Deutsche Reichsbahn 
Reichsbahndirektion Erfurt

Billiger Schüler-Sonderzug
von Weißenfels
am Freitag, den 24.Juni 1938, an die
Hohenwartesperre
und nach Saalfeld (Saale) - Feengrotten


Fahrplan für den Sonderzug
Hinfahrt
Bahnhöfe
Rückfahrt
Fahrpreis RM
6.00
ab
Weißenfels
an 20.55
2,20
6.20
ab
Naumburg (S) Hbf
an 20.38
7.37
an
Saalfeld (Saale)
ab 19.27
7.38
ab an 11.37
7.50
an
Eichicht (Saale)
ab 11.25
In allen Fällen mit den Sonderzugkarten eine Wertkarte lösen
Kinder, Lehrer und Erwachsene  ...  zu 1,20 RM.
Die Wertkarte enthält nachstehende Abschnitte:
  • Führung in Eichicht und in Saalfeld
  • ein einfaches Mittagessen nach Weisung der Führer
  • Eintritt in die Feengrotten
  • Wichtige Hinweise:
    Technische Bemerkung: Die dargestellte Karte war im vorliegenden Original einfarbig und von sehr geringer grafischer Qualität. Der fortgeschrittene Alterungsprozeß des verwendeten Druckpapiers trug weiterhin dazu bei, daß das Orignal nicht in ansprechender Qualität wiedergegeben werden konnte. Deshalb wurde die Karte mit erheblichem Aufwand retuschiert und dabei teilweise farbig gestaltet, ohne daß dabei inhaltliche Veränderungen vorgenommen worden sind.

    Die Saaletalsperre bei Hohenwarte
    Mit Reichsgesetz vom 13.Februar 1935 ist der Bau der zweiten Saaletalsperre bei Hohenwarte oberhalb Saalfeld durch die Saaletalsperren-Aktiengesellschaft angeordnet. Noch im gleichen Jahr wurden die Bauarbeiten begonnen, sie werden 1940 beendet sein. Die 75m hohe Staumauer mit einem Betonaufwand von 450 000 cbm speichert rund 185 000 000 cbm Wasser und wird die höchste Staumauer Deutschlands. Mit der im Jahre 1932 fertiggestellten Talsperre, der Saaletalsperre am Kleinen Bleiloch, mit einem Speicherinhalt von 215 000 000 cbm Wasser, stehen dann 350 000 000 cbm Nutzinhalt der Saaletalsperren für ihren Hauptzweck, die Erhöhung der Niedrigwasserstände in der Elbe, zur Verfügung. Wie an der Bleilochtalsperre, so wird auch in Hohenwarte die kraftwirtschaftliche Ausnutzung der "weißen Kohle" erfolgen. Die Unterlieger vor Gefahrenhochwässern zu schützen, die Wasserführung der Saale gleichmäßiger zu gestalten und in Trockenzeiten aufzuhöhen, sind die weiteren Zwecke des Talsperrenbetriebes.
    Die Hohenwartetalsperre im Bau.
    Vom Dorf Kaulsdorf, an der Reichsstraße Nr. 85 Saalfeld-Probstzella abzweigend, ist eine neue Zufuhrstraße am rechten Saaleufer über den Ort Hohenwarte hinaus bis zur Baustelle entstanden. Ein vom Reichsbahnhof Eichicht abzweigendes vollspuriges Gleis, das oberhalb von Kaulsdorf die Saale auf einer Blechträgerbrücke kreuzt, dient zum Heranschaffen der sämtlichen Baustoffe für den Sperrmauerbau. Die Reichsbahn bringt auf diesem Wege rund 1 000 000 t Steine vom Granitbruch am Henneberg im Sornitztal und rund 250 000 t an Bindemitteln, Baugeräten, Maschinen und Holz für Schalung und Rüstung zur Baustelle.

    Saalfeld (Thüringen)
    Die Stadt der Feengrotten
    Die "Steinerne Chronik" im grünen Herzen Deutschlands
    Saalfeld, Stadt mit rund 22 000 Einwohnern. Eisenbahnknotenpunkt am südöstlichen Zugang des Thüringer Waldes. Weithin bekannt ist Saalfeld als "Stadt der Feengrotten", dieser einzigen bunten Tropfsteinhöhle der Welt., deren Besuch zu einem Erlebnis wird. Der weltbekannte Naturforscher Prof. Dr. Ernst Häckel, Jena, prägte bei seinem Besuch das Wort: "Lägen diese Grotten nicht in Deutschland, sondern etwa in Amerika, wäre man längst aus der ganzen Welt dorthin gepilgert."
    In diesen märchenhaften Grotten entspringen die "Saalfelder Heilquellen" - Deutschlands Phosphor-Arsen-Eisen-Sulfat-Quellen -, die natürliche Medizin bei Blut-, Knochen-, Nerven- und Stoffwechselkrankheiten.
    Aber auch die 1000jährige Stadt selbst und ihre geradezu entzückende Umgebung, die Wanderfreudigen für Tag und Wochen immer neue Ziele steckt, begeistert den Fremden.
    Der idyllische Klosterhof des alten Barfüßerklosters, in dem reichhaltige Schätze Thüringer Kultur und Kunst aufbewahrt werden, alte romantische Stadttore, das 400jährige Rathaus. alte Patrizierhäuser, der stimmugsvolle Marktplatz sind Zeugen einer alten Geschichte. Als ältestes Wahrzeichen ragt weit über die Ufer der Saale hinaus die Ruine des " Hohen Schwarm".
    Ein besonderer Ruhm geht auch von Saalfeld aus, daß es eine Gaststättenkultur besitzt, die man irgendwo in Städten gleicher Größe suchen soll.

    Die vier dargestellten Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom
    Stadtarchiv der Stadt Saalfeld
    und stammen aus der dortigen Postkartensammlung.
    Herzlichen Dank nach Saalfeld!


    Homepage © Thomas Noßke 1999 www.epoche2.de Epoche II Eisenbahn zeitgenössisch Ende