen auf jeweils 30 bis 40 Seiten überaus informativ, unterhaltend und einprägsam den Betrieb und die Hintergründe des weltgrößten Verkehrsunternehmens, ohne dass der Leser dabei für dumm verkauft wird, wie das heutige Werbung leider viel zu oft versucht.

Um den Reisekomfort für alle Reisenden möglichst hoch zu halten, wurde immer wieder versucht, die Fahrgäste zur Aufgabe ihrer größeren Gepäckstücke bei der Gepäckabfertigung oder als Expreßgut zu veranlassen. Derartige Werbung zielte insbesondere auf unerfahrene Bahnreisende, die meist außer ihren seltenen Urlaubsreisen kaum die Eisenbahn nutzten und nicht selten auch viel zu viel unnötiges Gepäck mit sich führten.


Die preiswerten und sehr attraktiv und abwechslungsreich gestalteten Broschüren der Heftchen-Reihe 
Reisen & Schauen
waren sehr erfolgreich beim reisenden Publikum und in der Kritik der Presse. 
Sie vermitteln auf unterhaltsame Weise Wissenswertes über die bei der Fahrt durchfahrenen Orte und Landschaften, deren Sehenswürdigkeiten und ihre Geschichte und waren dadurch freundliche Werbebotschafter nicht nur für die Eisenbahn sondern auch für den Fremdenverkehr in Deutschland. Im Zeitraum 1934 bis 1939 erschienen diese hübsch illustrierten Reisebegleiter im Format 10 x 21 cm für insgesamt 29 verschiedene Haupt-Reiserouten quer durch das Deutsche Reich, teilweise in mehreren, sich unterscheidenden Auflagen.
Reisen und Schauen

Werbung für Fahrten in der Zweiten Wagenklasse

Während die Erste Wagenklasse nur den Schnellzügen und einigen besonderen Luxuszügen vorbehalten war, führten bei der Deutschen Reichsbahn sogar fast alle Personenzüge Abteile der Zweiten Klasse. Dennoch blieb die Zahl der Reisenden, die die Zweite Klasse regelmäßig nutzten, sehr gering. Ihr Anteil am gesamten Fahrgastvolumen lag nur bei rund 4-5%. Die Reichsbahn versuchte deshalb, die Ausnutzung der Abteile der höheren Wagenklassen durch geeigente Werbung zu verbessern. Besonders die Urlaubsreisen, die meist über größere Entfernungen als die täglichen Fahrten zum Arbeitsplatz oder die Wochenendausflüge führten, waren Ansatzpunkt entsprechender Reklame.

Mit der Einführung schneller sowie besonders ausgestatteter Züge und Triebwagen in die Fahrpläne der Reichsbahn wurde natürlich auch für diese vergleichsweise luxuriösen Leistungen Werbung betrieben. Während der Rheingold-Expreß ab 1928 besonders für ausländische Reisende konzipiert wurde, zielte das Angebot der Schnelltriebwagen zwischen mehreren Großstädten und der Reichshauptstadt ab 1932 und des Henschel-Wegmann-Zuges zwischen Dresden und Berlin ab 1936 auf zahlungskräftige Geschäftsreisende aus dem Inland. Schnelltriebwagen
Werbeprospekt für Fahrten in Schnelltriebwagen
Werbeprospekte für Fahrten in besonderen Zügen

Nur wenige konnten sich Fahrten in solch besonderen Zügen leisten. Viele Nutzer der Eisenbahn waren dagegen regelmäßig auf Sondertarife angewiesen. Die Reichsbahn bot Ihren Fahrgästen eine Vielzahl von ermäßigten Tarifen, von denen sowohl die regelmäßigen Nutzer, wie Berufspendler, als auch die Gelegenheitsfahrer, wie Urlaubsreisende oder Wochenendausflügler, profitieren konnten. Besonders die Sonntagsrückfahrkarten waren beim Publikum für Wochenendausflüge über kurze bis mittlere Entfernungen sehr beliebt. Es gab aber auch Urlaubs- und Festtagsrückfahrkarten sowie viele verschiedene weitere mögliche Vergünstigungen. Informationen über diese Sondertarife wurden mit Hilfe einer großen Zahl von Broschüren und auch mit Plakaten verbreitet, welche meist auffallend gestaltet waren und somit große Werbewirkung besaßen.
Netz- und Bezirkskarten

Reichsbahn-Werbung Werbung der RBDen
Homepage Thomas Noßke 2004 www.epoche2.de Epoche II Eisenbahn zeitgenössisch Ende